flaschenpost-leipzig
Volkmar Wirth (ehemals Wirth-Kresse)

                               Freundliche Respektlosigkeiten. Vorsicht Satire!

29. Kalenderwoche 2021
                       Amazon-Chef J. Bezos besuchte die überfluteten Gebiete in Westdeutschland und verteilte Pakete, die zwar leer, aber mit dem firmeneigenen Smiley geschmückt waren. Der letzte Menschenfreund der SPD K. Lauterbach appellierte mit sorgenvoller Miene an die Bevölkerung, der deutschen Versicherungswirtschaft wegen der Flutkatastrophe mit Spenden unter die Arme zu greifen. Kanzlerkandidat A. Laschet flog mit der Noch-Kanzlerin für ein paar Minuten ins All und belegte in aller Eile einen Crash-Kurs in Grundlagen der Mimik. Die EU rief bei missliebigen Journalisten an, um zu erfragen, wie viel Bargeld sie in den Taschen haben. Ungarns oberster Demokratiehüter V. Orbán nahm an der feierlichen Eröffnung des Berliner Schlosses teil und erfreute sich lautstark an den ausgestellten Kolonialwaren. Und AfD-Haudegen B. Höcke nutzte die Flaute in einem Erfurter Impfzentrum und ernannte sich dort zum Ministerpräsidenten von Thüringen.
24. Juli 2021; 18:50 Uhr


28. Kalenderwoche 2021
                       Die Bundestagswahl 2021 wirft ihren unmissverständlichen Schatten voraus. Was für die einen als Drohung gelten mag, war für die anderen Grund zur hellen Freude und stillen Erbauung. So waren viele Politiker der aktuellen Koalition in dieser Woche damit beschäftigt, ihr Schäfchen noch rechtzeitig ins Trockene (sic!) zu bringen. Der Kanzlerkandidat der CDU A. Laschet und der CSU-Vorsitzende M. Söder stritten einvernehmlich über die Entlastungen bei ihren nächsten Steuererklärungen. Berlins führender Hobbykoch und Wirtschaftsminister P. Altmaier stellte bei Häppchen und Rohkostsalat seinen geplanten Stromverbrauch vor. Die Tochter von Bundesinnenminister H. Seehofer trat der FDP bei und reservierte schon einmal einen Platz für Ihren Papa. Verteidigungsministerin AKK lud in ihre beschauliche Altersresidenz ein und ließ gleichzeitig offen, ob im Weltraumkommando der Bundeswehr ausschließlich Star-Trek-Filme gezeigt werden. Und die Grünen? Die stellten ihre umwerfend kreativen Wahlplakate für die nächsten fünf Bundestagswahlen vor, schließlich sei der Slogan, so Wahlkrampfleiter M. Kellner, ‚Bereit, weil Ihr es seid‘ ungemein zeitlos.
Dann aber hieß es Land unter, die Politiker holten geschwind ihre Gummistiefel aus dem Keller und machten einen auf G. Schröder. Das dieser Auftritt durch Matsch, Schlamm und zu großen Pfützen parteiübergreifend geschah, bewerteten einige, die wohlmöglich nicht ganz trocken hinter den Ohren waren, als eindeutigen Hinweis auf die künftige Koalition, die nach dem 26. September freundlich, aber entschieden das Bundeskanzleramt belagern wird. 
17. Juli 2021; 20:30 Uhr


27. Kalenderwoche 2021
                       Damit die Athleten sich bei den Wettkämpfen voll und ganz auf ihre Leistungen konzentrieren können und nicht von Beifall oder gar von missgünstigen Zwischenrufen abgelenkt werden, hat das IOC entschieden, die im Sommer anstehende Olympiade in Tokio ohne die lästigen Zuschauer stattfinden zu lassen.

                       Bei der Vorstellung der Wahlkampfplakate der CDU suchte man vergeblich eine Ablichtung mit dem Hoffnungsträger der Partei, H.-G. Maaßen. Dafür gab sich die stellv. Chefin der CDU-Wahlkampfmannschaft, C. v. Nathusius, ‚mit Sicherheit‘ als Polizistin aus und die CDU-Sprecherin, I. Fischer, fungierte auf den Fotografien als Krankenschwester und Schwiegertochter. Unbestätigten Angaben zufolge wirbt der Ministerpräsident von NRW, A. Laschet, als CDU-Kanzlerkandidat.

                       Zum Ende der Woche tauchte ein mehrseitiges Schreiben auf, indem Parteimitglieder ihrer Vorsitzenden, A. Baerbock, trotz des verstolperten Wahlkampfstarts jegliche Unterstützung zusicherten. Doch kaum kursierte das Schreiben in Berlin wurde es wieder zurückgezogen, hatte man doch Passagen entdeckt, die eindeutig aus anderen Schriften übernommen wurden und als solche nicht gekennzeichnet waren: ‚Wir sind stolz‘, ‚Wir haben vollste Zuversicht in Deine Kandidatur‘, ‚Dir gehört all unser Vertrauen‘, ‚Mit Deinem Kampfgeist schaffen wir es‘.

                       Der Bericht des West-Beauftragten der Bundesregierung machte erneut deutlich, dass der Westen kontinuierlich dabei ist, sich dem Osten mit seinen Dumpfbacken und Rechtsauslegern anzugleichen. Von den blühenden Landschaften aber, wie es der letzte Regierungschef der DDR, L. de Maizière, dem Westen vor gut dreißig Jahren versprach, ist dieser trotzdem um viele Lichtjahre entfernt.

                       Entgegen der sehr guten Umfragewerte hat die Spitze der Partei Die Linke kategorisch bestritten, nächste Woche einen eigenen Kanzlerkandidaten küren zu wollen. Dafür seien die Wähler, hieß es, noch nicht reif genug.
10. Juli 2021; 19:15 Uhr


26. Kalenderwoche 2021
                       Da während der Pandemie vor allem an die Schüler gedacht wurde, der Unterricht ging ohne Unterbrechung weiter und wo das tageweise nicht möglich war, funktionierte die erforderliche Technik einwandfrei, aus diesem Grund schlug der Ministerpräsident von BW, W. Kretschmann, vor, dass Bildungsministerium abzuwickeln. Wer braucht noch ein solches Ministerium, wenn alles super läuft?

                       Nach dem Spiel gegen England relativierte Bundestrainer seine zuvor getroffene Aussage, zurück treten zu wollen. Das Spiel gegen die Jungs von Kane und Sterling haben ihm, J. Löw, gezeigt, dass in der deutschen Mannschaft noch viel Potenzial steckt. Aus diesem Grund will er, so Löw, seine Jungs jetzt nicht im Stich lassen und wird bis zur nächsten Fußball-WM als Coach bleiben.

                       Die letzten deutschen Soldaten sind aus Afghanistan zurück. Die Verteidigungsministerin AKK würdigte in ihrer Erklärung den erfolgreichen Einsatz der Truppe, das Land sei in allen Ecken und Winkeln befriedet und auch mit der Errichtung einer funktionierenden Demokratie zwischen Kabul und Kandahar sowie zwischen Masar-e Scharif und Herat habe man das Ziel erreicht, welches man sich vor 19 Jahr gesetzt hatte.

                       Um die entwöhnten Besucher langsam an das perfekte Kinoerlebnis heranzuführen, wurden in einigen Lichtspielhäusern mit den Eintrittskarten auch Fernbedienungen ausgegeben.
03.07.2021; 19:00 Uhr


25. Kalenderwoche 2021
                       Als die Garden der Union ihr Wahlprogramm der wissbegierigen Öffentlichkeit vorstellten, überraschte auf den ersten Blick das Ambiente, was man sich für die Präsentation ausgesucht hatte. Der Kanzlerkandidat der Partei A. Laschet und der Kandidat der Herzen M. Söder fuhren im abgedunkelten Schlafwagen vor und verteilten für jeden Zuhörer einen wohldosierten Absacker.

                       Auch wenn rechtes Gedankengut unter den Kameraden eine Ausnahme darstellt und Antisemitismus ein Fremdwort ist, nahm dennoch bei der Bundeswehr der erste Rabbiner seine Arbeit auf.

                       Die Voraussetzungen waren nahezu perfekt, erst schien die Sonne und dann regnete es, dennoch ließ die Uefa ihre Muskeln spielen und untersagte Petrus kategorisch, die Stadt München mit einem illustren Regenbogen zu schmücken.

                       Grund für das Raunen, das aus vielen Wohnstuben zu hören war, war eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts. Ausländische Sklaven, die derzeit für kleine Entschädigung in deutschen Haushalten den Opas und Omas die Suppe reichen und den Hintern abwischen, sollten nach Mindestlohn vergütet werden.
26.06.2021; 18:45 Uhr


24. Kalenderwoche 2021
                       Als hätte nicht der Wahlkampf um die Kanzlerschaft längst begonnen, sprechen sich jetzt sämtliche Politiker für das kollektive Absetzen sämtlicher Masken aus. So würde man nicht nur die Verständlichkeit des Gesagten und Nichtgesagten erhöhen, auch könnte man die Worte des politischen Gegners besser im Munde drehen.

                       Sleepy Joe traf den Killer. Klar, dass sich die Stadt Genf im Ausnahmezustand befand. Sämtliche Matratzenlager hatten um ein Vielfaches ihre Preise gesenkt und die Waffenhändler lockten mit günstigen Familienrabatten.

                       Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan geht schneller voran als erwartet. Um der Taliban das Nachrücken zu erleichtern, übergeben die deutschen Kameraden ihre Einrichtungen besenrein und ohne lästige Formalitäten an die afghanischen Kämpfer.

                       Kaum bieten die Bundesländer nach langer Corona-bedingter Pause allen Schülern wieder Präsenzunterricht an, verkünden die Aktivisten von Fridays for Future, den fünften Schultag in der Woche endlich wieder für ihre Demos nutzen zu wollen.
19. Juni 2021; 18:30 Uhr


23. Kalenderwoche 2021
                 Da die Gewerkschaft der Lokführer für die nächsten Tage Streiks angedroht hat, entschuldigte sich jetzt schon Die Bahn bei ihren Kunden, dass es, entgegen aller Gewohnheit, teilweise zu Verspätungen kommen kann.

                 Kanzleraspirantin A. Baerbock hat für eine Woche alle relevanten Termine gestrichen. Die folgenden fünf Tage will die Politikerin der Grünen nutzen, um an der Volksschule ihrer Wahl einen Aufbaukurs zu belegen: Der Lebenslauf – Seine Tücken und Möglichkeiten.

                 In der Bundestagsdebatte bezüglich der minderwertigen Masken gaben die Vertreter der SPD schon einmal einen recht nachhaltigen Eindruck, wie sie in ein paar Monaten als Opposition fungieren werden.

                 Damit der Kanzlerkandidat der Union endlich seinen Weg in die fetten Überschriften der Zeitungen findet, hat A. Laschet die ehemalige ‚Bild‘-Chefin T. Koch als seine Beraterin engagiert.
12. Juni 2021; 18:30 Uhr


22. Kalenderwoche 2021
                 Immer öfter ist die Polizei gezwungen, in den Großstädten Partys aufzulösen. Nicht nur, dass die feuchtfröhlichen Feiern nicht angemeldet waren, erschwerend kam bei den ausufernden Gelagen dazu, dass die Polizei nicht eingeladen war.

                 Nachdem einige Testzentren nicht durchgeführte Tests abgerechnet hatten, einigten sich die Gesundheitsminister der Länder, dass ab sofort die Betrugsfälle an die Schnelltest-Verordnung angepasst werden sollen.

                 In der Vergangenheit haben die Banken und Sparkassen ziemlich clever höhere Gebühren gegenüber ihren Kunden durchgedrückt. Der BGH hat sich dieser Praxis angenommen und entschieden, dass die Kunden ein Recht auf Entschädigung haben. Voraussetzung dabei ist, dass der Kunde seine Klage in Versform einreicht und eine Bearbeitungspauschale von hundert Prozent der zu erwartenden Summe begleicht.

                 Kaum wurde der Alt-Bundeskanzler von einem südkoreanischen Gericht für schuldig gesprochen, am Ehe-Aus seiner aktuellen Frau beteiligt gewesen zu sein, ließ G. Schröder in einer gemütlichen Runde bei Sekt und Kaviar wissen: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen!“

                 R. Kardinal Marx hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Sein Glaube an Gott, erklärte Marx, sei zu zeitintensiv, um nicht auch noch bei seinen Schäfchen für das Evangelium zu werben.
05.06.2021; 17:55 Uhr


21. Kalenderwoche 2021
                 Der Co-Vorsitzende der Grünen, R. Habeck, befürwortete, Waffen in die Ukraine zu liefern. Sein Parteifreund und heimlicher Außenminister, J. Trittin, differenzierte die Aussagen seines Chefs. Als pazifistische Partei, so Trittin, kann Habeck nur Spielzeugwaffen gemeint haben. Doch auch die seien für die Grünen ebenso tabu.

                 Um die impfmüden Bürger für einen Picks gegen Covid zu begeistern, hat der Bundesgesundheitsminister versprochen, einen Monat sämtliche Pressekonferenzen auszulassen und nicht mehr auf dem Bildschirm zu erscheinen. Dass er sein Versprechen wissentlich nicht einhalten kann, fehlten doch weiterhin ausreichend Spritzen, wies J. Spahn auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz entschieden zurück.

                 Viele Rentner in Deutschland leben von der Hand in den Mund. Um ihre Rente, die die Senioren auch noch versteuern dürfen, arbeitet ein Großteil von ihnen weiter. Nun meldete selbst der noch amtierende Bundespräsident an, mit Eintritt ins Rentenalter eine weitere Periode im Schloss Bellevue tätig sein zu wollen.
29.05.2021; 17:10 Uhr


20. Kalenderwoche 2021
                 Entgegen der als die landläufige Erwartung einigte sich die FDP bei ihrem Parteitag, nach der diesjährigen Bundestagswahl Verantwortung zu übernehmen. Es sei immer noch besser falsch zu regieren, als gar nicht zu regieren.

                 Damit bei der von ihr geplanten Promotion keine Fehler beim Zitieren unterlaufen, kündigte F. Giffey noch rasch ihren Posten als Bundesfamilienministerin.

                 Bundeswehrministerin AKK legte kurz vor der Wachablösung in Berlin ihr Reformkonzept für die Truppe vor. So soll das Vergraben gestohlener Waffen im heimischen Garten straffrei bleiben. Weiterhin wird es jedem Soldat gestattet, mit dem Panzer oder dem Hubschrauber den Jahresurlaub anzutreten. Vorausgesetzt die Gerätschaften befinden sich nicht gerade in der Werkstatt.

                 Die für das Tierwohl zuständige Bundesministerin, J. Klöckner, bestätigte nicht ohne Stolz, dass ab 2022 keine männlichen Küken mehr geschreddert werden dürfen. Die Tiere würden gleich nach ihrem Schlüpfen als schmackhaftes Beifutter an die zoologischen Gärten der Republik verteilt.
22.05.2021; 17:05 Uhr


19. Kalenderwoche 2021
                 Nach einer Reihe von Eigentoren verließen die beiden Oberkeeper das DFB-Gehäuse. Die ersten Verdächtigen meldeten sich bereits, die Kastensicherung zu übernehmen. Dass bei denen ein M. Söder fehlte, ließ indes aufhorchen.

                 Für den 12. September kündigten ARD und ZDF das erste Triell der TV-Geschichte an. Im Vorfeld der Bundestagswahl werden die aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten der FDP, der Partei Die Linke und der AFD von zwei Moderatoren befragt.

                 Tübingens Kämpfer für das offene Wort, B. Palmer, erhält von ProSieben endlich seine eigene Satireshow. Noch steht der Titel der Sendung nicht fest. Gehandelt werden momentan Namen wie: ‚Boris, der Unverstandene‘. ‚Der Bürger meistert‘. ‚Bob, der Bürgermeister‘. Oder: ‚Palmer‘s N…küsse‘.
15.05.2021; 17:15 Uhr


18. Kalenderwoche 2021
                 Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2020 beklagte Bundesinnenminister H. Seehofer eine Verrohung der Gesellschaft. Auch stellte der Politiker fest, dass Hass und Hetze den Diskurs bestimmen würden. Darin kenne er sich schließlich aus, so der Minister, schlägt er doch selbst hin und wieder verbal um sich.

                 Nachdem das Ehepaar Gates äußerst erfolgreich ihre Chips in die Schlafschafe hat einpflanzen lassen, gaben Bill und Melinda nun ihre Trennung bekannt. Für die weltweit manifestierten Datenträger würden dadurch keine Nachteile entstehen, versicherten die beiden Menschenfreunde.

                 Die Bundesregierung erklärte, dass sie spätestens bis zum Oktober entscheiden wird, ob den Bürgern in diesem Jahr ein Sommerurlaub zugestanden werden kann.

                 Kaum war die Zahl derer, die Sophie Scholl auf Instagram verfolgen, auf 450.000 angewachsen, postete die Studentin und Widerstandskämpferin, dass sie ab sofort sämtliche sozialen Kanäle kappen werde. Auch wünsche sie sich, so S. Scholl weiter, dass man die Vereinnahmung ihrer Person für tagesaktuelle Dinge unterlässt und ihr den Rest an Privatsphäre zugesteht.
08.05.2021; 17:05 Uhr


17. Kalenderwoche 2021
                 Erleichtert der allseits interessierte Bürger auf, dass weltweit die Rüstungsausgaben auch im letzten Jahr gestiegen sind. Im Krieg gegen die Pandemie werden nicht nur schwere Geschütze aufgefahren, diese kommen selbstverständlich den höchsten Ansprüchen nach. 

                 Als der Bundesverkehrsminister A. Scheuer von seinem Zweirad trompetete, dass er Deutschland zum Fahrradland machen wird, stöhnten die Verbände der straffen Wade zufrieden auf, schließlich hätte der Minister durch die Bank alle Vorhaben, die er in seiner bisherigen so erfolgreichen Amtszeit ankündigte, auch eins zu eins umgesetzt.

                 Um endlich dem Hungertuch zu entkommen, schließlich verdiente B. Osterloh als Betriebsratschef bei VW spärliche 750.000 Euro im Jahr, sattelte der ehemalige Gewerkschafter pünktlich zum Tag der Arbeit in den Vorstand von Traton. Dass Osterloh mit den 2 Millionen Euro, die er in seiner neuen Lohntüte pro Jahr finden wird, auch keine großen Sprünge machen kann, nimmt der einstige Arbeitervertreter klaglos hin.

                 Dagegen ließ sich der ehemalige Verfassungsschutzpräsident H.-G. Maaßen nicht aufgrund des schnöden Mammons zum Bundestagskandidaten der südthüringischen CDU aufstellen. Die Liebe zur Heimat sei es, so Maaßen, seinen einstweiligen Ruhestand aufzukündigen.
01.05.2021; 17:10 Uhr


16. Kalenderwoche 2021
                 Kaum hatten die Grünen bekanntgegeben, dass A. Baerbock als ihre Kandidatin für den Posten der Bundeskanzlerin antreten wird, ließ die frisch Gekürte wissen, dass sie sich auf den Eintritt in das Berufsleben freue. Nach ihrer Karriere als Leistungssportlerin und dem Politikstudium sei es an der Zeit, mit der eigenen Händearbeit zum Wohl der Bevölkerung beizutragen.

                 Nachdem Hansi Flick seinen Vertrag bei Bayern München überraschend um weitere zehn Jahre verlängerte, freute sich Vorstandsmitglied H. Salihamidzic derart über diese Zusage, dass er wiederrum seinen Kontrakt beim Verein auf Lebenszeit unterzeichnete. Ex-Spieler U. Hoeneß versprach sogar, seine Stutzen und seine Fußballschuhe aus dem Keller zu holen, um demnächst wieder aufzulaufen.

                 So richtig in Fahrt kamen die Parlamentarier, als es um die im Bundestag beschlossene Bundesnotbremse ging. Lief es den einen zu langsam ab, preschten andere voran und überholten sich selbst. Der Novelle stimmten schließlich auch die hartnäckigen Zweifler zu, wollten sie doch nicht als Bremsklötze der Nation in die Geschichte eingehen. Bis zum Schluss blieb jedoch strittig, wer die notwendige Bremsflüssigkeit nachgießt sowie die nicht zu unterschätzenden Bremsbelege kontrolliert.
24.04.2021; 17:10 Uhr


15. Kalenderwoche 2021
                 In einer Zeit, in der die Arbeitslosenrate auf null Prozent gefallen ist, in der es keinen einzigen Obdachlosen mehr in Deutschland gibt und die Wirtschaft brummt, in einer seltenen Phase, in der endlich ein Vakzin gegen sämtliche Krebsarten entwickelt wurde, nahmen sich die beiden Führer der christlichen Parteien ein paar Tage, um einen überaus angriffslustigen Hahnenkampf vor der interessierten Öffentlichkeit auszutragen. Hätte das Land in dieser Zeit auch nur ein Problem gehabt, hätten, dies versicherten die Streithähne unisono, ihr kräftezehrendes Balgen sofort eingestellt, um sich den Herausforderungen zu stellen und das Wohl der Bevölkerung zu sichern.
                 S. Wagenknecht, welche hauptberuflich als Double für Rosa Luxemburg auftritt und in ihrer Freizeit gern eigene politische Duftmarken hinterlässt, hat alle Avancen einer rechten Partei in den Wind geschlagen. In ihrem kürzlich erschienen Buch doubelte S. Wagenknecht höchst professionell einen ehemaligen Finanzsenator und gab dessen Ansichten zur Migrationsfrage wortgetreu wieder.
                 Heftig diskutiert wurde über das Vorhaben der Bundesregierung, eine nächtliche Ausgangssperre für Parlamentarier aller Fraktionen nebst ihren Lobbyisten einzuführen. Gerade bei derartigen Treffen, so ein Vertreter der Regierung, lauert die große Gefahr, dass sich die Politiker mit dem Virus der Vorteilsnahme infizieren. Selbst nach einer Genesung wären die Folgeschäden verheerend und deshalb nicht zu unterschätzen.                       

                 Das Bundesverfassungsgericht hob den Berliner Mietendeckel auf. Ob ab sofort die Mieter nach einem verrichteten Geschäft auch nicht mehr spülen sollen, ließ das Gericht zunächst offen.
17.04.2021; 17:15 Uhr


14. Kalenderwoche 2021
                 Die zwei beliebtesten Politiker der Republik, A. Laschet und J. Spahn, erkundigten sich am Ostermontag an der hart umkämpften Impffront. Während für einen Augenblick alle Spritzen schwiegen, kamen die Politiker mit einigen der mutigen Helden ins aufmunternde Gespräch.
                 Pünktlich zu den jährlich stattfindenden Ostermärschen, öffnete die Bundeswehr unter dem Motto ‚Dein Jahr für Deutschland‘ den Freiwilligen ihre Tore. Zwar dürfen die Heimatschutz-Aspiranten nicht nach Afghanistan, um dort ihr Vaterland zu verteidigen, am Schießtraining nehmen sie natürlich teil.

                 Nach ihrem Besuch beim türkischen Präsidenten R. T. Erdogan äußerte sich die EU-Kommissionspräsidentin U. von der Leyen erfreut darüber, dass sie auf dem Sofa sitzen durfte. In einem schnöden Sessel findet sich jeder ein, so Leyen bei einer danach eilig einberufenen Pressekonferenz. Aber ein ganzes Sofa für sich zu haben, das sei schon ein ganz spezieller Genuss!
10.04.2021; 17:45 Uhr


13. Kalenderwoche 2021
                 Kaum bewegte sich die Even Given ein paar Zentimeter, ging ein weithin hörbares Aufatmen durch die CDU, war doch die Partei in den letzten Tagen mächtig ins Schlingern geraten, dass man schon mutmaßte, in den Bundestagswahlkampf am besten ohne einen eigenen Kanzlerkandidaten zu gehen.
                 Der CDU-Vorsitzende legte sein Programm vor. In dem Eckpunktepapier machte A. Laschet deutlich, dass seiner Kanzlerschaft nichts im Wege stehen würde, wenn Bayern für die nächsten zwölf Monate eine strenge Ausgangssperre verhängt. Nur so könnte die Übernahme des Kanzlersessels durch die CSU entgegengesteuert werden.
                 Der sächsische Innenmister, R. Wöller, zeigte sich hocherfreut, dass Mitglieder eines Mobilen Einsatzkommandos bei privat angesetzten Übungen mit Sturmgewehren, Pistolen und Mpi‘s an die 7000 Schuss verdonnerten. Selbst nach Dienstschluss, so der Minister, probten seine Polizisten unbeirrt den Ernstfall.

                 Kurz bevor der Oberarzt der Nation, K. Lauterbach, seinen langersehnten Impftermin wahrnehmen konnte, wurde noch rasch der Impfstoff AscraZeneca für unter 60-Jährige ausgesetzt. Somit wurden Lauterbachs Besuche in allen Talk Shows rund um den Globus für absehbare Zeit gesichert.
03.04.2021; 17:55 Uhr


12. Kalenderwoche 2021
                 Nachdem ein Teil coronamüder Bundesbürger gen Mallorca geflüchtet sind, ließen sich andere für die Ostertage in der Kirche ihres Vertrauens einen Platz reservieren.
                 Der Programmdirektor des Ersten bestätigte, dass der CSU-Vorsitzende, M. Söder, ab sofort einen festen Platz vor der Tagesschau erhält. Da man ohnehin jeden Tag in den Nachrichten über die drei Pressekonferenzen, die Söder täglich abhält, berichtet, könnte man dem Parteivorsitzenden gleich Sendezeit einplanen.

                 Obschon der Unternehmer und Bayern-Weltfußballer U. Hoeneß schon vor einiger Zeit seine Haftstrafe erfolgreich absolviert hat, leistete er nun, zur Freude seiner zahlreichen Fans, beim RTL seine ersten gepflegten Sozialstunden ab.

                 Kaum hatte sich die Bundeskanzlerin A. Merkel bei den Bürgern für den noch immer fehlenden Impfstoff und den ebenso viel zu wenigen Tests entschuldigt, traten ihre ewigen Kritiker auf den Plan und verlangten, dass sich die Kanzlerin besser für die zunächst versprochene, dann schnöde einkassierte Osterruhe entschuldigen möge.
27.03.2021; 18:05 Uhr


11. Kalenderwoche 2021
                 Da das Klimaziel für 2020 in Deutschland erreicht wurde, plädierte Umweltministerin S. Schulze für einen andauernden Lockdown, um auch die Klimavorgaben der nächsten Jahre zu erreichen.
                 Nach dem ersten Wahlwochenende 2021 stellte der Kanzlerkandidat der SPD, O. Scholz, mit seiner hanseatischen Nüchternheit fest, dass das Regieren im Bund auch ohne die SPD möglich ist.

                 Nachdem der Titan der deutschen Fernsehunterhaltung, D. Bohlen, seinen Rücktritt angekündigt hatte, setzten sich alle weiteren Freunde einer lukrativen Demission wie C. Nebel, J. Löw und A. Merkel zusammen. D. Bohlen übernimmt die abendliche ZDF-Sendung von C. Nebel, während die ins Lager von DSDS wechselt. J. Löw wird Bundeskanzler und A. Merkel erfüllt sich ihren Kindheitstraum und führt die deutsche Nationalmannschaft aus der Krise.

                 Die weltumfassende Pandemie ließ das IOC lange beraten. Nun entschied das Komitee, dass die diesjährigen Sommerspiele in Tokio ohne die oft nur nervenden Sportler auskommen müssen. Somit werden die Zuschauer und Fans die friedlichsten Wettkämpfe überhaupt beiwohnen.
22.03.2021; 17:25 Uhr


10. Kalenderwoche 2021
                 Kaum hatten drei Politiker ihrer Partei und dem Bundestag schnöde den Rücken gekehrt, weil sie sich für ein paar Masken das Taschengeld auffrischten, gab Deutschlands oberster Kicker-Trainer, J. Löw, seinen Rückzug vom Rasen bekannt. Ob er ebenfalls Masken vertickt hat, wollte Löw zunächst nicht bestätigen.
                 Mittwochs und sonntags erfreut Das Erste vor der Tagesschau die Zuschauer mit den aktuellen Lottozahlen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsminister informierte Das Erste, ab sofort regelmäßig die Gewinner von Corona-Schnelltests und einer ersten Impfungen bekanntzugeben. 
                 Bei der diesjährigen Reisemesse, die online stattfand, waren vor allem die Angebote gefragt, die der Tourist virtuell unternehmen kann.

                 Bei der allgemeinen Rückzugsorgie, die in der deutschen Politik, aber auch im Sport zu verzeichnen war, setzte der ehemalige Fechter und heutige IOC-Präsident, Th. Bach, ein wohltuendes Zeichen der Beständigkeit und ließ sich ein zweites Mal wählen.
13.03.2021; 17:15 Uhr


9. Kalenderwoche 2021
                 Die SPD-Spitze legte Programm vor. Dabei benutzte Kanzelkandidat O. Scholz hanseatisch kühl eine Vokabel, die spätestens beim Weggang von A. Nahles aus dem Wortschatz der Partei gestrichen wurde: Respekt.
                 Die Bundeswehr soll ein neues Sturmgewehr erhalten. Das ist bereits seit einigen Monden spruchreif. Da die Ausschreibung zugunsten der Firma Haenel ging, wurde der Auftrag – mit einer armeetypischen Kehrtwende – an die Firma Heckler & Koch vergeben.
                 Nachdem es mit dem Vorsitz der CDU ebenso wenig klappte wie das Aufrücken als Bundeswirtschaftsministers ließ F. Merz die Welt wissen, dass er zurück in den Bundestag will. Wobei ihm mindestens der Posten des Bundestagspräsidenten vorschwebt.

                 Kaum hatte die Bundesregierung ihren Stufenplan vorgestellt, da wurde auch schon gestolpert und gestrauchelt, getaumelt und gepurzelt, gestürzt und gesprungen. So viel Bewegung war lange nicht. Trotzdem nörgelte die Opposition und polterte, dies sei lediglich das rasche Erwärmen vor der nächsten Schließung.
06.03.2021; 17:15 Uhr


8. Kalenderwoche 2021                   
                 Der Kölner Erzbischof R. M. Woelki entschuldigte sich für sein Fehlverhalten. Er wisse zwar nicht, was er falsch gemacht haben soll, als Katholik ist er sich aber, so der Bischof, seiner Urschuld bewusst.
                 Die Wehrbeauftragte E. Högl verteidigte in ihrem Jahresbericht die umstrittene Amnestie, welche das Haus Kommando Spezialkräfte (KSK) erfreute. Die Elitesoldaten konnten Munition, die sie für den Eigenbedarf abgezweigt hatten, straffrei zurückgeben. Die Kameraden des KSK hätten doch die Patronen nur an sich genommen, so Högl, um diese vor dem Verfall zu retten und sinnvoll aufzubrauchen. Sonst hätte man die Mumpeln weggeschmissen.
                 Das französische House-Duo Daft Punk gab ihre Auflösung bekannt. Die Bandmitglieder wollen endlich ihrem Lebenstraum frönen und Musik machen.

                 Die Wochenzeitschrift Die Zeit feierte ihren 75. Geburtstag. Bei dem Festakt im Hamburger Verlagsgebäude sprachen neben Alt-Bundeskanzler H. Schmidt auch Chefredakteurin M. Gräfin Dönhoff sowie der Gesellschafter G. Bucerius.
                 Bundesagrarministerin J. Klöckner stellte den Waldbericht 2021 vor. Da neben Trockenheit und Hitze vor allem der Borkenkäfer den Kiefern und Eichen zu schaffen macht, ließ die Ministerin für eine begrenzte sämtliche Baumschulen schließen. Für die älteren Buchen und Fichten gilt ab sofort eine Maskenpflicht.

                 Nach sieben Jahren Ehe reichte K. Kardashian die Scheidung von dem Rapper K. West ein. Kardashian plane eine Karriere als Model, hieß es, da würde ein vorlauter Sänger mit breitbeinigen Rüpeltexten nur stören.
27.02.2021; 17:25 Uhr


7. Kalenderwoche 2021
                 M. Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, erklärte sich bereit, ab sofort alle Urlaubsanträge der Arbeitnehmer zu prüfen. Schließlich traf sein Veto für den diesjährigen Osterurlaub auf offene Münder.
                 Bei ihrem Gipfeltreffen sicherten die Vertreter von Industrie und Gewerbe dem Bundeswirtschaftsminister P. Altmaier jede erdenkliche Hilfe bei der raschen Öffnung seines Hauses zu.

                 Um im Superwahljahr nicht weiter in der Gunst der Wähler zu steigen, polterte Grünen-Fraktionschef A. Hofreiter, dass Einfamilienhäuser platzraubend und schlecht für das Klima sind. Da die Wählerquote trotz dieser Nörgelei weiterhin überraschend stabil blieb, erklärte sich der Fraktionsvorsitzende umgehend bereit, an weiteren, besseren Einlassungen zu arbeiten.
                 Ehre, wem Ehre gebührt. Bundesverkehrsminister A. Scheuer sah sich gezwungen, darauf hinzuweisen, dass die erfolgreiche Landung des Rovers auf dem Mars allein seinem Ministerium zu verdanken ist.
20.02.2021; 17:35 Uhr


6. Kalenderwoche 2021
                 Entgegen der üblichen Verlautbarungen, die besagen, dass das menschliche Liebesleben in der Corona-Zeit erfreulicherweise an Fahrt aufgenommen hat, stockte zu Wochenbeginn – wetterbedingt – nicht nur allerorts der Verkehr. Dieser kam streckenweise sogar vollständig zum Erliegen.
                 Nach monatelangem Ringen einigte sich das Bundeskabinett auf ein schärferes Bauernschutzgesetz. Das Gesetz regelt den Einsatz von Pestiziden und weist bundesweit Schutzgebiete aus, um das Bauernsterben zu verhindern. Erwartungsgemäß meldeten die Insekten ihre Bedenken an und kritisierten die Einigung.

                 Bevor sämtliche Läden und Gaststätten nach langer Corona-Pause wieder ihre Tore öffnen, erlaubt die Bundesregierung ab ersten März einen Besuch beim Friseur. Wichtig beim Föhnen und Legen der roten Strähnchen bleibt jedoch der Mindestabstand zwischen Mutante und Zwischenwirt.

13.02.2021; 17:15 Uhr


5. Kalenderwoche 2021
                 Der Ministerpräsident von Bayern, Markus Mein-Platz-ist-in-Bayern-Kanzler Söder, fällt sonst eher durch sein kontemplatives Schweigen auf. Doch diesmal meldete sich der Politiker zu Wort. Das Kanzleramt möge den großartigen Erfolg der Impfstrategie besser zu erklären, forderte ein sichtlich aufgebrachter Söder.
                 Nach langjähriger Prüfung erklärte die sächsische AfD den Verfassungsschutz wegen seinen extremistischen Tätigkeiten zum Verdachtsfall.
                 Der aktuell amtierende Vertreter Gottes, Papst Franziskus, rief den vierten Sonntag im Juli zum Ehrentag für die älteren Leute aus. So könnte der Geistliche, der mit seinen 84 Lenzen eben auch nicht mehr zu den jungen Hüpfern zählt, mal die Beine hochlegen und sich von einem seiner Vertreter vertreten lassen.
                 Der Ethikrat sprach sich für eine stufenweise Lockerung der Schulen aus. Dagegen sollten weiterhin jene Münder geschlossen bleiben, aus denen eh nur gefährliche Aerosole kommen.
06.02.2021; 16:55 Uhr


4. Kalenderwoche 2021
                 In einer der lang andauernden Konferenzen, in denen manche Ministerpräsidenten mal eben daddeln, erinnerte sich der Kanzleramtschef H. Braun an seinen ursprünglichen Beruf. So warf Braun – als ehemaliger Anästhesist – in die Runde, auf die Schuldenbremse zu verzichten. Nur diese Option würde den Bundesbürger wieder unbesorgt schlummern lassen, so Kanzleramtschef.
                 Nachdem die Bundesregierung ein striktes Einreiseverbot für Corona-Mutanten ins Spiel brachte, schlugen mehrere Politiker einen Impfgipfel vor. Dort könnte man sich die kleinen gelben Heftchen unter die Nase reiben und den einen oder anderen Aufkleber eines noch fehlenden Vakzins tauschen.
                 Um sich besser auf die diesjährige Olympiade in Tokio vorzubereiten, ließ sich deutsche Handball-Mannschaft vorzeitig aus der WM werfen. Sollte die Olympiade aber noch einmal verschoben werden oder gar ausfallen, pochen die deutschen Handballer auf eine unbürokratische Neuauflage der WM.

                 Kaum war die Seite des Verbandes Deutscher Friseure im Netz verfügbar, auf der jeder halbwegs zugewachsene Bürger einen Termin ab dem 01. Januar 2031 reservieren kann, brach die Verbindung unter der Last der vielen Bewerber zusammen.
30.01.2021; 17:10 Uhr


3. Kalenderwoche 2021
                 Der IIHF entzog Weißrussland die Eishockey-WM. Obschon es in dem Land seit einiger Zeit mehr als ungemütlich ist, ständig würden bei Demonstrationen Menschen verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, sei nicht sicher, so der Weltverband, ob in Belarus zwischen dem 21. Mail und 06. Juni genügend Eisflächen vorzufinden seien.
                 Kaum war die Erleichterung hörbar verebbt, das der digitale CDU-Parteitag ohne Blessuren über die Bühne ging, meldete sich einer der unterlegenen Kandidaten und monierte das Ergebnis, da die Veranstaltung seitens des Establishment gehackt wurde.
                 In Niedersachsen entdeckten Waldarbeiter einen Bunker der RAF. Neben Chemikalien und einer Anleitung zum Bombenbau schlummerte in dem Depot auch ein ehemaliges Mitglieder der Organisation. Da sich der Schläfer mit einem gültigen Ausweis legitimieren konnte, ließ ihn die Polizei nach einer kurzen Befragung laufen.

                 Wenn es in Spanien funktioniert, warum sollte das nicht bei uns klappen. So ähnlich muss wohl der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen geschlussfolgert haben, als er vorschlug, die Fahrgäste in Deutschland mögen in Bussen und Bahnen der Aerosole wegen schweigen. Dass der Mann den vielsagenden Namen I. Wortmann trägt ließ an einen verfrühten Aprilscherz vermuten. Doch der Mann des Schweigens heißt wirklich so.
23.01.2021; 17:45 Uhr


2. Kalenderwoche 2021
           Ex-Audi-Chef R. Stadler stand vor Gericht und ließ die Hosen runter. Darauf meldeten sich frühere Mitarbeiter von Stadler und mit den Worten, hätte er das eher gemacht, wir hätten ihm auch unser kleines Geheimnis verraten.
           Kaum sprach sich Unions-Fraktionschef R. Brinkhaus dafür aus, Maßnahmen ‚anzuschärfen‘, die sich gegen die Pandemie richten, plädierte der bayerische Ministerpräsident M. Söder alle Pflegekräfte bezüglich einer Impfung ‚anzupflichten‘.

           Leicht verschnupft reagierte der DFB über einen Vorwurf des Verbandes der Friseure. Dieser hatte moniert, dass die akkuraten Scheitel und stilvollen Rasuren der Fußballspieler hinsichtlich der geschlossenen Friseurgeschäfte einige Fragen aufwerfen. Echte Profikicker, so der DFB, kämen bereits mit perfektem Haupthaar auf die Welt. Und die kontinuierliche Pflege durch Sonne, Wind und Regen würde das bezaubernde Erscheinungsbild unserer jungen Ballkünstler komplettieren.

           Kurz vor dem Parteitag der CDU gab F. Merz bekannt, dass er, sollte man ihn nicht zum Vorsitzenden seiner Partei wählen, bereit sei, andere Aufgaben zu übernehmen. So traue er sich durchaus den Posten des Bundeskanzlers zu, versicherte Merz.
16.01.2021; 17:25 Uhr



Die 1. Kalenderwoche 2021
     Nachdem sich am Sonntag fast alle öffentlich-rechtlichen Sender auf ein Programm geeinigt hatten, prüfen diverse Dritte, ob sie nicht gänzlich mit Filmen, Interviews und Beiträgen von und mit dem Anwalt der Nation, F. v. Schirach, umstellen.

     Bei ihrem Dreikönigstreffen sprachen sich die Delegierten der FDP dafür aus, dass ihre Partei nach der nächsten Wahl endlich wieder auf der Regierungsbank Platz nehmen soll. Damit dies nicht eintrifft, versicherte Ch. Lindner am Rande der Veranstaltung, den Vorsitz seiner Partei nicht abgeben zu wollen.

     Namhafte Gewerkschafter appellierten an die Arbeitsgeber, all jene Beschäftigten finanziell zu unterstützen, die momentan im Homeoffice arbeiten. Statt Bekleidungsgeld für ein Kostüm oder einen Blazer seien entsprechende Leistungen für einen Schlafanzug oder einen Morgenmantel erforderlich.

     Da J. Rosenthal aufgrund des Lockdowns ihrem Beruf als Deutsch- und Geschichtslehrerin in einer Bonner Realschule nur mangelhaft nachkommen kann, ließ sich die junge Frau mal eben als neue Juso-Vorsitzende wählen.

09.01.2021; 17:00 Uhr


53. Kalenderwoche 2020
           Das Börsenjahr verabschiedete sich mit einem neuen Allzeithoch. Die Analysten zuckten lediglich die Schultern. Kein Wunder, meinten die Experten, schließlich stehen zum zweiten Mal alle Räder still. Logisch, die Börsianer freuen sich schon auf eine dritte oder vierte Welle der Pandemie.
           Als nachträgliches Weihnachtsgeschenk gab es in Deutschland für die ersten Mutigen eine Spritze in den Oberarm. Nur ein paar unverbesserliche Quengler versuchten die selige Stimmung zu trüben und hielten dem Gesundheitsminister vor, zu wenig Impfdosen über das Internet bestellt zu haben.
           Kaum hatte die AOK ihre Studie über das enorme Leid der Kopfläuse veröffentlicht, haben diese Lebewesen vor allem an den Corona-bedingten Abstandsregeln der Menschen zu knabbern, meldeten sich entrüstet die Tierschützer zu Wort.
           SPD-Chef N. Walter-Borjans ließ wissen, dass eine Entscheidung über die Bewaffnung von Drohnen erst im Herbst 2021 fallen werde. Die SPD, so der Co-Vorsitzende weiter, verfüge im Moment ohnehin nicht über den Überflieger, den es für einen solchen Entschluss benötigt.
02.01.2021; 17:20 Uhr


52. Kalenderwoche 2020
           Kaum hatte A. Baerbock der Tageszeitung mit den großen Buchstaben zu Protokoll gegeben, dass sie sich das Kanzleramt zutraut, meldete sich der heimliche Aspirant auf jene Stelle, F. Merz, zu Wort. Die Äußerung der grünen Politikerin sei mit ihm nicht abgestimmt, betonte Merz gewohnt angesäuert.
           „Die Krankenhäuser“, heißt es seit Wochen landauf und landab, „geraten an ihre Grenzen“. Um der entsetzlichen Absonderung nun gegenzusteuern regte der Gesundheitsminister, J. Spahn, an, eben jene med. Einrichtungen mehr und mehr in die Innenstädte zu verlagern. So könne man auch „der Verödung der Innenstädte“ entgegenwirken.
           Nachdem Karlsruhe den Eilantrag von ARD und ZDF zum Rundfunkbeitrag abgelehnt hatte, kündigte T. Buhrow, Intendant des WDR, „gravierende Maßnahmen“ an. Künftig wird Freddy Schenk im Dortmunder Tatort ohne seinen Kollegen Max Ballauf auf Spurensuche gehen müssen. Und der Tatort aus Münster wird ohne den beliebten Prof. Dr. Dr. Boerne auskommen.
           Wie erwartet überließ Bundespräsident F.-W. Steinmeier in diesem Jahr sein Redemanuskript für die obligatorische Weihnachtsansprache seinem alten Freund Bill Gates. Dieser appellierte dann an alle Bundesbürger, Masken zu halten, Abstand zu tragen und sich alsbald gegen BioNTech impfen zu lassen.
26.12.2020; 17:15 Uhr


51. Kalenderwoche 2020
           Mit einer fünfzehnminütigen Special-Sendung verabschiedete sich J. Hofer von seinen Fans der ARD. Dass sein plötzlicher Rückzug nach erst 35 Jahren mit der Nichterhöhung der Rundfunkgebühren zusammenhängt, widersprach Mister Tagesschau nicht.
           In einer hochemotionalen Auseinandersetzung verständigten sich die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, dass sie sich den begehrten Posten teilen werden. A. Laschet als Merkel 2.0, N. Röttgen als Möchtegern-Merkel und F. Merz als Anti-Merkel.
           Deutschland reagierte erleichtert, als Forscher den überraschenden Bewegungsdrang vieler sächsischer Bürger trotz Lockdown auf mögliche Weihnachtseinkäufe zurückführten. Wissenschaftler, die solch bahnbrechenden Entdeckungen machen, gehöre unser ganzer Stolz, hieß es unisono aus der politischen Elite.
           In ihrem gemeinsamen Protestbrief erhoben der diesjährige Osterhase sowie der aktuelle Weihnachtsmann schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Durch die blöde Ausgangssperre sehen die ultimativen Freudenbringer die Gefahr, dass sich die Menschen an die eingeschränkten Möglichkeiten, Geschenken hinterherzulaufen, gewöhnen und für die nächsten Jahre Ostermann und Weihnachtshasen adieu sagen.
19.12.2020; 17:05 Uhr


50. Kalenderwoche 2020
           Endlich wurde mit K. Brinkbäumer ein Journalist der alten Bundesländer zum MDR-Programmdirektor in Leipzig berufen. Die Praxis der letzten dreißig Jahre, sämtliche Führungspositionen von Experten aus den neuen Ländern zu besetzen, hatte immer mehr Kritiker lautstark auf den Plan gerufen.
           Kaum war eine Koalition billiger zu haben, als in Sachsen-Anhalt. Für 86 Cent zurrte der dortige Ministerpräsident R. Haseloff sein Machtgefüge fester. Und weil das noch nicht als Gipfel der Trostlosigkeit reichte, teilte Chinas Außenminister mit, dass der Mount Everest ganze 86 Zentimeter höher ist als bisher angenommen.
           Der Möbelriese IKEA gab bekannt, seinen beliebten Katalog nicht mehr zu veröffentlichen. Um den hauseigenen Ansprüchen besser gerecht zu werden, soll die neue Produktwerbung ab sofort per Puzzle die Kundschaft erreichen. Ob für das Zusammensetzen der Bildchen auch ein Inbus-Schlüssel benötigt wird, blieb zunächst noch offen.
12.12.2020; 17:10 Uhr


49. Kalenderwoche 2020
           Als K. Kühnert seinen Posten als Juso-Vorsitzender aufgab, kullerten dem politischen Überflieger mit 300.000 Bahnkilometern in den Knochen vor lauter Rührung einige Tränen aufs gebügelte Hemd. Als heimlicher Kanzlerkandidat der SPD darf man ruhig etwas menscheln.
           Kaum gab die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres bekannt, regte sich Widerstand von jenen, die seit 1939 im Untergrund kämpfen. Corona-Pandemie sei eine rein politische Nebelkerze aus dem Hause Gates, so die Quer- und Längsdenker. 
           Der von der Bundesregierung ausgerufene Digitalgipfel wurde dieses Jahr ausnahmsweise digital durchgeführt. Man wollte damit ganz bewusst Neuland betreten, hieß es am Rande der richtungsweisenden Veranstaltung. Dass aber einige Gäste heute noch versuchen, sich in die Schalte einzuwählen, konnte dagegen nicht bestätigt werden.
           Da das Team der deutschen Fußballerinnen ein Spiel nach dem anderen gewinnt, meldete sich der Präsident des DFB zu Wort. In die Nationalmannschaft unter J. Löw soll endlich, so F. Keller, eine verbindliche Frauenquote eingeführt werden.
05.12.2020; 17:30 Uhr


48. Kalenderwoche 2020
           Mit dem philosophischen Schlachtruf ‚Veränderung schafft Halt‘ trommelte nicht etwa eine Anwaltskanzlei, die auf Scheidungsrecht spezialisiert ist, ihre Schäfchen zusammen sondern der Parteitag der Grünen.
           Um der Pandemie besser Herr zu werden, hat sich das Kanzleramt mit den Bundesländern auf weitere Einschränkungen verständigt: Zu Weihnachten darf jedes Kind pro Haushalt nur ein Geschenk erhalten. Jeder Vater darf pro Haushalt über die Festtage lediglich einmal betrunken sein. Und jeder Mutter, die einem Haushalt vorsteht, soll es zu Heiligabend vergönnt sein, nach dem Kartoffelsalat mit Würstchen vor lauter Stress und Streit kurzzeitig die Nerven zu verlieren. Desweiteren wird in allen Bundesländern Silvester auf den ersten und Neujahr auf den zweiten Weihnachtsfeiertag vorgezogen. Schlussendlich will man das Jahr 2021 – mit Verweis auf die mickrigen Erwartungen auf das Jahr bezogen – überspringen und das neue Jahr nach dem 31.12.2020 gleich mit dem 01.01.2022 beginnen.
           Pünktlich zu Thanksgiving amnestierte der oberste Truthahn der USA den noch amtierenden Präsidenten. Doch dieser lehnte seine vorzeitige Begnadigung als Fake News ab und blieb weiterhin im Weißen Haus.
28.11.2020; 17:25 Uhr



47. Kalenderwoche 2020
           Der IOC-Präsident Th. Bach weilte in Japan, um den dortigen Sportfunktionären mehrfach zu versichern, dass  die Olympiade in ihrem Land 2095 definitiv stattfinden wird.
           Kaum war Meck-Pomms Innenminister L. Caffier von seinem Amt zurückgetreten, brodelte die Gerüchteküche. In seiner Erklärung hatte der Politiker es als seine Privatsache deklariert, ob er nun seine Zeit mehrheitlich beim Jagen verbringen wird oder schließt er sich den Kameraden von Nordkreuz an, schließlich kam eine seiner Waffen aus dem heimattreuen Umkreis.
           Am Buß- und Bettag ging es im Bundestag heiß her, nur die Wasserwerfer, die das Gebäude bewachten, brachten schließlich etwas Abkühlung.
           Nach der herben Niederlage gegen Spanien zog Bundestrainer J. Löw die Reißleine. Er zog ein Trikot über und schlüpfte in seine Galoschen, um bei den anstehenden Spielen als Stürmer und Torwart, als Linksaußen und Verteidiger aufzulaufen.
21.11.2020; 17:10 Uhr


46. Kalenderwoche 2020
           Erstmalig hielten sich coronabedingt am 11.11. die bundesdeutschen Funkenmariechen an alle Brandschutzauflagen. In diesem Jahr entfachten die Gute-Laune-Tänzerinnen keinerlei Feuer mit ihrem gewagten 18-Grad-Ausfallschritt sowie mit ihrem schwindelerregenden Rocksaum, der am Bauchnabel endet.
           Auf der jüngsten Deutschen Islam Konferenz diskutierte man auch über Imame, die in Deutschland ihre Ausbildung erhalten. Bundesinnenminister H. Seehofer ging bei dieser Gelegenheit als gutes Beispiel voran und ließ sich eben mal zum islamischen Geistlichen schulen. Ob der Politiker durch seinen spontanen Schritt aber weiterhin zu Deutschland gehört konnte sein Sprecher nicht bestätigen.  
           Kaum kreiste die Nachricht durch die Medien, dass ein Medikament positiv auf COVID-19 getestet wurde, bestellte die EU bei Bill Gates ausreichend Dosen des langersehnten Impfstoffs.
           Die Freunde der sanften und beschaulichen Klänge, die Jungs um den verträumten Gitarristen Angus Young, brachten ein neues Album heraus. Diesmal streifte die Band ihre blumige Romantik und ihrer seichten Gefühligkeit ab und überraschte mit recht flotten und auch durchaus lauten Songs.
14.11.2020; 17:25 Uhr


45. Kalenderwoche 2020
           Die bei dem Kommando Spezialkräfte (KSK) verschwundene Munition ist zwar auch nicht durch den Zwischenbericht des Generalinspekteurs E. Zorn wieder aufgetaucht. Wohl aber gab der Kontrolleur eine schlüssige Erklärung über den Verbleib der vermissten Patronen und Handgranaten. Ähnlich einer Statistik, der man nur dann trauen sollte, wenn man selbst Hand an diese gelegt hat, ist Misstrauen geboten bei jeglicher Buchung, die man nicht eigenhändig gefälscht hat.
           Die allgemeine Verunsicherung legte sich rasch, als der amtierende Präsident D. Trump und dessen Herausforderer J. Biden in einer Pressekonferenz mitteilten, die nächsten vier Jahre das hart umkämpfte Präsidentenamt gemeinsam auszufüllen. Schließlich würde jede moderne Partei hervorragend mit einer Doppelspitze agieren und selbst der Herrgott ließe sich inzwischen von zwei Päpsten vertreten. Da könnte die Speerspitze der Demokratie, die USA, nicht nachstehen.
07.11.2020; 17:45 Uhr


44. Kalenderwoche 2020
           Kaum riet Bundesfamilienministerin F. Giffey davon ab, zu Halloween von Tür zu Tür zu gehen, um Süßes zu erbetteln, protestierten zahlreiche Freunde des Festes. Schließlich würden viele Leute das ganze Jahr auf diesen einen Abend warten, um endlich all die Schokolade freimütig zu verschenken, die nicht mal der Hund anrührte.
           Ob F. Merz es schafft, den CDU-Vorsitz zu übernehmen, steht noch in den Sternen. Klar indes scheint, dass der kühne Aufdecker und wackere Verschwörungs-theoretiker, den diesjährigen Preis zur ‚Beleidigten Leberwurst‘ der Stiftung Deutsches Sensibelchen einstecken wird.
           Der neuerliche Lockdown war gerade verkündet und die Bundesbürger fragten sich besorgt, wie sie den tristen Monat November überleben sollen, wenn das Kino, der Fußballplatz sowie die Kneipe an der Ecke geschlossen haben, da verpuffte das letzte Fünkchen Zuversicht als bekannt wurde, dass das Deutsche Fernsehballett, was sich bisher als treuer Garant für Trost und tiefe Einblicke bewährte, endgültig die Tanzschuhe an den berühmten Nagel hängen wird.
31.10.2020; 17:35 Uhr


43. Kalenderwoche 2020
           So viel Timing war selten! Hatte die Bundeskanzlerin ihre Bürger noch letzte Woche dringend gebeten, zu Hause zu bleiben, meldeten nur wenige Tage später die zuständigen Stellen, dass die Corona-App des Bundes nun auch in Italien und Irland funktioniert. Weitere Länder sollen folgen, wenn Deutschland wieder unter einer flächendeckenden Ausgangssperre ächzt.
           Nach hinlänglichem Zögern gab der Bundesinnenminister H. Seehofer nun doch sein Ja-Wort für eine geplante Studie. Die Expertise soll möglichen Rassismus und extremistisches Gedankengut innerhalb der Regierung aufspüren.
           Die Möglichkeit, sich telefonisch eine Krankschreibung zu organisieren, nutzten, so der Marburger Bund, seit Montag bereits viele Hausärzte. Anfangs hätten zwar einige der von den Medizinern angerufenen Patienten verwundert reagiert, mittlerweile gäbe es aber keinerlei Probleme mehr.
           Kaum hatte Papst Franziskus in einem Dokumentarfilm sich dahin gehend geäußert, dass Homosexuelle das Recht hätten, in einer Familie zu leben, ging ein Raunen durch die katholische Kirche. Also musste der Papst wenig später eine Erklärung über seinen historischen Tabubruch nachschieben. Er sei schließlich, so der oberste Kirchenhirte, auch mit Jesus verheiratet. 
24.10.2020; 17:35 Uhr



42. Kalenderwoche 2020
           Der Philologenverband appellierte an die Schulkinder, sich in den kommenden Wochen und Monate warm anzuziehen. Da man den Ruf von Fridays for Future im kommenden Winter aufgreifen und etwas für den Klimaschutz tun will, bleiben alle Heizkörper kalt. Deshalb sei es angebracht sich mit Mütze, Schal und einer Decke ins Klassenzimmern zu setzen.
           Dem möglichen Engpass mit Grippe-Impfstoff hielt der Gesundheitsminister J. Spahn entgegen, dass er bereits mit B. Gates telefoniert habe. Der Impfmogul hätte ihm, so Spahn, unkomplizierte Hilfe und Unterstützung zugesichert.
           Nachdem sich die 16 Ministerpräsidenten der Republik am Mittwoch nicht auf einheitliche Regeln in der Corona-Bekämpfung einigen konnten, meldete sich der Weihnachtsmann zu Wort und kündigte an, dieses Jahr das Fest aus Ärger erstmalig sausen zu lassen und zu Hause bleiben.
17.10.2020; 17:10 Uhr


41. Kalenderwoche 2020
           Arbeitsminister H. Heil forderte einen Rechtsanspruch auf Homeoffice. Die Gewerkschaftsverbände der Dachdecker und Ärzte, der Lehrer und Angestellten in der Gastronomie lobten den Minister und unterstützen seinen Vorschlag vehement.
           Kaum hatte O. Scholz, Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD, in einer im Fernsehen ausgestrahlten Runde abgestritten, vermögend zu sein, starteten sofort von Augsburg bis Zinnowitz spontane Spendenaktionen. Einem Mann, der im Monat lediglich 16.000 Euro verdient, muss dringend unter die Arme gegriffen werden.
           Viel zu lange wurden die kriminellen Clans geduldet. Seit geraumer Zeit ist das anders. Nun traf es den DFB. Dort stürmten an einem kühlen Herbstmorgen Polizisten in die Büros. Den Beamten waren massive Schieberein mit der Bandenwerbung in den Fußballstadien zu Ohren gekommen, ohne dass man die Uniformierten bei den lukrativen Geschäften denn beteiligt hätte.
           Nachdem die Demokraten dem Vize-Präsidenten M. Pence bei seinem Gespräch mit der Möchtegernvize K. Harris unerlaubterweise eine Fliege aufs Haupthaar platzierten, sagte das Team der Republikaner ein weiteres TV-Duell ihres Chefs, D. Trump, mit dem Herausforderer der Demokraten, J. Biden, ab. Schließlich hatte man sich im Vorfeld darauf verständigt, einander ins Wort zu fallen und, wenn nötig, zu beleidigen, dagegen wollte man aber jegliche Haustiere daheim lassen.
10.10.2020; 17:30 Uhr


40. Kalenderwoche 2020
           Nachdem fast die gesamte Republik als mögliches Endlager für Atommüll auserkoren wurde, regte sich in der Gemeinde Gorleben heftiger Widerstand, denn ausgerechnet das Wendland soll nicht mit dem verstrahlten Müll versorgt werden.

           Kaum hatten die Virologen erkannt, dass die Gefahr mit Covid-19 angesteckt zu werden vor allem im Freizeitbereich liegt, regierte die Bundesregierung sofort und untersagte für die nächsten Wochen neben den Feiern im privaten Bereich auch den sonst üblichen Feierabend. Im Gegensatz zum Frühjahr sollen die Bürger, so die Regierung in ihrer Erklärung, nicht zu Hause sondern auf Arbeit bleiben. Dies würde der Gesundheit aller und dem Bruttosozialprodukt zugutekommen.

           Auch wenn der Wahl zum CDU-Vorsitzenden und dem erhofften Aufstieg zum Bundeskanzler noch diverse Hürden zu nehmen sind, reiste der Ministerpräsident von NRW A. Laschet dieser Tage nach Rom und ließ sich vorsorglich vom amtierenden Papst segnen.
03.10.2020; 17:35 Uhr


39. Kalenderwoche 2020
           Bei momentan 80 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind und noch mehr Kindern, die an Hunger leiden, gab die UNO ihre sofortige Auflösung bekannt. Schließlich hätten, hieß es in einer Verlautbarung, 75 Jahre eben nicht gereicht, um so etwas wie ‚Vereinte Nationen‘ zu schaffen.

           Beim Bildungsgipfel im Kanzleramt trugen die Experten ihre Ideen für einen reibungslosen Schulbetrieb in Corona-Zeiten vor. Kontrovers und nicht abschließend wurde dabei diskutiert, ob die Schulen nicht besser gleich wieder geschlossen werden sollten, um die im Herbst und Winter drohenden Infektionszahlen abzufedern. Dagegen einigte man sich, dass nicht die Schüler, sondern die darbenden 800.000 Lehrer endlich ihre Mails per Dienstlaptop versenden können.

           Die EU-Kommission legte ihren Vorschlag für einen Migrationspakt vor. In dem Papier heißt es u.a., dass vor allem jene Länder, die die christlichen Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit hochhalten, auch in Zukunft von Flüchtlingen verschont bleiben sollen. Die Entlastung ermöglicht den Ländern wie Polen oder Ungarn genügend Beinfreiheit, um den christlichen Kanon ausreichend zu pflegen.
26.09.2020; 17:15 Uhr


38. Kalenderwoche 2020
           Multitalent Madonna erfreute ihre Fans mit der Ankündigung, einen Spielfilm über sich drehen zu wollen. Die Sängerin wird bei dem cineastischen Spektakel die Regie, die Hauptrolle sowie die Darstellung sämtlicher Ehemänner übernehmen. Ob sich Madonna auch an die Darstellung der Requisiten wagen wird, blieb zunächst offen.

           Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr Oktoberfest per Video-Schalte aus München in die Wohnzimmer gebracht. An drei Abenden saßen bundesweit die mit Bierkrügen bewaffneten Fans vor dem Fernseher und rülpsten bei den entsprechenden Szenen herzhaft auf.

           Neunundzwanzig Polizisten in NRW wurden vom Bundespräsidenten empfangen, weil sie eine Chat-Gruppe aufspürten, die seit mindestens 2015 ultrarechtes Gedankengut verbreitete. Ohne die aufmerksamen Beamten hätte diese Chat-Gruppe weitere Jahre ihr Unwesen treiben können.

           Da der Bundesverteidigungsministerin in der Vergangenheit eine Vielzahl von Initiativen glücklich von der Hand gingen und sie auch als CDU-Vorsitzende auf der ultimativen Erfolgsspur marschiert, zog nun ziemlich entspannt jene AKK ihren Vorschlag der weiblichen Dienstgrade zurück. Einzig die Duden-Redaktion hatte das Nachsehen, waren doch die ersten Nachschlagewerke gedruckt, in denen das Gender-Konzept umgesetzt war und der Leser bereits Bekanntschaft mit einer Majorin oder einer Leutnantin machen durfte.

           Gegen die ablehnende Haltung seiner Kollegen aus der Koalition und die wütenden Proteste seitens der Opposition konnte sich Bundesinnenminister H. Seehofer mühelos behaupten. Mit Hilfe seiner Nächstenliebe holte der Minister 1553 obdachlose Flüchtlinge aus Moria nach Deutschland.
19.09.2020; 17:15 Uhr


37. Kalenderwoche 2020
           Bei einem neuerlichen Autogipfel weigerten sich sämtliche Vertreter der Branche gegenüber der Bundeskanzlerin, weitere finanzielle Unterstützung vom Staat anzunehmen. Sie gehörten zwar zur Schlüsselindustrie, so die Geschäftsführer von VW, Audi und Co., doch ständig bei wirtschaftlichen Schieflagen nach Subventionen zu rufen, sei unter ihrem Niveau.

           Der Vorschlag des norwegischen Politikers Ch. Tybring-Gjedde, den amtierenden Präsidenten von Amerika mit dem Nobelpreis zu ehren, verwunderte allgemein. Eifrig einberufene Recherchen von Experten ergaben, dass D. Trump für seine Verdienste in der Friedensarbeit bis zum heutigen Tag bei der Nobelpreisverleihung tatsächlich übergangen wurde.

           Sehr zufrieden zeigte sich das Innenministerium über den erfolgten Warntag. Da vielerorts die Sirenen nicht funktionierten und flächendeckend die Warn-App wegen allgemeiner Überlastung ausfiel, mussten keine verängstigten und verunsicherten Bundesbürger in Obhut genommen und beruhigt werden.
12.09.2020; 17:30 Uhr


36. Kalenderwoche 2020
           Da die vorhandene Bannmeile den Reichstag nicht gegen ein reichlich buntes Völkchen schützte, das im Sturm ihrer Entrüstung, eine Menge Aerosole völlig ungefiltert in die Luft blies, wurde im politischen Berlin die Idee einer Mauer diskutiert, die um das Gebäude errichtet werden soll.

           Nach dem in den meisten Bundesländern der Unterricht wieder begann, wurde die Freude der Schüler durch die zuständigen Behörden massiv gedämpft. Wie es hieß, muss im Musikunterricht auf das beliebte Singen verzichtet werden.

           Systemrelevante Berufe traten in Tarifverhandlungen und forderten einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Wenig überraschend gaben sich die Arbeitgeber verschlossen und fragten: „Welche Pulle?“ 

           Als Wunderkind E. Musk erstmals seinen Sandkasten in Ostdeutschland besuchte, stellte er mit Bedauern fest, dass aus der momentanen Baustelle noch keine Autos vom Band rollen.

           Altkanzlerkohl H. Kohl erwirkte vor Gericht, dass die Tonbandprotokolle, welche er einst mit den geheimen Parteispendern führte, weitere hundert Jahre unter Verschluss bleiben.
05.09.2020; 17:35 UHr


35. Kalenderwoche 2020
           Die bundesdeutschen Karnevalisten erhoben entrüstet ihre Kappen und ihre roten Nasen, nachdem vom Gesundheitsminister J. Spahn der Vorschlag kam, den diesjährigen 11.11. aus dem Kalender zu verbannen.

           Verkehrsminister A. Scheuer sprach sich gegen eine generelle Platzreservierung in Zügen aus. Schließlich habe er, so der Politiker, trotz seiner ansehnlichen Pleiten und Pannen, seinen Stuhl als Minister bis zum Lebensende sicher.

           Auf ein geteiltes Echo fiel ein Einwurf von J. Klöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Per Erlass sollen ab 2021 alle Hunde dazu verpflichtet werden, ihren zweibeinigen Lieblingen mindestens eine Stunde Auslauf am Tag zu ermöglichen. 

           In Berlin musste die Polizei eine Demonstration von Befürwortern strengerer Corona-Regeln auflösen. Die Abstandsregeln, die die Teilnehmer bei ihrem Umzug an den Tag legten, waren derart raumgreifend, dass die maskierten Demonstranten sämtliche Straßen verstopften.
29.08.2020; 17 Uhr


34. Kalenderwoche 2020
           Nach dem immer mehr Lehrer, die zur Corona-bedingten Risikogruppe gehören, öffentlich ihre ärztlichen Atteste vernichteten, um endlich wieder Unterricht geben zu können, appellierte die Bildungsministerin A. Karliczek nicht minder medienwirksam an die Dozenten, diese mögen doch bitte auf ihre Gesundheit achten und besser daheim bleiben.

           Damit die momentan extrem guten Umfragewerte seiner Partei nicht ins Unermessliche schießen, hat der FDP-Vorsitzende sich mal eben einen Generalsekretär benannt. Dass seine Partei noch eine gewählte Generalsekretärin hatte, war Ch. Lindner, wie er danach eingestand, gar nicht geläufig.

           Vor ihrer Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden stellte sich die Kandidatin A. Merkel nun auch beim Ministerpräsidenten von NRW vor. An der Stelle versicherte Merkel, dass bis zum Bundesparteitag der CDU im Dezember keine Lockerungen möglich sind.

           Erwartungsgemäß bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass das Containern weiterhin als eine Straftat gilt. Mit dem Richterspruch wurde unmissverständlich klargestellt, dass nicht etwa der, der verwertbare Lebensmittel in die Tonne wirft, bestraft wird, sondern der, der den angedrückten Apfel oder die bräunliche Banane aus dem Müll klaubt.
22.08.2020; 17:15 Uhr

33. Kalenderwoche 2020
           Längst überfällig warf O. Scholz, SPD, endlich seinen Hut in den dicht gedrängten Kanzlerkandidatenring. Bei momentan 14 Prozent der Stimmen, die die SPD einfahren würde, wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, ein überaus logischer Schritt.

           Der von ARD und ZDF gemeinsam ins Leben gerufene Sender, der sich auf Filme mit I. Berben spezialisierte, ließ die Zuschauerherzen höher schlagen. Nun erwägen die Programmplaner, den runden Geburtstag der Diva um einige Wochen zu verlängern.

           Während die Stadtoberen bei eiskalten Getränken über die anstehenden Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten diskutierten, erschien auf dem bundesdeutschen Büchermarkt jetzt schon das ultimative Geschenk fürs Fest. Der überarbeitete neue Duden ist nicht nur umfangreicher als sonst, er enthält endlich auch Worte wie Katzenklo oder Schummelsoftware.
15.08.2020; 17:40 Uhr


32. Kalenderwoche 2020
           Überraschend kündigte K. Kühnert seinen sicheren Juso-Posten, um sich für den Bundestag wählen zu lassen. Sein Studium könne er später allemal beenden, so der sendungsbewusste Jungpolitiker.

           Kaum ein Tag, an dem sich nicht der CSU-Chef M. Söder als möglicher Kanzlerkandidat in Stellung bringt. Dass sein Platz, wie der bayerische Ministerpräsident stets beteuert, in Bayern ist, bedeutet schließlich, dass er als Bundekanzler die notwendigen Fäden auch aus München ziehen kann.

           Die Deutsche Fußball Liga legte einen Dreipunkteplan vor, damit die Profikicker alsbald wieder ans Leder dürfen. Auf dem Rasen herrscht ab sofort Alkoholverbot – für die Spieler wie für die Schiedsrichter. Während eines Spiels soll sich bewegt werden, wegen der Ansteckungsgefahr ist das Stehen dagegen tabu. Und Gästemannschaften, die ohnehin nur Ärger bringen, dürfen erst gar nicht anreisen.
08.08.2020; 17:35 Uhr


31. Kalenderwoche 2020
           Trumps neuer Botschafter in Berlin bringt alle notwendige Attribute, die ein Diplomat haben muss, mit: D. Mcgregor ist weiß, Ex-Militär, Ex-Fox-News-Kommentator und männlich.

           Auch die Sorgenfalte der Nation, L. Wieler vom RKI, begrüßte die Entscheidung, dass die Urlaubsrückkehrer gezwungen werden können, allen Daheimgeblieben was Kleines von ihrer Reise mitzubringen.

           Um das Sommerloch notdürftig zu stopfen erhält der Fußballverein Schalke 04 eine Landesbürgschaft von 40 Millionen Euro. Grund genug für Großmogul C. Tönnies, der noch immer einen Koffer im Vereinsbüro stehen hat, seinen Arbeitern schnucklige Wohnungen herzurichten.

           Ziemlich gerührt zeigte sich der Bestsellerautor und Islamexperte Th. Sarazin gegenüber seiner SPD. Obschon der ehemalige Finanzsenator kein neues Buch vorlegen konnte, bot ihm das oberste Parteigericht für einen ganzen Nachmittag eine Bühne.
01.08.2020; 17:10 Uhr


30. Kalenderwoche 2020
           Wieder einmal entpuppte sich am Wochenende die Polizei als ultimative Spaßverderber, als junge und überaus kulturbeflissene Menschen auf dem Frankfurter Opernplatz spontan das Stück „Wie es euch gefällt“ aufführen wollten.

           Entgegen der kolportierten Annahme, dass der Bundesinnenminister ein Feind von Studien sei, bewilligte H. Seehofer kurzfristig eine wissenschaftliche Untersuchung, die die Tauglichkeit aller CSU-Minister in der Regierung untersuchen soll.

           Zum Leidwesen vieler Familienväter sind in Deutschland noch immer –Corona-bedingt – sämtliche Bordelle geschlossen. Der Gesundheitsminister J. Spahn zeigte sich jetzt gesprächsbereit, eine versuchsweise Öffnung der Häuser zu probieren. Natürlich müssten, so der Politiker, alle Hygienemaßnahmen eingehalten werden: die Aktiven waschen sich fein die Hände, tragen eine Mund-und-Nase-Maske und halten mindestens 1,50 Meter Abstand voneinander.

           Unter dem entwaffnenden Motto ‚Hol dir dein Land zurück‘ machte Verteidigungsministerin AKK jungen Leuten Lust, im schmucken Waffenrock den lange vernachlässigten Heimatschutz zu pflegen.
25.07.2020; 17:10 Uhr


29. Kalenderwoche 2020
           Bei ihrer Stammbaumforschung stellte die Stuttgarter Polizei zu ihrem eigenen Erstaunen fest, dass keiner der Vor-Vor-Vorfahren dieser Radau-Jugendlichen im Schwaben-Ländle zur Welt gekommen, sondern irgendwann nach Deutschland eingewandert ist.

           Ihren Antrittsbesuch bei der Schwesterpartei CSU nutzte Bundeskanzlerin A. Merkel auf Schloss Herrenchiemsee, um für ihre erneute Amtszeit zu werben.

           Verkehrsminister A. Scheuer zeigte sich über den erfolgreichen Ausverkauf seines Bußgeldkataloges überrascht. Eine Nachauflage sei in Druck, versicherte der Minister. In der Zwischenzeit sollten sich die Autofahrer getreu an die drei Hauptregeln halten: Drängeln, rasen, überholen.    

           Aus New Hampshire kam die Nachricht, dass der atemberaubende Siegeszug des Segway Geschichte ist. Die Produktion der größten Verkehrssünde seit der Erfindung der Straße wurde eingestellt. Unbestätigt blieb dagegen die Information, ob für eine Wiederaufnahme der Herstellung viele Menschen protestierend die Innenstädte verstopfen werden.

           Kaum hatte die Bundesregierung laut darüber nachgedacht, Ausreiseverbote zu verhängen, um die Infektionszahlen in lokalen Corona-Hotspots einzudämmen, meldeten sich auch schon ehemalige DDR-Grenzsoldaten und Offiziere. Zur Sicherstellung der Stadt-Sperren seien die Reservisten, hieß es, bestens geschult und noch immer hoch motiviert. 
18.07.2020; 17:15 Uhr


28. Kalenderwoche 2020
           Damit der Rechtsextremismus endgültig flächendeckend und nicht nur vereinzelt seinen Platz in der Truppe findet, schlug die Wehrbeauftrage E. Högl vor, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen. Allein dieser Schritt würde gewährleisten, dass die Bundeswehr zum wirklichen Abbild der Gesellschaft wird.

           Nach äußerst zähen Verhandlungen einigte sich die CDU-Kommission darauf, es nun doch mit einer Männerquote zu versuchen. Spätestens 2025 sollen, so das ehrgeizige Ziel, in den Parteivorständen mindestens 50 % Männer sitzen. Dass dieser Entschluss nicht ohne Zähneknirschen der einflussreichen CDU-Frauen über die Bühne ging, erkannte man daran, dass die besagte Kommission elf Stunden tagte.

           Um der Geschädigten unnötige Laufereien bei ihrer Anzeige zu ersparen, übernahm es die hessische Polizei gleich selbst, der Linkenpolitikerin J. Wissler mehrere Mails mit Todesdrohungen zukommen zu lassen.
11.07.2020; 18 Uhr


27. Kalenderwoche 2020
           Zu Wochenbeginn ging es um die Kohle. Bundestag und Bundesrat beschlossen den finanziellen Wumms, besser bekannt als Konjunkturpaket. Wenig später hieß es etwas verwirrend, dass sich die Koalition auf den Kohleausstieg geeinigt hatte.

           Der Obermetzger der Nation Tönnies gab bekannt, alle Ämter bei Schalke aufzugeben, um mehr Zeit für seine Beratertätigkeit bei Ex-Wirtschaftsminister S. Gabriel zu haben.

           Die Befürchtung, dass der heimliche Besuch von Papst a.D. Benedikt XVI. etwas mit der geplanten Wahlrecht-Reformation in Deutschland zu tun hat, wurde vom Vatikan entkräftet.

           Vor einiger Zeit suchte A. Kramp-Karrenbauer noch hartnäckig den Weg ins Kanzleramt. Nun gab die Verteidigungsministerin bekannt, nach den läppischen 85.000 Schuss Munition sowie die 62 Kilogramm Sprengstoff zu fahnden, die dem KSK bei ihrer Elitearbeit versehentlich durch die Lappen gegangen sind.
04.07.2020; 17:10 Uhr


26. Kalenderwoche 2020
           In Stuttgart verbrachten Jugendliche die längste Nacht des Jahres feucht und fröhlich. Gehörig ins Schwitzen kamen sie aber, als die Polizei sich erdreistete, sie am bargeldlosen Shoppen zu hindern.

           Der sächsische Innenminister R. Wöller zeigte sich zutiefst enttäuscht, dass Polizisten seines Bundeslandes über Jahre untereinander gestohlene Fahrräder vertickten. Dass er nicht einmal gefragt wurde, ob er auch eines der hochwertigen Räder haben wollte, machte den Minister fassungslos.

           Die Berliner ‚tageszeitung‘ benötigte vier lange Tage, um die Öffentlichkeit davon in Kenntnis zu setzen, dass sie gegen den Bundesinnenminister keinen Strafantrag stellen wird. H. Seehofer hatte auf seiner Hompage einen Text veröffentlicht, in dem er Journalisten in die Nähe von Müllmännern und –frauen sah.

           Die Firma Wirecard bot auch diese Woche tolle Unterhaltung beim Spiel ‚Such mich‘. Waren es erst knapp 2 Milliarden Euro, die sich in Luft auflösten, verschwand nun auch noch Vorstand J. Marsalek.  
27.06.2020; 17:45 Uhr


25. Kalenderwoche 2020
           Kaum waren zu Wochenbeginn die Schlagbäume gefallen, besetzten deutsche Handtuchträger weite Landstriche Spaniens. Der Einmarsch ging problemlos, weil oft geübt über die Bühne. Hier und da standen sogar Einheimische am Straßenrand und begrüßten per Applaus ihre solventen Besetzer. Nun mobilisieren die Deutschen ihre Kräfte, um alsbald dem Osten wieder näherzukommen, später gern dem Rest der Welt. 

           Ph. Amthor, jüngster Direktor der amerikanischen IT-Firma Augustus, entschuldigte sich für ein Versäumnis. Dass er seine Nebentätigkeit als CDU-Bundestagsabgeordneter lange Zeit verheimlichte und nicht offen kommunizierte, war, so Amthor, ein Fehler.

           Kaum schalteten gleich mehrere Bundesminister die heiß ersehnte Corona-Warn-App frei, gingen prompt im Schlachtbetrieb Tönnies die Lichter aus. Vor dem liebevollen Zerlegen zu preisgünstigen Häppchen hatten sich sämtliche Schweine noch rasch die App aufs Smartphone geladen.

           Der Dax-Konzern Wirecard ist auf das bargeldlose Bezahlen spezialisiert. Da verwunderte es wenig, dass die 1,9 Milliarden Euro, die das Unternehmen auf asiatischen Konten wähnte, nicht frei verfügbar, weil nicht vorhanden sind.
20.06.2020; 17:05 Uhr


24. Kalenderwoche 2020
           Die SPD-Spitze, einst mutig angetreten, um die Große Koalition zu verlassen, ist im Moment recht erfolgreich dabei, nach der nächsten Wahl unter die magischen 5 % zu gelangen. Zunächst verprellte N. Walter-Borjans die Autolobby nebst den Gewerkschaften, als er begründete, weshalb es keine Kaufprämie für herkömmliche Verbrenner geben sollte. Dann beeilte sich S. Esken, um mit ihrer tiefgründigen Bemerkung einen draufzusetzen, die Polizei hätte, so Esken, Probleme mit dem Rassismus.

           Der Bundesinnenminister musste vom Bundesverfassungsgericht eine deftige Klatsche einstecken. H. Seehofer hatte dagegen geklagt, dass die AfD seine Politik als „staatszersetzend“ nennen darf. Der Begriff spiegle den Sachverhalt recht anschaulich wieder, so das Gericht in seiner Begründung.

           Das Auswärtige Amt hat für mehr als 160 Länder ihre Reisewarnung verlängert. Dass man Sachsen weiterhin auf jener Liste findet, begründete das Amt mit einem dort auftretenden Virus, das Gleichgewichtsstörungen hervorruft. Betroffene würden immer wieder nach rechts wegkippen.
13.06.2020; 17:10 Uhr


23. Kalenderwoche 2020
           R. Grenell, der US-Botschafter mit klaren Botschaften, trat von seinem Amt zurück. Als Trumps scharfer Hund wird Grenell in Washington bei der Bekriegung der Proteste gebraucht.

           Halles bekanntester Häftling, Stephan B., nahm seinen Freigang im Hof der Justizvollzugsanstalt wörtlich. Er kletterte über einen Zaun und erkundete anschließend angrenzende Räumlichkeiten des ‚Roten Ochsen‘. Nach seiner kleinen Exkursion willigte B. den Bitten der zuständigen Beamten ein, die ihn zurück in seine Zelle bringen wollten.

           O. Lafontaine, ehemaliger SPD-Chef und ehemaliger Ministerpräsident und ehemaliger Bundesfinanzminister, hat dem Historischen Museum Saar einen Aktenkoffer und ein paar Schuhe geschenkt. Erinnerten die schwarzen Treter an Lafontaines Vereidigung zum Ministerpräsidenten im Jahr 1985, handelte es sich bei dem Koffer in Wahrheit um den Schulranzen von Klein Oskar aus dem Jahr 1949 samt Muttiheft und intaktem Füllfederhalter. Sich von Ämtern und Funktionen zu trennen gelinge ihm weitaus besser, als von Dingen, die ihm ans Herz gewachsen sind, ließ der großzügige Spender wissen.
06.06.2020; 17:05 Uhr


22. Kalenderwoche 2020
           Der Automobilhersteller VW reihte sich in den Kreis jener Händler ein, die bundesweit gebrauchte Autos kaufen. Der Bundesgerichtshof hatte VW dazu grünes Licht gegeben, einem Rentner dessen manipuliertes Dieselauto zurückzukaufen.

           Die Ministerpräsident von Thüringen machte sich für einen kurzen Moment ziemlich locker und sprach von der Eigenverantwortung seiner Bürger. Das überraschte und löste heftige Kritik seiner Amtskollegen aus. Wie kann, lautete ein Vorwurf, ein Genosse der Linken von Eigenverantwortung sprechen? Waren die Kommunisten nicht immer für Verstaatlichung und Diktatur?

           In den letzten Wochen spülte es erstaunlich viele sogenannte Schlüsselindustrien hervor. Wieder und wieder ließ der Bundesfinanzminister seine große Kelle in den Fördertopf gleiten, um eben jene Schlüsselindustrien mit frischem Geld zu füttern. Jetzt fand ein Wirtschaftsprofessor der Uni Bielefeld heraus, dass die in dem Zusammenhang erwähnten Unternehmen selten Schlösser oder gar die dazu notwendigen Schlüssel herstellten.

           Zwischen den bekanntesten Virologen des Kontinents entbrannte sich ein heftiger Streit. Grundlage der Auseinandersetzung war eine von Ch. Drosten erstellte Studie, die zu dem Schluss kam, dass der Kollege A. Kekulé doch bitte erst mal was publizieren sollte, bevor er sich zu Wort meldet.         
30.05.2020; 17:15 Uhr


21. Kalenderwoche 2020
           Nachdem der Deutsche die Welt nicht mehr mit Panzer und Stahlhelm bereist, stattdessen mit Wohnmobil und Sommerhut auf allen Kontinenten sein Handtuch platziert, hängt jetzt der Haussegen mächtig schief. Denn noch ist es völlig offen, ob dieses Jahr jeder Bürger im Ausland urlauben kann. Aus diesem Grund haben die ersten Ministerpräsidenten all denen üppige Prämien und Gutscheine versprochen, die es notgedrungen 2020 vorziehen, den Harz, den Spreewald oder den heimischen Balkon zu erkunden. 

           Mit der Luftbereitschaft der Bundesregierung stand es in den letzten Monaten nicht zum Besten. Flüge mussten abgebrochen oder ganz verschoben werden, weil die schweren Maschinen kränkelten. Mit dem Eintritt in den Vorstand der Lufthansa sicherte sich nun der Bund für seine Minister ein paar funktionierende Flugzeuge.

           Weiter einigte sich die Große Koalition darauf, dass ab sofort auch für Windräder Abstandsregeln gelten sollen. Was für den Bundesbürger sein 1,5 Meter Abstand ist, sind es für neue Windpumpen 1000 Meter Entfernung zur nächsten Wohnbebauungen. Ob sich die Stromgewinner ebenfalls ans Tragen einer passgerechten Mund-Nasen-Maske gewöhnen müssen, wurde nicht mitgeteilt.

           Abhören unter Freunden geht gar nicht, hatte A. Merkel schon 2013 entrüstet festgestellt. Dieser Meinung hat sich nun auch das Bundesverfassungsgericht angenommen. Während man also das Abhören von Freunden zum Tabu erklärt hat, billigte man dem BND Tätigkeiten wie das Ausspähen und das Überwachen von Freunden sowie das Einschleusen von Spionen in Freundesland.
23.05.2020; 17:20 Uhr


20. Kalenderwoche 2020
           Unter dem Titel ‚Verschwörung? Nein, danke!‘ hatte Ken Jebsen keinen geringeren als X. Naidoo und A. Hildmann zu Gast. Während Naidoo sogleich in Frage stellte, ob Hildmann ein veganer Koch ist, zog der angesprochene Hildmann nach und meinte, dass man nicht alles, was Naidoo sagt, auch glauben sollte. So könne Hildmann definitiv ausschließen, dass Bill Gates ein Sänger sei.

           Unbestätigten Angaben zufolge erklärte sich der Politiker K. Lauterbach bereit, sämtliche Bundesministerien zu übernehmen, weiterhin als parteiübergreifender Welterklärer zu fungieren und täglich mindestens in einer Talk Show vertreten zu sein. Was er, so der umtriebige Gesundheitsexperte der SPD, in den verbleibenden Nachmittagsstunden machen werde, wisse er noch nicht.  

           Völlig überraschend wurden dieser Tage eklatante Mängel in großen Schlachthöfen der Republik aufgedeckt. Aus diesem Grund bekräftigte die FDP ihre Forderung, dass sich jedes Tier freiwillig, also sprichwörtlich aus eigenen Stücken für den Weg zum Metzger entscheiden sollte. Die Grünen pochten auf ihr Konzept über eine vollkommen fleischlose Gesellschaft. Die Linke ließ sich nicht lumpen und verklagte Deutschland beim Europäischen Gerichtshof für Tierrechte (EuGTR). Die AfD zog dagegen die Nachrichten in Zweifel und kündigte weitere Spaziergänge an.
16.05.2020; 17:15 Uhr


19. Kalenderwoche 2020
           In Ermangelung sportlicher Kämpfe wie Olympia oder der Eishockey-WM einigten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu Wochenbeginn auf ein spontanes Wettrennen. Als Sieger darf sich zählen, wer am schnellsten von den bundesweit geltenden Lockerungsübungen abrückt.

           Am Donnerstag erhielt die Bundeswehr eine neue Wehrbeauftragte. Obwohl E. Högl in ihrer bisherigen Laufbahn nichts mit Armee und dergleichen am Hut hatte, passe der Posten, so vorschlagberechtigte SPD, ganz gut zu der Politikerin. Schließlich konnte die jetzige Verteidigungsministerin auch keine Erfahrung mit peinlichen Panzerpannen und anderen Tieffliegern für ihr Amt vorweisen.

           Ein Raunen ging durch die Republik, als das Robert Koch-Institut ankündigte, ab sofort nicht mehr aller zwei Stunden zur Pressekonferenz zu laden. Man benötige Zeit, rechtfertigte der stellvertretende Leiter den Schritt, um die nächste Pandemie vorzubereiten.

           Vertreter namhafter Autohersteller forderten von der Bundesregierung finanzielle Unterstützung ein, ansonsten würden die Aktionäre der Konzerne wegen mangelhafter Ausschüttung der Dividenden dem Staat bald auf der Tasche liegen.
09.05.2020; 17:20 Uhr


18. Kalenderwoche 2020
           Flensburg brachte zu Wochenmitte einen neuen Katalog auf den Markt. Nein, nicht das Haus von Beta Uhse erfreute die Verkehrsteilnehmer mit bunten Bildchen von reizvoller Unterwäsche, sondern das Fahreignunsgregister verschärfte die Einhaltung der allgemeinen Rücksichtnahme. Der neue Bußgeldkatalog schreibt eine Maskenpflicht für das Auto beim innerstädtischen Verkehr vor, die Einhaltung der Abstandsregeln der Insassen im Fahrzeug sowie das gründliche Waschen des Autos nach jedem Gebrauch mittels Seifenlauge.

           Das Bundesstrafgericht stellte das Verfahrung um die Akteure des Sommermärchens 2006 wegen Verjährung ein. Dies werteten viele Fußballfreunde als ziemlich gemeines Foul. Gerade jetzt, wo jeder Ball coronabedingt ruht, hätte man gern dem juristischen Showdown daheim am Fernseher oder gar im Gerichtssaal beigewohnt.

           Unbestätigten Informationen nach hat das Robert Koch-Institut seinen Beratervertrag mit der Bundesregierung bis Ende des Jahrhunderts verlängert. Ob man im Jahr 2099 schon über den Pandemie-Berg sei, könne man heute noch nicht versprechen, so der Chef des Institutes L. H. Wieler.
02.05.2020; 17:20 Uhr


17. Kalenderwoche 2020
           Nach einer kurzzeitigen Aussetzung erlaubte man es den Hausärzten seit Wochenbeginn wieder, sich bei ihren Patienten eine Krankschreibung zu holen. Die Gefahr, dass Ärzte sich in der Stube ihres Patienten mit dem Virus anstecken, sei damit vom Tisch.

           W. Grupp, findiger Geschäftsführer von Trigema, kündigte an, nun auch Augenmasken herstellen zu wollen. Ebenso wie die von seiner Firma gefertigten Nasen-und-Mund-Masken, die man für einen Schleuderpreis verscherbeln konnte, werde man die neuen Masken für ein absolutes Schnäppchen seinen Affen, äh seinen Kunden anbieten. 

           Da durch die Ausgehbeschränkung der letzten Wochen der Genuss von alkoholischen Getränken bei den Bundesbürgern exorbitant gestiegen ist, entschied die Landesregierung von Bayern, das diesjährige Oktoberfest ohne Gäste im Netz zu übertragen. So könnten alle Freunde der Wiesn dem Herbstbesäufnis daheim vor dem Bildschirm beiwohnen und gleichzeitig die Abstandsregeln einhalten.

           Eine wahrlich tröstliche Botschaft kam zu Wochenschicht aus dem fernen Saudi-Arabien. Dort will die Justiz das Auspeitschen als Strafe nicht mehr anwenden. Stattdessen würden die Delinquenten ab sofort gleich erschossen.
25.04.2020; 17:10 Uhr


16. Kalenderwoche 2020
           Wie das Bundeskabinett auf Nachfrage bestätigte, werden zum Wochenende alle minderjährigen Flüchtlinge von den griechischen Inseln nach Deutschland geholt. Die unbegleiteten Kinder sollen sofort verteilt und zu ihren Ernteeinsätzen gefahren werden. Ob die Erdbeeren noch zu retten sind, konnte das Kabinett nicht mitteilen – der Spargel wohl doch.

           Wenige Tage nach seinem diesjährigen Einsatz meldete sich der Osterhase zu Wort. In mehreren Tageszeitungen versuchte der hoppelnde Dienstleister sein häufiges Fernbleiben zu erklären: In einigen Ländern hätte man ihm seinen Einsatz massiv erschwert. Kam er in manche Regionen ohne Passierschein gar nicht über die Grenze, lag man ihm andernorts in den Ohren, die Abstandsregeln zu wahren. Außerdem appellierte man ständig an sein Hasengewissen, sich nach jeder Tour gründlich die Pfoten zu waschen. Irgendwann hätte er entnervt aufgegeben und seinen Korb samt den Eiern in die Ecke geworfen.

           Prof. H. Weiß, Leiter des anerkannten Robert-Schwarz-Institut, kündigte im Verbund mit weiteren namhaften Kollegen an, dass der Kampf gegen die lebensgefährlichen Dickmacher in den Nahrungsmitteln endlich Wirkung zeigt. Sämtliche Bundesminister hätten dem Kollegium zugesichert, dass nach dem Hype der Virologen die Meinungshoheit uneingeschränkt an das Team der Internisten übertragen werde. Gleichzeitig sollen in allen Bundesländern die Herstellung und der Verzehr von Speisen, die mit zusätzlichem Zucker und Salz angereichert sind, strikt verboten und bei Missachtung strafrechtlich verfolgt werden.
18.04.2020; 17:05 Uhr


15. Kalenderwoche 2020
           Selbst wenn es sich in den letzten Tagen abgezeichnet hatte, die Nachricht platzte dann doch ziemlich jäh in die heimelige Vorosterstimmung bei blühender Forsythie und der leidigen Bestellung der Lammkeule. Nach dem der Vatikan mit allen Beteiligten über Wochen eingehend Rücksprache gehalten hatte, hieß es nun, dass aus gegebenem Anlass das allseits erwartete Fest der Auferstehung auf einen späteren Termin verschoben werden muss. Bereits erworbene Tickets behalten natürlich ihre Gültigkeit.

           Auch in Bayern halten im Moment alle ihre Bälle flach, doch in der Säbener Straße erhielt Profi Th. Müller einen Vertrag bis 2023. Müller, der Liebling aller Freunde des runden Leders, wird also bis in sein reifes 35. Lebensjahr, man kann auch sagen bis tief in sein Rentendasein im rot-weißen Meistertrikot spielen.

           Da man noch an der Absage der gesamten Formel 1 für 2020 feilt, ließ deren Chef, B. Ecclestone, stolz seine jüngste Vaterschaft verkünden. Er fühle keinen Unterschied, so der Liebhaber von schnellen Autos und schnittigen Kurven, ob er nun mit 89 Vater geworden ist oder mit 29 Jahren, schließlich habe er das Ganze eh durch Zufall mitbekommen. Seine Frau habe sich, so Ecclestone weiter, in den letzten Wochen immer seltsamer benommen und dicker, ja dicker sei sie auch geworden.

           Kardinal G. Pell wurde trotz einer noch außenstehenden mehrjährigen Haftstrafe auf freien Fuß gesetzt. 2019 hatte ein Gericht Pell wegen sexuellen Missbrauch von zwei Chorknaben verurteilt. Er hege keinen Groll, ließ nun der entlassene Kardinal ausrichten und trat eiligst den Weg zu seiner Wohnung an. Dort wurde er von zwei knabenhaften Jüngelchen empfangen, die sich für ihn, der den Mummenschanz doch so liebe, als Küchenfee und Gärtnergeselle verkleidet hatten.
11.04.2020; 17:12 Uhr


14. Kalenderwoche 2020
           Endlich sind die Medien dazu übergegangen, nicht nur Virologen zu Wort kommen zu lassen und Genesene nach ihrem Befinden zu befragen, nun kamen auch Überlebende der letzten großen Pestepidemie zu Wort. Die zugegeben älteren, aber ungemein rüstigen Zeugen erzählten wie sie einst mit Homeoffice, Kita-Schließung und TV-Überdruss umgingen – und überlebten.

           Nachdem die Stadt Jena ihre Bürger zum Tragen von Atemschutzmasken verdonnerte, wehrte Bundesinnenminister H. Seehofer ab. Solange noch das Vermummungsverbot gelte, so der Minister, könne er sich eine bundesweite Maskenpflicht nicht vorstellen.

           Unterdessen stellte die Verteidigungsministerin AKK sicher, dass ihre bestens ausgerüsteten Kameraden die Kasernen verlassen haben, um bei der Einhaltung der allgemein gültigen Abstandsregeln zu achten. Sollten doch Viren gesichtet werden, die in provokanten Gruppen die Frühlingssonne genießen, wird man die Erreger verwarnen oder wenn notwendig einkassieren.
0404.2020; 17:05 Uhr


13. Kalenderwoche 2020
           Um in den Krisenzeiten die Wege möglichst kurz zu halten, hat sich das Bundeskabinett nun endgültig in den Räumlichkeiten des Robert Koch-Instituts eingerichtet. Neben dem neuen Minister für Zahlen und Weissagungen L. Wieler trat auch der ebenfalls neu ernannte Minister für Analyse und Heimarbeit Ch. Drosten vor die Presse.

           Nachdem die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ihr Programm in das freiverfügbare Corona-TV bündelten, kündigte der Oberarzt der Nation, E. v. Hirschhausen, zu Ostern eine Corona-Illustrierte an. Im ersten Heft werden die Leser, versprach der bekannte Doc und Fernsehstar, Bastelanleitungen für Atemschutzmasken finden.

           Als am Mittwoch der Bundestag zusammenkam, um eine Neuverschuldung mal eben auf den Weg zu bringen, staunten einige der Parlamentarier nicht schlecht. Viele der Stühle hatte man im Vorfeld reserviert. Doch leider hielten sich die Vertreter der neuen Partei BFL (bitte freilassen) bei der Aussprache zurück, mehr noch, sie blieben der Sitzung gänzlich fern.
28.03.2020; 17:10 Uhr


Die 12. Kalenderwoche 2020
           In einigen Großstädten kam es in den Supermärkten zu diversen Rückbringaktionen. Da sich das zunächst gehortete Toilettenpapier weder als bekömmliche Beilage zu den Salzkartoffeln verwenden ließ und selbst als Spielangebot für die sich langweilenden Schulkinder unter allen Erwartungen blieb, pochten die Kunden auf die mögliche Kulanz ihrer Händler.

           Dagegen sprach sich der Bundesverband für den Einzelhandel für ein baldiges Ende der Corona-Gefahr aus. Nach einem sich über viele Jahre erstreckenden mäßigen Kaufwillen von Waren des täglichen Bedarfs verzeichneten die Supermärkte im Zuge der Krise ein derartiges Plus, welches die Häuser mittlerweile weit über die Grenze ihrer Belastbarkeit bringt.  

           Damit auch der eher unwillige Zeitungsleser bemerkt, dass im hehren Kampf gegen den Virus die Bundesregierung zu Instrumenten greift, die schon bei der letzten Banken-Krise geholfen haben, wurde nun von systemrelevanten Berufen gesprochen. Wer also im medizinischen oder pflegerischen Bereich tätig ist darf seine Kinder, die vor verschlossenen Schul- oder Kita-Toren stehen, in die Notbetreuung eben jener Schule oder Kita schicken. Im Jahre 2008/2009 galten systemrelevante Banken als die heiligen Kühe der Nation und somit besonders schützenswert.
21.03.2020; 18:00 Uhr


Die 11. Kalenderwoche 2020
                      Bereits im März musste man die Rangliste der beliebtesten weiblichen Vornamen für das Jahr aktualisieren. Waren bisher die Namen Sophie und Maria die ultimativen Dauerbrenner, hat sich inzwischen der Name Corona uneinholbar an die Spitze geschoben.

           Neben vielen Konzert- und Theaterveranstaltungen, die ohne Publikum auskommen müssen, werden bis auf weiteres auch sämtliche Bundestagsdebatten ohne die Vertreter der Parteien stattfinden. Um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden sollen die Reden vor leeren Rängen gehalten werden. Viele Parlamentarier äußersten sich daraufhin wenig beeindruckt. „Das kennen wir schon“, meinten einige, die namentlich nicht genannt werden wollten. Andere sagten: „Wenn ich rede, dann meistens vor einem Stenografen und einem Saaldiener.“

           Der für April geplante CDU-Parteitag wird dagegen ersatzlos gestrichen. Nach russischem Vorbild will man sich erst wieder 2036 treffen, um den vakanten Parteivorsitzenden-Posten zu besetzen.

           Für die Fußball-EM, die in diesem Jahr in elf europäischen Städten und einer asiatischen Stadt über den Rasen gehen soll, wurde entschieden, die Mannschaften gar nicht erst anreisen zu lassen. Für die jeweiligen Spiele genügen allein die Zuschauer. Diese können älteren Entscheidungen mittels Bildschirm entgegen fiebern.

           Die Verbraucherministerin J. Klöckner appellierte, von Hamsterkäufen abzusehen. Es sei keineswegs erwiesen, so die Ministerin, dass die putzigen Tiere in irgendeiner Art und Weise gegen das neuartige Virus helfen.
14.03.2020; 17:35 Uhr


Die 10. Kalenderwoche 2020
           Für alle Bücherfreunde, die lieber in den eigenen vier Wänden schmökern, wurde die Buchmesse, die im März in Leipzig stattfinden sollte, abgesagt.

           Damit sich die an den griechisch-türkischen Schlagbäumen ausharrenden Flüchtlinge nicht das elende Corona-Virus einfangen, begutachtete EU-Präsidentin vor Ort die luftdichte Abriegelung der Grenze. Und damit mögliche Klagen über eine mangelnde Gastfreundschaft von den Flüchtlingen gar nicht erst aufkommen, versprach U. v. d. Leyen den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen zu intensivieren.

           M. Bloomberg gab seine Bewerbung zum Ministerpräsidenten von Thüringen auf, während B. Ramelow - durch den Super-Mittwoch gestärkt - ankündigte, im November gegen den amtierenden US-Präsidenten antreten zu wollen. Ramelow habe zwar keine Mehrheit, räumten seine Strategen ein, aber als gläubiger Christ und überzeugter Linker das bessere Narrativ.
07.03.2020; 17:35 Uhr


Die 9. Kalenderwoche 2020
           In einer Grundsatzentscheidung erlaubte das Bundesverfassungsgericht, dass Patienten ihren behandelnden Ärzten beim Suizid assistieren dürfen. Die bis gerade eben bestehende Rechtsunsicherheit sehe man damit bekräftigt, hieß es.

           Der Vorstand der CDU einigte sich darauf, die tollen Tage, die am Mittwoch eigentlich zu ihrem Abschluss kommen sollten, bis auf weiteres fortzuführen. Zu herzerfrischend sei das närrische Treiben um einen neuen Parteivorsitz, als dass man dies einfach so abbrechen sollte. 

           Zahlreiche Wissenschaftler machten sich für eine Nominierung von Greta Thunberg für den Nobelpreis stark. Sollte die Aktivistin bei der nächsten Preisverleihung erneut übergangen werden, sagten die Wissenschaftler einen massiven Klimawandel zwischen ihnen und dem in Stockholm sitzenden Komitee voraus.

           Nachdem das Corona-Virus völlig überraschend die Zollschranke von China zu Europa überwunden hatte, trat der Bundesgesundheitsminister vor die Presse. Deutschland sei bestens gerüstet, diktierte der Minister den skeptischen Journalisten in deren Notizblöcke. Als die Fragen und Einwände immer kritischer wurden, bündelte der Minister seine Zuversicht in dem Ausruf: „Wir schaffen das!“
29.02.2020; 17:43 Uhr


Die 8. Kalenderwoche 2020
           Freunde von spannenden Themenabenden über die beliebtesten Freibäder der Region oder weinseligen Galas mit Schlagersternchen der frühen Steinzeit können aufatmen. Damit ARD und ZDF weiterhin ihr ungemein beliebtes und niveauvolles Programm sichern können, soll aus Sicht einer Expertenrunde der Rundfunkbeitrag nächstes Jahr deutlich erhöht werden.

           Der einst entthronte Umweltminister und gescheiterte Ministerpräsident N. Röttgen warf seinen Hut in den Ring, um den begehrten Vorsitz der CDU zu übernehmen. Als weitere aussichtsreiche Kandidaten, um mit der scheidenden Vorsitzenden AKK einen Kaffee zu trinken, werden Bernhard ‚weißer Mann‘ Vogel, Volker ‚stolper‘ Rühe und Karl-Th. ‚doktorlos‘ Guttenberg gehandelt.


           Nach dem in Hanau ein Sportschütze mehrere Menschen erschossen hatte, kündigte das Bundesinnenministerium umgehende Konsequenzen an. So sollen rascher und unbürokratischer Genehmigungen ausgestellt werden, damit sich jeder ein Schütze nennen darf, der sportlich genug und in der Lage ist, ‚Hier!‘ zu rufen. Die Ausstattung mit den dafür notwendigen Produkten der Firma Heckler & Koch wurde gleichfalls zugesichert.
22.02.2020; 17:10 Uhr


Die 7. Kalenderwoche 2020
           Das Sturmtief Sabine, welches über das Meer fegte, zwang einige Mandatsträger vorzeitig und auf halber Strecke den Anker zu werfen. J. Klinsmann kickte bei den Jungs von Hertha den Ball über Bord, Kardinal Marx blies eine weitere Amtszeit als oberster Bischof in den Wind, die Obermatrosin vom Tanker CDU ließ das Steuerrad sausen und Daimler versenkte tausende Stellen. Einzig C. Lindner, der stoppelbärtige Seebär vom liberalen Kutter, verteidigte erfolgreich seine Pfründe und blieb an Deck.

           Der Bundesrat verabschiedete zu Wochenende ein Gesetz, wonach bei ca. 30.000 Windkraftanlagen, die in Deutschland die Landschaft aufpeppen, die rötlichen Lichter verschwinden sollen. Ob diese Gesetzesinitiative deshalb erfolgreich war, weil 80 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland schlecht schlafen, blieb unerwähnt. Dennoch hoffen die Vertreter der Länder, ihren Bürgern mit der Neuerung zu einem besseren Schlaf zu verhelfen. Die Möglichkeit, dass sich nun vermehrt Ufos in die unbeleuchteten Rotoren verirren werden, hält man für überschaubar.
15.02.2020; 17:13 Uhr


Die 6. Kalenderwoche 2020
           Für den Montag hatte A. Merkel alle wichtigen Lebensmittelhändler zu sich ins Kanzleramt eingeladen, damit die Angebote in der hauseigenen Kantine und im Kanzlerkonsum in Zukunft vitaminreicher und plastikärmer werden.

           Am Dienstag legte U. v. d. Leyen, die promovierte Medizinerin ist und in ihrer knappen Freizeit die EU-Kommission leitet, ihren Green-Deal gegen den Krebs vor.

           Fast hätte man sich daran gewöhnt, dass die USA seit ein paar Jahren von einem recht speziellen Mann geführt wird, da überraschten jetzt die Demokraten auf ganzer Linie. Mit der rundum missglückten Vorwahl in Iowa für die Premiere im November 2020 zeigten die Vertreter der Demokratischen Partei, dass sie in Sachen Peinlichkeit den amtierenden Chef im Weißen Haus locker überholen können.

           Während in Thüringen Politiker der vielbeschworenen bürgerlichen Mitte einen Versuchsballon aufsteigen ließen, der mangels Zuspruch alsbald platzte, ging dem Semperobernball allmählich die Luft aus. Immer mehr Sterne des Unterhaltungshimmels kündigten an, dem Glamour nicht beiwohnen zu wollen. Grund für das Zerwürfnis war ein Orden, dem man einem hundertjährigen Gummibärchen namens Haribo aus zuckerfeindlichen Gründen vorenthielt. Stattdessen sollte die Auszeichnung an der mit Sicherheit vor Stolz geschwellten Brust eines ehemaligen Offiziers der ägyptischen Armee landen. 08.02.2020; 17:05 Uhr


Die 5. Kalenderwoche 2020
           Modeerscheinungen und Viren haben eins gemeinsam, planen kann man sie selten, nur Kapital kann man aus ihnen schlagen. So überraschte es selbst die deutschen Bekleidungshäuser, als sich zu Beginn der Woche die deutschen Verbraucher mit Atemschutzmasken in allerlei verschiedenen Farben und Größen eindeckten. Dabei musste es sich gar nicht mal um die begehrten chinesischen Produkte handeln, hieß es.

           Manch älteren Herrn zog es abends trotz Regenschauer und Orkan noch mal zu einem verwegenen Gang um den Block. Die Meteorologen hatten für Freunde der anspruchsvollen Belletristik das aktuelle Sturmtief, das durch Süddeutschland wirbelte, Lolita getauft.

           Man kann nie weich genug fallen. Der ehemalige SPD-Vorsitzende S. Gabriel soll zur Deutschen Bank wechseln. Unbestätigten Angaben zufolge hadert Gabriel noch, wen er als seinen Co-Mitarbeiter verpflichtet: Seinen legendären Stinkefinger von Salzgitter oder das von ihm in Heidenau beschworene Pack.

           Um rasch die 20.000 Komparsen zu gewinnen, die der Flughafen BER für eine Trockenübung sucht, wurden in einer ‚Nacht der Solidarität‘ all jene aufgesucht und durchgezählt, die momentan in der Hauptstadt ohne jede Flugbereitschaft noch über einem Dach über den Kopf verfügen.

02.02.2020; 14:09 Uhr


Die 4. Kalenderwoche 2020
           Kein Zufall war es, dass das Weltwirtschaftsforum in Davos und die Internationale Grüne Woche in Berlin zur gleichen Zeit stattfanden. Bei beiden Events stand das Essen im Mittelpunkt. In Davos beratschlagten die nimmer satten Haifische wie sie in den kommenden Monaten ihre Mägen noch effektiver füllen können, während in Berlin sich das von den Haifischen begehrte Futter auf zwei Beinen mit regionalen Häppchen stärkte. 

           Kaum widersprachen Wissenschaftler dem Baumversteher und Förster P. Wohlleben, der in seinen auflagenstarken Büchern von der Sozialisation und vom nicht minder ausgeprägten Glücksempfinden der Buchen und Linden sinniert, einigten sich die Bundesländer, Onlineglückspiele nach Jahren der Verteufelung zu legalisieren. Man würde sich in vielen Dingen des Lebens schon oft genug als Spaßbremse der Nation präsentieren, erklärten Vertreter der Länder den überraschenden Sinneswandel.

           Eine Berliner Schiedskommission beschloss, dass Th. Sarrazin keinen Anspruch auf einen der beiden Führungsposten der SPD hat. Die zwei Fachkräfte, die man sich mit Müh und Not Ende letzten Jahres auf den Plan hob, hieß es in der Begründung, seien fähig genug, die ehrwürdige Arbeiterpartei allein und endgültig zur Randnotiz werden zu lassen.
25.01.2020; 17:25 Uhr



Die 3. Kalenderwoche 2020
           Der seit 2013 im Kloster lebende und emeritierte Papst Benedikt XVI. lehnte zu Beginn der Woche die Offerte von Papst Franziskus ab, das Zölibat zu lockern. Für ihn käme das nicht mehr in Frage, so Benedikt XVI. Er sei doch bei den netten Ordensfrauen vom Mater Ecclesiae in festen Händen.

           Am Mittwoch würdigte der Beauftragte für die Stasi-Unterlagen R. Jahn die vor 30 Jahren erfolgte Erstürmung der Stasi-Zentrale in Berlin. Wann mit einer ebensolchen Offenlegung der westdeutschen Geheimnisberichte zu rechnen sei, konnte Jahn indes nicht sagen.

           Auch wenn Doppelspitzen in der Politik zurzeit groß angesagt sind, wurde am Donnerstag der ‚doppelten Widerspruchslösung‘ im Bundestag eindeutig widersprochen. Dagegen fand die sogenannte ‚erweiterte Zustimmungslösung‘ breite Zustimmung.

           Damit die Kraftwerksbetreiber nach dem geplanten Kohleausstieg auch weiterhin den Klimawandel herbeiführen können, sicherte ihnen die Bundesregierung Entschädigungen von einigen Milliarden Euro zu.
18.01.2020, 17:31 Uhr



Die 2. Kalenderwoche 2020
           Der CSU-Vorsitzende M. Söder erfreute am Montag mit seiner Idee, man möge doch im Berliner Regierungsviertel mit dem Klassiker ‚Mensch ärgere dich nicht‘ pausieren und einfach mal das legendäre Spiel ‚Heiteres Stühlerücken‘ ausprobieren.  

           Nachdem der amerikanische Präsident dem Iran überraschend seine Hilfe zusicherte, die Kulturgüter, die der IS aus Zeitmangel unzerstört zurück ließ, sauber und effizient von der Erdfläche zu tilgen, bedankten sich die Vertreter der islamischen Republik. Unter Freunden boten sie den Amerikanern an, diverse Hochhäuser ins Visier zu nehmen, die vor Jahren die Bruchpiloten von al-Qaida in ihrer Eile übersahen.

           Zu Wochenmitte kündigte Prinz Harry seinen Job bei Hofe. Somit ist sicher, dass der junge Mann niemals die Krone erlangen wird, selbst wenn die Queen doch einmal in dreihundert Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht.

           Am Donnerstag bestätigte RTL, dass ‚Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!‘ auch dieses Jahr in Australien gedreht wird – trotz der heftigen Buschbrände. Mehr noch, man werde das Feuer als Thema in die Wettkämpfe integrieren. So werden die Stars eine Aufgabe zu lösen haben, bei der sie mindestens ein Schälchen Feuerzangenbowle mit lebenden Maden schlucken müssen. Die Feuerwehrtorte wird dagegen mit nahrhaften Mäusezungen gereicht. Und zum Abschluss der Party soll es ein zünftiges Feuerwerk geben.
11.01.2020; 17:10 Uhr


Die 1. Kalenderwoche 2020
           Zwischen den Jahren blinzelt das neue schon kräftig, nicht allein deshalb, weil es ein Schaltjahr sein wird. Und den Sportfreunden verspricht es lange Abende. Neben der Handball-EM hat sich die Biathlon-WM angekündigt. Wen das kalt lässt, der erfreut sich an der am 12. Juni beginnenden Fußball-Europameisterschaft. Allen Klimaaktivisten zum Trotz findet die in zwölf Städten statt. Da hierbei zu rechnen ist, dass nicht nur die Zuschauer rasch den Überblick verlieren, hat man sich jetzt schon auf die Siegermannschaft geeinigt. Allein der lukrativen Fernsehvermarktung des Spektakels ist es zu verdanken, dass man von einer vorzeitigen Bekanntgabe des Siegers absieht.

           Den sportlichen Höhepunkt erreicht das Jahr 2020 mit seinen Olympischen Spielen. Vom 24. Juli bis zum 9. August messen sich in Tokio die weltbesten Jünger der Pharmaindustrie. Mit im Programm beliebte Aufreger wie das Wassersingen für Frauen am 2. August, 8 Uhr. Oder die Schwerathletik im Seitensprung und dem Wegstoßen der, nein für Männer. Dies ist am 6. August bereits ab 4 Uhr zu erleben.
04.01.2020; 17:45 Uhr



Die 52. Kalenderwoche 2019
           Eine der vielen externen Beraterfirmen hat zu Beginn der Woche die amtierende Verteidigungsministerin gebeten, nach den verschwundenen Handy-Daten ihrer Vorgängerin zu fahnden. Noch immer warte die Beraterfirma auf die Bezahlung seiner erbrachten Leistung. Die Rechnung habe man nachweislich per Handy an Frau v. d. Leyen geschickt.

           Traditionell zum ersten Weihnachtsfeiertag gab es auf allen Kanälen die Ansprache vom Bundespräsidenten F.-W. Steinmeier und im ZDF die Helene-Fischer-Show. Doch diesmal zelebrierte der Präsident eher altbackene Botschaften in überschaubaren Kehrreimen, während Frau Fischer mit ihrer jugendlichen Akrobatik und phänomenalen Textsicherheit bewies, dass sie die eigentliche Bundespräsidentin ist.

           Bisher war der Grünenvorsitzende R. Habeck eher als ausgewiesener Frauenversteher bekannt. Pünktlich zum Fest der Liebe entdeckte er sein Herz für Kinder – vorausgesetzt, die sitzen auf einer griechischen Insel fest. Sollten die Kids ohne ihre lästigen Eltern kommen, würde er sie gern in seiner Krippe beherbergen. 

           Bundesverkehrsminister A. Scheuer lehnte am Donnerstag erneut ein Tempolimit ab. Denn er würde gern mal wieder richtig durchstarten, so der Minister. Aber das Maut-Desaster bremse ihn auf Schritt und Tritt.
28.12.2019; 17:13 Uhr



Die 51. Kalenderwoche 2019

           In Ermangelung von Fachkräften in den eigenen Reihen, lud am Montag die Bundeskanzelerin Gewerkschaften und Arbeitgeber zum Gespräch, um das im März 2020 in Kraft tretende Gesetz zur Gewinnung eben jener Experten mit Leben zu erfüllen.
           Nach dem
RB Leipzig weiterhin ungeschlagen die Bundesliga anführt, protestierten führende Vertreter des deutschen Fußballverbands. Schlimm genug, hieß es, dass Ostdeutsche alle wichtigen Posten in der Wirtschaft und Politik besetzten, nun mischten sie auch noch des Deutschen liebste Liga auf.
           Am Donnerstag bestätigte der Präsident des Verfassungsschutzes, dass die Besetzung der 600 neuen Stellen schwierig sei. Nicht alle Bewerber bringen das erforderliche Niveau mit, sagte
T. Haldenwang. Dass aber nur Blindgänger unter den Anwärtern seien, verneinte der Präsident. 
           Weil er die Werte der CDU weiterhin hochhält, ist am Freitag ein Kommunalpolitiker aus
Sachsen-Anhalt aus eben jener Partei ausgetreten. Verunsichert über diesen plötzlichen Schritt beeilte sich die Fraktionsspitze in Berlin zu erklären, dass man nicht jedem, der eine Sonne auf dem Arm trägt, einen Platz in einer christlichen Partei sichern könnte.
21.12.2019; 17:21 Uhr


Die 50. Kalenderwoche 2019
           Der russische Sportverband erklärte am Montag, für die nächsten Jahre keine eigenen Athleten mehr zu internationalen Wettkämpfen zu entsenden. Der weltweite und obendrein massive Dopingmissbrauch zwinge die Funktionäre, hieß es, die Teilnahme an Olympia und all den anderen Spielen – zum Schutz der russischen Sportler – abzusagen.
           Am Mittwoch ergriff bei der Klimakonferenz in Madrid
G. Thunberg das Wort. Ihre Rede wurde, wie bei 16-ährigen üblich, als ungemein präsidial, weitsichtig und strukturiert beschrieben. Lediglich, dass sich Thunberg wiederholt mit ihren Ausführungen bei der Schwedischen Akademie bedankte, ließ aufhorchen.  
           Am Donnerstag lud die Bundeskanzlerin zum Frühstück ein. Das neue
SPD-Führungsduo nutzte die Chance, um sich bei A. Merkel vorzustellen. Ob an dieser Stelle bereits die ganz harten Brocken auf den Tisch kamen wurde nicht mitgeteilt.
           Am Freitag sprachen sich viele Politiker für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident
F.-W. Steinmeier aus, denn der Mann hätte sein Amt vom ersten Tag mit einer unglaublichen Jugendlichkeit und Frische, Dynamik und Spontanität ausgefüllt. Das Land profitiere, hieß es, von Steinmeiers unverbrauchter Herangehensweise und lebendiger Ausstrahlung.
14.12.2019; 17:39 Uhr


Die 49. Kalenderwoche 2019
           Die neue Pisa-Studie offenbarte, dass Deutschlands Schüler das Mittelfeld belegen. Das ist doch prima, sagte die Bildungsministerin am Montag bei einer Konferenz. Streber seien und bleiben unbeliebt, so A. Karliczek. Und versetzungsgefährdete Schüler würde man meiden. Deshalb sei die Mitte genau richtig.

           Bei einem Treffen zu Wochenanfang stellte sich A. Merkel, wie es hieß, vor die Bauern. Ob der Bundeskanzlerin diese Haltung wichtig war, um das Gespräch auf Augenhöhe zu führen oder den Gast per Hongi bzw. mit einem Nasenkuss zu begrüßen, wurde nicht mitgeteilt.  

           Am Dienstag kündigte der MDR seine Zusammenarbeit mit U. Steimle. Lange hatte der Sender an dem Kabarettisten festgehalten, weil dieser mit seinen Sendungen vortrefflich das AfD-Klientel anlockte. Inzwischen verfügt der Sender genügend rechte Zuschauer, deshalb könne man auf den ehemaligen Polizeiruf-110-Schauspieler getrost verzichten.   

           Am Mittwoch verlangten Verbraucherschützer, Katzen zu kasernieren und ihnen den Status als Freigänger zu streichen. Zu oft hätten die Vierbeiner ihren Gang durch Nachbars Garten genutzt, um von den dort residierenden Vögeln zu naschen.

           Dass sich die SPD oft genug selbst ein Bein stellt, ist allgemein bekannt. Doch nun stöhnten sogar ihre schärfsten Kritiker. Denn um bei den Genossen in Zukunft einen Führungswechsel zu organisieren, wird es – aufgrund der am Freitag bestätigten Doppelspitze – notwendig sein, an acht Stuhlbeinen zu sägen.
07.12.2019; 17:15 Uhr


Die 48. Kalenderwoche 2019
    
           Nachdem die frisch gewählte Präsidentin der Europäischen Kommission vor dem Plenum ihre enorme Sprachenvielfalt unter Beweis stellte, wurde sie gefragt, in welcher Sprache sie träumt. Die Antwort fiel wenig überraschend aus. Sie träume, so
U. v. d. Leyen, europäisch.

           Um für Gespräche mit den
Lobbyisten mehr Zeit zu haben, wurden die Bundestagsdebatten drastisch gekürzt. Die Abend- und vor allem Nachtstunden sollen zukünftig dem professionellen Aushandeln von Gesetzentwürfen mit Vertretern der betroffenen Konzerne dienen.

           Fußballlegende
J. Klinsmann legte als neuer Trainer von Hertha BFC einen flotten Stollen auf den Rasen. Klinsmann will, dass die Alte Dame endlich an die alten Erfolge von 1930 oder 1931 anknüpft, als die Mannschaft Deutscher Meister wurde.                 

           Kurz bevor die ersten Schneeflocken die Straßen blockieren, fuhren zig Bauern mit ihren Traktoren quer durch die Republik, um der Regierung klar zu verdeutlichen, dass die 5 Milliarden Subvention, die jährlich in die bäuerlichen Taschen fließen, die mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit auf dem Feld oder im Stall nicht wettmacht. Da zur gleichen Zeit der Haushalt für 2020 im Bundestag geschnürt wurde, prüfte Finanzminister
O. Scholz die Forderung und winkte ab. Wertschätzung sei im Haushalt nicht vorgesehen, ließ der Minister verlautbaren. Selbst wenn, schob ein Sekretär nach, würde die Wertschätzung die Schwarze Null in Gefahr bringen.

          Um der stressigen Pirsch am Vormittag des Weihnachtsabends aus dem Weg zu gehen, schickte ein beruflich stark eingebundener Familienvater zwei Experten los, um goldenes Geschmeide für die liebe Ehefrau zu organisieren. Da aber gegen 5 Uhr am Morgen alle einschlägigen Geschäfte überraschenderweise noch geschlossen hatten, waren die Herren gezwungen, im
Grünen Gewölbe
vorbeizuschauen. Es dauerte keine fünf Minuten und man wurde fündig.
30.11.2019; 17:21 Uhr


Die 47. Kalenderwoche 2019
           Auf dem CDU-Parteitag wurde auch darüber gesprochen, weshalb für viele Wähler die alten Volksparteien weiter nichts als sterbende Dinos sind. Reiner Zufall sei es allerdings, erklärte ein Sprecher, dass man den Parteitag ausgerechnet zwischen Volkstrauertag und Totensonntag terminierte.

           Nach dem Beschluss der Bundesregierung, die
Funklöcher auf dem Land rasch zu stopfen, warf ihr die Opposition eine alte Masche vor. Funkmasten sollen auf Staatskosten in jeden Sandkasten errichtet werden, während für Windkrafträder der freien Wirtschaft eine Bannmeile gilt.

           Im Rahmen der Afrika-Konferenz warb Bundeskanzlerin
A. Merkel die deutschen Unternehmer zu mehr Investitionen für die Länder zwischen Algerien und der Republik Südafrika. Viele der anwesenden Firmenchefs winkten ab. Sie sind noch nicht soweit, meinten diese, Geld in andere Planeten zu pumpen.

           Das
Umweltbundesamt wies darauf hin, dass der deutsche Bürger so viel Müll produziert wie noch nie. Dabei, so das Amt selbstkritisch, hätte man noch gar nicht den eigenen Bericht mit eingerechnet, der sicher in Bälde veraltet ist und in den Abfall landet.    

           Kaum beschrieb der französische Präsident
E. Macron die NATO als hirntot, bewies der Chef der Allianz, dass man noch lange nicht auf den Mund gefallen ist. J. Stoltenberg versprach, den Weltraum als neues Einsatzgebiet.
23.11.2019; 17:24 Uhr


Die 46. Kalenderwoche 2019
           Die Türkei kündigte an, urlaubsreife IS-Kämpfer zur Erholung nach Deutschland zu schicken. Innenminister H. Seehofer sicherte daraufhin allen uniformierten Frauen und Männern eine umfassende Betreuung zu.

           Um ein Signal der Macht an ihre zahlreichen Kritiker zu senden, ließ die CDU-Vorsitzende
AKK
400 Soldaten vor dem Berliner Reichstag aufmarschieren. Die jungen Vertreter der Bundeswehr schwuren der Möchtegernkanzlerin ergebenen Gehorsam und unbedingte Gefolgschaft.

           Das Land Brandenburg plant eine große Fertigungsstätte für E-Autos auf die Wiese zu setzen.
Tesla-Chef Elon Musk erklärte sich nach Zusicherung eines kleinen Entgeltes bereit, der Fabrik seinen Namen zu leihen.

           Bei der Wahl einer neuen Co-Fraktionsvorsitzenden gingen die
Delegierten der Partei
Die Linke auf Nummer sicher. Die neue Vorsitzende, Frau A. M. Ali, wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Die vormalige Vorsitzende hatte ihren Posten aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Ihren zahlreichen Fans versicherte Frau S. Wagenknecht, dass sie trotz Krankheit auch weiterhin in jeder zweiten Talk-Show Platz nehmen und Aktionen wie Aufstehen anschieben wird.         

           Der Bundestag beschloss, zukünftig auf den
Solidarbeitrag verzichten zu wollen. Und in München trat U. Hoeneß von seinen Ämtern zurück. Die beiden Meldungen eint lediglich, dass weder die Streichung des Beitrags noch der Rücktritt halbe Sachen sind. Gutverdiende werden weiterhin ihre Solidarität beweisen können und der ehemalige Präsident und Manager wird, wenn es der Ball verlangt, (s)ein Machtwort sprechen.
16.11.2019; 17:40 Uhr



Die 45. Kalenderwoche 2019

           Zum Jahrestag des Mauerfalls bot Adidas in ausgewählten Geschäften robuste Wendejacken in allen Größen an und H&M warf eine hochpreisige Grenzer-Kollektion mit original Einschusslöcher auf dem Markt.

           Da sich die GroKo noch nicht auf die
Grundrente einigen konnte, versprach man stattdessen auf einem Auto-Gipfel die Kaufprämien für E-Autos zu erhöhen. So sei sichergestellt, hieß es, dass die Senioren ein Dach über den Kopf haben, sollten sie von ihrer Rente die Wohnungsmiete nicht mehr bezahlen können.

           Nachdem Karlsruhe ein Veto für Sanktionen von mehr als 60% bei
Hartz-IV-Empfängern beschlossen hatte, prüft das Gericht nun einen anderen Antrag. Inwieweit können gewählte Politiker, die gegen ihre Mitwirkungspflicht verstoßen, sanktioniert werden? Und ist eine Kürzung von 60% oder gar 100% der Diäten gerechtfertigt oder kollidiert der Schnitt mit dem Grundgesetz?

           Was der Politik vor einigen Wochen nur eben halbherzig gelang, meisterten die Flugbegleiter der
Lufthansa
beispielhaft an zwei Tagen. Um ein markantes Zeichen für den Umwelt- sowie Klimaschutz zu setzen, verhinderten die Gewerkschafter mittels Streik stattliche 1300 Flüge.
09.11.2019; 17:35 Uhr


Die 44. Kalenderwoche 2019
          
 Weil der Kalauer doch zu billig ist, werden wir den Zusammenhang zwischen dem Schwächeln der deutschen Wirtschaft und dem Sturz des deutschen Wirtschaftsministers P. Altmaier beim Digitalgipfel, in dieser Rubrik nicht besonders hervorheben.

           Nach dem Wahldebakel in Thüringen haben die sogenannten etablierten Parteien beschlossen, sich gänzlich aus Ostdeutschland zurückzuziehen. Weder die SPD noch die CDU werden zu den nächsten Wahlen zwischen Kap Arkona und Zittau nochmals mit eigenen Kandidaten antreten. Geprüft wird ebenso, ob nicht der Westen generell den Osten wieder zurückgibt. Denn so habe man sich, hieß es in einer internen Verlautbarung, die Entwicklung bei den Landsleuten im Osten nicht vorgestellt.

           Über einen Monat kämpften ganz harte Jungs bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft in Japan um den Titel. Die bei dem Sport üblichen Raufereien und Rangeleien nahmen sich einige Spieler diverser Fußballmannschaften zum Vorbild, um in tumultartigen Szenen das runde Leder zu ergattern und dem Schiri per gezielten Faustschlag die Meinung für das Zeigen von farbigen Karten zu geigen.
02.11.2019; 17:25 Uhr



Die 43. Kalenderwoche 2019      
         
  Um sich für den im November terminierten CDU-Parteitag ausreichend Beinfreiheit zu verschaffen, erbat sich die Parteivorsitzende AKK jetzt schon mal eine komfortable Sicherheitszone. Diese sollte, wenn möglich, von deutschen Soldaten bewacht werden und bis ins nordsyrische Land reichen.

          
Kaum war die Ernte pünktlich eingefahren, tourten auch schon die die Bauern mit ihren schweren Maschinen durch die deutschen Städte. Auf diese eher ungewöhnliche Art wollten sich die Landwirte bei den Politikern für deren tatkräftige Unterstützung bedanken. Der wachsende Papierkram, den jeder Bauer gemäß sämtlicher EU-Richtlinien und dem Handbuch zum perfekten Subventionsbetrug zu bewältigen hat, hielt auch dieses Jahr zuverlässig von der eigentlichen Arbeit auf Hof und Feld ab.         

           Da sich auch diese Woche die Rückrufe und Produktwarnungen häuften, einigte sich die Große Koalition, ihre Arbeit Anfang November auf den Prüfstand zu stellen. Wenn z.B. das Verbraucherschutzministerium NRW vor Koffein-Pulver warnte, eine namhafte Molkerei ihren Sahnejoghurts wegen Schimmelkeimen zurück rief, ein Unternehmen vor dem Verzehr der hauseigenen klaren Suppe abriet, es sei denn, man würde Glassplitter vertragen, so will die GroKo nicht mit eigenen Rückrufaktionen oder Produktwarnungen geizen.

           Seit seiner Gründung vor siebzig Jahren verlor der DGB die Hälfte seiner Mitglieder. Aus diesem Grund begrüßte man bei der Feier zum 70. Geburtstag den Vorschlag des Vorsitzenden R. Hoffmann, die kommenden Geburtstage zu ignorieren. Schließlich habe man im Jahr 2089 nicht vor, die Auflösung der Gewerkschaft zu feiern.

26.10.2019; 17:23 Uhr



Die 42. Kalenderwoche 2019

           Die Shell-Jugendstudie 2019 kam zu einem erschreckenden Ergebnis. Die Zielgruppe der jungen Menschen ist gegenüber plumpen Vorurteilen, sexistischen oder/und rassistischen Ausgrenzungen und Verschwörungstheorien anfällig – also dem ganzen Bündel, was professionelle Werbung ausmacht.

           Die EU beschloss, dass nächstes Jahr die Fischer 65% weniger Heringe und 60% weniger Dorsche angeln dürfen. Der Deutsche Fischerverband klagte, dass die EU lediglich die Erholung der Fischbestände im Sinn hat, nicht aber die Existenz der vielen fleißigen Fischer, denen jetzt schon das Wasser bis zum Hals steht. Wenn sich der Hering und der Dorsch eines Tages wieder erholt haben, sieht der Verband die Spezies der Fischer für immer bedroht. Aus diesem Grund forderte man zum Schutz der Fischer eine Quote, an die sich die Fische halten sollten.

           Nachdem immer mehr Nachspiele den regulären Fußballspielen folgen, da sich Freunde des runden Leders laut und gut hörbar im Stadion zum Affen machten sowie per Handzeichen einen Massenmörder ehrten, salutierten türkische Spieler nach jedem geglückten Tor mit militärischer Pose. Da die Uefa von jeher ziemlich dünnhäutig ist und politische Bekenntnisse auf dem Rasen strikt ablehnt, schließlich torpediere sie den Erfolg von Product Placement, gilt bis auf weiteres jeder Treffer, den die türkische Mannschaft erzielt, als Minuspunkt.
19.10.2019; 17:10 Uhr



Die 41. Kalenderwoche 2019

           Bei teilweise einstelligen Temperaturen verbrachten einige Menschen ihre Zeit sitzend auf dem Berliner Potsdamer Platz. Zunächst versuchte die Polizei die Menschen zu überreden, sich doch bitte in ihren bereitgestellten Autos aufzuwärmen. Als die meisten aber die Einladungen ausschlugen und partout sitzen blieben, griffen die Uniformierte die frierende Meute beherzt unter und trug sie zu Tee oder Kaffee.

           Während die SPD noch dabei ist, sich eine neue Doppelspitze zu suchen und Frau AKK für ihre CDU eine Doppelspitze ausschloss, schließlich habe sie schon einen Doppelnamen, präsentierte das schwedische Nobelpreiskomitee mit P. Handke und O. Tokarczuk ein Dreamteam der ausgezeichneten Feder.

           B. Schweinsteiger, zuletzt bei der Feuerwehrmannschaft Chicago Fire als Mittelfeldabräumer angestellt, gab bekannt, dass er seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wird. Zu seinen Plänen äußerte sich der mehrfache Nationalspieler nicht konkret. Vielleicht wird er Trainer oder Schiedsrichter, sagte er. Auf alle Fälle wolle er nichts mehr mit Sport machen.
12.10.2019; 17:15 Uhr


Die 40. Kalenderwoche 2019
           In der Braunschweiger Stadthalle begann die Musterfeststellungsklage, die der VW Konzern gegenüber einem Teil seiner Kunden einreichte. Der Wolfsburger Autobauer will damit Strafen gegenüber 469.000 Kunden erwirken. Diese hatten in den letzten Jahren Hirngespinste in die Welt gesetzt, dass die Autos mit Sonnenblumenöl statt mit Diesel gefahren sind.

           Damit man nicht den Tag der Deutschen Einheit verpasst, eröffnete der Ministerpräsident D. Günther das Bürgerfest in Kiel mit einem zünftigen Wettstreit zweier Ruderboote. Wenn es dabei auch Abgehängte gab, wurden Untergegangene keine beklagt.

           Dass der Verzehr von Fleisch nicht gesund ist, trompeten seit Jahren Tierschützer und andere Pflanzenliebhaber. Nach dem Genuss von schweinischen Artikeln starben jetzt zwei Menschen. Der hessische Hersteller der mit Keimen angereicherten Lebensmittel gab sich rasch als beleidigte Leberwurst: er schloss die Pforten.

           Bei der Leichtathletik-WM in Doha filmten Kameras den Start der Sprinterinnen. Dass die Kamera direkt im Startblock montiert war, gefiel einigen Läuferinnen nicht. „Da können wir uns den ganzen Kram wie Friseurtermine, stundenlange Maniküre und teure Schminke sparen“, schimpften die und setzten stets unmittelbar beim Start einen derart feuchtfröhlichen Kracher ab, dass die Kameralinse benommen anlief.
05.10.2019; 17:14 Uhr


Die 39. Kalenderwoche 2019

           Nachdem Plácido Domingo zu seiner großen Überraschung kürzlich erfuhr, dass es nicht zum guten Stil gehört, jeder zweiten Frau ein Bussl auf die feuchten Lippen zu drücken und der einen wie der anderen Sängerin hinter dem Vorhang an die Wäsche zu gehen, kündigte der Heldentenor durchaus gekränkt seinen langjährigen Job an der New Yorker Metropolitan Opera.

           Wie in jedem guten Familienunternehmen hat der ewige Verdi-Patriarch Frank Bsirske seit siebzehn Jahren seinen Vize aufgebaut. Nun wurde der andere Frank, F. Werneke, vom Aufsichtsrat der Firma mit sozialistischen 92,7 % Ja-Stimmen zum nächsten Oberhaupt gewählt.

           Getagt haben auch der DFB und die deutschen Bischöfe. Mit der Hoffnung auf den einen schmeichelnden Absacker nach einem verkorksten Spiel wurde mit F. Keller ein Winzer zum neuen Präsidenten der deutschen Kicker ernannt. Die katholischen Würdenträger unter Kardinal R. Marx probten dagegen für historische Augenblicke den ultimativen Aufstand. Sie ließen sich mit den protestierenden Frauen vor der Tür ablichten.

           Um allen Nörglern und Skeptikern zu beweisen, dass Grüne auch verlieren können, warf C. Özdemir unlängst seinen Hut in den Ring. Mit einer Kollegin im Bunde wollte er das Fraktionsduo Göring-Eckardt/Hofreiter abzulösen. Wie von dem gelernten Erzieher weise lanciert, verloren er und seine Kollegin die Wahl gegen die amtierende Fraktionsspitze. Auf diesem Weg wird die Ökopartei bei den nächsten Wahlen auf dem Lande oder im Bunde mit Sicherheit ein paar Troststimmen einfahren.
28.09.2019, 17:09 Uhr  


Die 38. Kalenderwoche 2019

           J. Löw, Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, kündigte an, den Streit der beiden Torwarte, M. Neuer und M.-A. ter Stegen, zu klären. Löw plant die beiden Alpha-Jungs zukünftig als Doppelspitze einzusetzen.

           Beim Platzen der Großen Koalition würde auch Arbeitsminister H. Heil seinen Posten verlieren. Aus diesem Grund absolvierte der Minister vorsorglich ein eintägiges Praktikum bei einem Paketdienst seiner Wahl. In der Frühstückspause versicherte der Geschäftsführer der Firma dem ins Schwitzen geratenen Minister, dass der Paketdienst einen vorbildlichen Stundenlohn von 2,75 Euro zahlt sowie zum zwanzigsten Dienstjubiläum jeden Kollegen die Kosten für ein paar neue Schuhe anteilmäßig übernimmt.

           Wie zu erwarten war, entfachte die Bundesregierung mit ihrem Klimapaket statt Lob und Zustimmung eher dicke Luft. Nach neunzehn Stunden intensiver Verhandlung hatte sich die GroKo auf erste Eckpunkte geeinigt. Da war der Bundesrat, der gleichzeitig tagte, effizienter. Kinder und Schwangere sollen zukünftig in Autos vor rauchenden Fahrern geschützt werden. Entweder qualmen alle an Bord – oder niemand. Und während man die Senkung der Tamponsteuer beschloss, wird das sehr beliebte Upskriting, das Fotografieren unter dem Rock teurer.

           J. Spahn, der Noch-Gesundheitsminister und Möchtegern-Kanzler, sprach Klartext: Die Krankenkassen sollen homöopathische Medikamente weiterhin bezahlen. Zwar sei Homöopathie „Hokuspokus“ und manchmal sogar kontraproduktiv, wollte man aber der Homöopathie den Hahn zudrehen, so der Minister, müsste man die Finanzierung der meisten Ministerien ebenfalls einfrieren.
21.09.2019; 17:07 Uhr



Die 37. Kalenderwoche 2019

           Radfahrer und Fußgänger trafen sich in Frankfurt a. Main zur IAA, dem „Mobilitätsevent des Jahres“. Hier ließen sich die überzeugten Naturfreunde und Technikskeptiker die neuesten Schützenpanzerwagen vorführen, gegen die sie in absehbarer Zeit auf den Straßen der Republik zu kämpfen haben werden.

           In Berlin wurde über den Haushaltsetat gestritten. Die mit dem Geld betrauten Bewohner der Wohngemeinschaft stellten den anderen Mitbewohnern die finanziellen Schwerpunkte für das nächste Jahr vor. Dass man daneben auch öfter mal die Fenster aufmachen will, um für ein besseres Klima in der Bude zu sorgen, reichte für die bekennende Veganerin Vera überhaupt nicht aus, während der ewig unzufriedene Hasso für die Vorschläge nur Kopfschütteln und Häme übrig hatte. 

           Was es heißt, massiven Unterrichtsausfall aufgrund des Lehrermangels wegzustecken, bewies bisher die Kultuskonferenz. Diese war stets von rund 15.300 neuen Lehrern ausgegangen, die in den nächsten Jahren den Mangel an Deutsch- und Mathedozenten beheben könnten. Die Bertelsmann Stiftung korrigierte jetzt den Rechenfehler: mindestens 26.300 zusätzliche Lehrer werden bis 2025 benötigt.

           Die EU-Kommissionschefin stellte ihre Kommissare vor. Der Grieche M. Schinas soll die Migrationspolitik der Europäischen Union bedienen. Nur auf den ersten Blick verwunderte der Name seiner Abteilung: ‚European Way of Life‘.
14.09.2019; 17:14 Uhr


Die 36. Kalenderwoche 2019

           Nach dem sich sämtliche Parteien nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg unisono zum Sieger erklärten, versprachen ebenso alle:
dass es mit ihnen kein „Weiter-so“ geben wird / dass sie verstanden haben / dass sie ab jetzt liefern und den Wählerwillen respektieren werden / dass sie die Ergebnisse genau analysieren und weniger mit sich beschäftigen wollen / dass sie also weitermachen werden wie bisher.

           Die Kandidaten, die sich um den Parteivorsitz der SPD bewerben, präsentierten sich bei der ersten Regionalkonferenz in Saarbrücken. Beim Speed-Dating ging es derart heiß her, dass sich viele über die schlechte Luft im völlig überfüllten Saal beklagten. Die Älteren unter ihnen erinnerten sich an die mahnenden Worte eines früheren Vorsitzenden, der seinen Genossen empfahl, auch mal dort hinzugehen, wo es stinkt.

           Wurden den Grünen stets nachgesagt, sofort schwarz zu werden, kämen sie einmal an die Macht, mutierte die CDU auch in dieser Woche mehr und mehr zu einer überzeugten Umweltpartei, die Verzicht und Einhalt predigt und von Verboten und Einschränkungen spricht. Selbst vor dem magischen Wörtchen Steuern zeigt die grünste aller grünen Parteien, die CDU auffallend wenig Scheu.

           Die Recken der deutschen Basketballmannschaft kamen wie erwartet bei der WM in China ganz schön ins Stolpern. Gegen das Spitzenteam der Dominikanischen Republik hatten die Athleten um Dennis Schröder keine Chance.
07.09.2019; 17:39 Uhr


Die 35. Kalenderwoche 2019

           „Wer in den Wäldern unterwegs ist, sieht Dramatisches“, sagte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft J. Klöckner und ließ sich bei ihrem Gang durchs arg geschädigte Gehölz nachhaltig fotografieren.

           Nachdem ihm sein Freund Ph. Amthor überraschend einen Korb gegeben hat, verkündete der Juso-Vorsitzende K. Kühnert, nicht anzutreten. Ursprünglich wollte Kühnert mit seinem Kumpel als Doppelspitze für den Chef-Posten der SPD kandidieren.

           Eine Woche suchten Experten im beschaulichen Herne nach einer Monokelkobra. Die Schlange war das recht eintönige Leben mit ihrem Halter überdrüssig geworden. Ob das nun erfolgreich eingefangene Tier wieder ihrer vergifteten Beziehung ausgesetzt wird, teilte man nicht mit.

           Die frisch gekürte EU-Präsidentin hat auf sich die Suche nach Kommissaren und Kommissarinnen begeben. Gerade möglichst viele Frauen zu finden wird schwer, versicherte Frau v. d. Leyen. Heimlich hofft sie auf die Unterstützung vom französischen Präsidenten. Vielleicht könnte er die eine andere Frau aus dem Hut zaubern, so die oberste EU-Vertreterin. „Bei mir hat es ja auch geklappt!“

           Selten sind Nachrufe Traktate der Erleuchtung. Nachdem die Nachricht vom Tod des langjährigen VW-Manager F. Piëch raus war, machten erste Textbausteine die Runde, die sonst bei jeder üblichen Beurteilung in den Schredder gelandet wären. Ein Satz der Würdigung lautete: „Wenn er lächelte, wurde es gefährlich.“
31.08.2019; 17:08 Uhr


Die 34. Kalenderwoche 2019
           Ende 2022 sollen in Deutschland die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen. Da bis dahin doch noch einiges passieren kann, wurden 190 Millionen Jodtabletten bestellt. Nach einer atomaren Katastrophe könnten den Toten wenigstens die Schilddrüse als Spenderorgan entnommen werden. 

           Auch dieses Jahr haben es sich viele nicht entgehen lassen und bewunderten Menschen, die stundenlang auf Bildschirme schauen. Die jährlich stattfindende Gamescom machte es möglich, vorausgesetzt man hatte sich eine der begehrten Eintrittskarten sichern können. Allein dies gilt für viele schon als wichtiges Vorspiel. So beobachten sie jene, die sich stundenlang die Beine in den Bauch stehen, um ein Ticket zu erwerben.

           Das Kabinett beschloss, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, schließlich sei ja die deutsche Einheit vollzogen. Also nicht wirklich. Nicht der ganze Soli wird gestrichen, wie das Projekt Einheit auch noch ein paar Lücken aufweist.

           Der CDU-Zerstörer Rezo nahm sich in seinem neuen Video die Zeitungslandschaft vor. Reflexartig warf der DJF-Vorsitzende F. Überall dem jungen Mann mit den blauen Haaren vor, er wäre ein Hetzer. Dabei ließ sich Rezo über etwas aus, was er überhaupt nicht kannte. Da Herr Überall ein kluges Köpfchen ist, hat er sich bei Rezo entschuldigt und ihn gleich zu einem Bummel durch eine Zeitungsredaktion eingeladen. Wie es heißt hat Rezo die Einladung angenommen.
24.08.2019; 17:21 Uhr


Die 33. Kalenderwoche 2019
           Die elf Doppelgänger, die dem sächsischen Ministerpräsidenten M. Kretschmer bei seinem Wahlkampf unter die Arme greifen, damit dieser seine vielen Termine zwischen Torgau und Plauen erfolgreich absolviert, haben eine bessere Bezahlung gefordert. Gerade in Ortsteilen, in denen der Landesfürst mehr als ungelegen kommt, sei eine angemessene Erschwerniszulage nicht zu viel verlangt. 

           Kaum im Amt legte die Verteidigungsministerin AKK vor. Ihre Schäfchen, äh, ihre Soldaten sollen, da die Einsatzahrzeuge der Bundeswehr öfter kränkeln, ab sofort kostenlos mit der Bahn zu den Auslandseinsätzen gelangen können.

           Gleich nach ihrem Jahresurlaub machte sich Bundeskanzlerin A. Merkel zu ihren diversen Wahlkampfveranstaltungen auf. Erste Station war in ihrem Wahlkreis das Stralsunder Ozeanmuseum. Dort ließ sich Frau Merkel von der Pinguindame Alexandra, ihrem Patentier, von den täglichen Sorgen und Nöten einer eher putzigen, als respektierten Vogelart berichten.

           Auch diese Woche ging das Rennen um die SPD-Spitze weiter, wobei man längst den Überblick verloren hat, wer mit wem inzwischen antritt. Nicht viel anders verhielt es sich in den letzten Tagen mit den fast stündlich auf den Markt geworfenen Ankündigungen der Ministerien in Sachen besseres Klima. Jedoch konnte der Regierungssprecher nicht bestätigen, dass man inzwischen prüfe, alle Ministerien zu einem sogenannten Klimaministerium zusammenzulegen.

           Gemäß dem Schlachtruf, der Weg ist das Ziel, schlug der Fraktionschef der Linken, B. Rixinger, vor, die Erste Klasse in der Bahn abzuschaffen. Ein Airbus-Jet landete zur allgemeinen Verwunderung und dennoch sicher in einem Maisfeld. Und Greta T. segelte mit ihrem PR-Beraterteam über den Atlantik.
17.08.2019; 17:11 Uhr


Die 32. Kalenderwoche 2019
           Unionfraktionsvize C. Linnemann schlug in einem Zeitungsgespräch vor, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, nichts in einer Grundschule zu suchen hätten. Ob bei dem von ihm angeregten Ausschluss auch deutsche Kinder gemeint sind, ließ der CDU-Politiker offen.

           Schweizer Staatsanwälte erlaubten sich ein verspätetes Foul. Vierzehn Jahre nach dem Sommermärchen in Deutschland grätschten die Juristen in das längst abgepfiffene Spiel und erhoben gegen maßgebliche Fußballfunktionäre Anklage. Irgendwelche Gelder wurden wohl für Tore kassiert, die gar nicht gefallen sind. Der Volksmund nennt das ‚arglistige Täuschung‘.

           Dafür verordnete sich der Aufsichtsratschef von Schalke 04, C. Tönnies, gleich selbst eine Auszeit. Für drei Monate will er nun nicht weiter mitspielen und auf der Bank schmoren. Dabei hatte er nur den Afrikanern ein paar kluge Ratschläge zum Thema Verhütung erteilt.

           Zu Beginn der Woche stöhnte die Republik erleichtert auf: Die Kandidaten für das Promi-Big-Brother-Spektakel waren lange vor dem Beginn vollzählig. Dagegen melden sich bei der SPD täglich neue Genossen, die ins Willy-Brandt-Haus gewählt werden wollen.
10.08.2019; 17:20 Uhr


Die 31. Kalenderwoche 2019
           Der CSU-Chef schmeißt sich bekanntlich gern zu Karnevalszeiten und sonstigen Umzügen in kecke Verkleidungen. Mal trat er als Shrek auf, dann wieder als Punk oder als Homer Simpson. Dieser M. Söder zeigte sich nun in einer ganz neuen Verkleidung: In dieser Woche überraschte er selbst seine Parteifreunde als oberster Umwelt- und Klimaschützer.

           Am Mittwoch durfte Vizekanzler O. Scholz seine Chefin bei der Kabinettssitzung vertreten. Diverse Teilnehmer aus der Runde bestätigten, der Finanzminister habe die urlaubende Frau Merkel hervorragend ersetzt. Stets ergebnisorientiert und gut vorbereitet arbeitete Scholz Punkt für Punkt ab. Selbst die Raute gelang ihm mühelos.

           Alle Freunde ultimativer Vorhersagen, höchst genereller Richtigstellungen und kreativer Wortschöpfungen mussten sich tapfer auf den Monat August vorbereiten. Der einzig wahre Wetterfrosch der Republik J. Kachelmann hat sich in den Urlaub verabschiedet. Nur das Wetter, dieses eigenwillige Kind, scheint sich an Kachelmanns Schweigen in den sozialen Medien nicht weiter zu stören.
03.08.2019; 18:37


Die 30. Kalenderwoche 2019
           Als Spiel des Jahres wurde Just One gekürt. Die Jury lobte, dass bei dem kooperativen Partyspiel, das seinen Ursprung in Polen hat, nicht etwa kleine Hütchen im Mittelpunkt stehen, unter denen ein Geldstück oder keines liegt, sondern Karten, mit denen die Akteure geheime Worte erraten müssen.

           Lange bevor sich der Bundestag in die Sommerferien verabschiedete, appellierten nicht wenige Delegierte bei ihren Fraktionsvorsitzenden, man möge doch bitte im Urlaub eine Dringlichkeitssitzung ansetzen. Vier Wochen am Stück mit dem Gatten oder der Gattin und den Gören stressen mehr als eine Legislaturperiode im Bundestag. Und? Die Bitten wurden erhört. Zur Vereidigung der neuen Verteidigungsministerin durften alle 709 Volksvertreter am Mittwoch für reichlich eine Stunde ihre wohlverdiente Sommerpause unterbrechen und nach Berlin düsen.

           Der einstige Betriebsratschef von Porsche, U. Hück, hatte es unlängst vorgemacht. Nun zieht der langjährige FC Bayern-Präsident, U. Hoeneß, die Reißleine. Auch als Aufsichtsratschef will der Manager nicht wieder kandidieren. Wie es hieß, will er sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Die Politik, so Hoeneß, würde ihn sehr reizen.

           Nach einer Woche, in der Ventilatoren wie Karten für ein Rammstein-Konzert gehandelt wurden, überteuert und ziemlich undurchsichtig, da wurde die 19. Etappe der Tour de France um einige Kilometer gekürzt. Wobei es nicht die tropischen Temperaturen waren, die den Radlern den Spaß nahmen, sondern Schnee und Hagel.
27.07.2019;17:08 Uhr


Die 29. Kalenderwoche 2019
           Da man nie zu früh beginnen kann, nutzte Gesundheitsminister J. Spahn (39 Jahre jung) einen Abstecher im Kosovo, um Ausschau nach passenden Pflegekräften für sich zu halten. Nachdem er fündig geworden war, eilte er rasch nach Deutschland zurück, hier galt es für den Posten als Verteidigungsminister lautstark mit den Hufen zu scharren.

           Am Mittwoch feierte die Bundeskanzlerin ihren 65. Geburtstag. Viele Briefe und Geschenke hat sie erhalten. Ihr Parteifreund F. Merz hat sich ebenfalls gemeldet. Unbestätigten Angaben zufolge schickte er ihr einen Beutel Bio-Brenneseltee. Und auf der beigefügten Karte heißt es: „Liebe Angela, obwohl Du mich nicht zum Verteidigungsminister ernannt hast, wünsche ich Dir alles Gute. Trotzdem: Entgegen der neuen Ministerin habe ich vor Jahren meinen Wehrdienst bei der Panzerartellerie absolviert. Meine Schulterstücke habe ich noch. Heute verfüge ich über zwei funktionstüchtige Flugzeuge und sehr viel freie Zeit. Ich würde die Truppe wieder auf Zack bringen. Und die Gorch Fock baue ich Dir mit ein paar Handgriffen zu einem zuverlässigen Kampfjet.“

           Während die Radler auch bei der diesjährigen Tour de France ausgiebig schwitzten und mehr als einmal an eine Abkühlung dachten, erfreuten sich über diese die leichtbekleideten Sportler bei der Schwimm WM in Südkorea. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch diesmal die völlig überraschende Nachricht vom vereinzelten Doping für eine kalte Dusche bei den Fans der Radler wie der Schwimmer sorgen.
20.07.2019; 17:17 Uhr


Die 28. Kalenderwoche 2019
           Der EKD-Ratsvorsitzende H. Bedford-Strohm zeigte sich, ein Rettungsschiff unter der Flagge der Kirche ins Mittelmer zu lassen, unter einer Bedingung zugeneigt. Die Schäfchen, sagte der Bischof, die man ins Trockene holt, finden danach ausschließlich unter dem Dach der Evangelischen Kirche ihre Herberge. Solange dies nicht sichergestellt ist, so der Bischof, wird die Kirche weiterhin jede Seenotrettung lautstark einfordern, nicht aber unter eigener Flagge aktiv werden.

           Auf den Vorwurf, dass sie aus der Kommission ‚Gleichwertige Lebensverhältnisse‘ heraus die Ungleichheit der Regionen beklagen, für die sie selbst verantwortlich sind, antworteten die betroffenen Politiker Seehofer, Klöckner und Giffey: „Wie sonst sollten wir unsere Fehlentscheidungen manifestieren?“  

           Die Präsentation des neuen Buches ‚Die SPD schafft sich ab‘ nahmen die Genossen zum Anlass, ihren langjährigen Mitstreiter und bestens vernetzten Bestsellerautor, T. Sarrazin, des Platzes zu verweisen. 

           Das Röschen, wie Frau U. v. d. Leyen, gern liebevoll genannt wird, absolvierte bei den EU-Vertretern ein Vorstellungsgespräch nach dem anderen. Für die Flinten-Uschi, wie sie daheim als Verteidigungsministerin ebenfalls gerufen wird, fand man in Brüssel schon bald einen neuen Kosenamen. So wie Frau v. d. Leyen von den Staatenlenkern als mögliche Kandidatin aus dem Hut gezaubert wurde, könnte man sie nur Häschen nennen.
13.07.2019; 17:05 Uhr


Die 27. Kalenderwoche 2019

           Da der Brand in MV nahe eines ehemaligen Truppenübungsgeländes über Tage nicht zu stoppen war und mehrere Ortschaften vor den Flammen evakuiert werden mussten, bekam selbst die Verteidigungsministerin U. v. d. Leyen heiße Füße und ließ sich rasch zur EU-Chefin aufstellen.

           Die deutsche Nautikerin C. Rackete wurde in Italien festgenommen und kurzzeitig mit Hausarrest belegt. Die erklärte Weltenbummlerin hatte nicht, wie von ihr allgemein erwartet, vierzig Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen. Stattdessen brachte die junge Frau in Ermangelung jedes Gewissens die Menschen in Sicherheit.

           „Wir müssen nach außen wieder viel mehr Zuversicht und Freude ausstrahlen.“ Dieses Zitat ließ aufhorchen, auch deshalb, weil man mit den Urhebern auf die Schnelle nichts anfangen konnte. Handelte es sich bei Frau Ch. Kampmann um die Betreiberin des ältesten Freiluftcafé in Neukölln? Und hieß nicht der Gründer einer größten deutschen Inkasso-Firmen M. Roth? Falsch! Der besagte Gute-Laune-Spruch stammte von einer einstigen Ministerin und einem Noch-Staatsminister. Beide machten mit ihm ihren gemeinsamen Griff nach dem SPD-Vorsitz klar.

           Eine neue Studie ließ aufhorchen. Viele deutsche Kinder beklagen sich darüber, hieß es, dass sie ausgegrenzt werden. Der Grund für den Hilferuf war schnell gefunden: Alarmierende 28,4 Prozent der Achtjährigen verfügen über kein eigenes Handy. F. Giffey, die zuständige Familienministerin, versprach Abhilfe. Zu Beginn des neuen Schuljahres erhält jedes Kind ein eigenes Smartphone.  

           Drei millionenschwere Entscheidungsträger kündigten ihren Rückzug an: Der BWM-Chef H. Krüger, der Deutsche-Bank-Vize G. Ritchie und der Trippelkünstler A. Robben. Der deutschen Wirtschaft stehen schwere Zeiten bevor.
06.07.2019; 17:33 Uhr


Die 26. Kalenderwoche 2019

           Die CDU hat offiziell Beschwerde eingelegt, weil die Grünen auch dieses Jahr von einer kostenlosen Wahlkampfhilfe profitieren. Dieser bekloppte Klimawandel würde die Partei pushen. Mitten im Juni werden Eiswürfel Mangelware und die Kühlschränke zu den beliebtesten Aufenthaltsorten Deutschlands. Logisch, dass da jeder nach einer Klimapartei ruft.

           Als Kinderspiel des Jahres 2019 prämierte eine Jury ‚Tal der Wikinger‘. Dieses Spiel würde den Kindern spielerisch nahebringen, wie man ohne das neueste Smartphone, ohne Freitags-Demos und ohne Kinderschokolade auskommt.

           Das in die Jahre gekommene Segelschulschiff Gorch Fock, Stapellauf war immerhin 1958, soll wieder flott gemacht werden. Als U-Boot, so die zuständige Ministerin v. d. Leyen, wäre ein Untergehen eingepreist.

           Kaum hatten sich die Macher der öffentlich-rechtlichen Talk-Shows in den Sommerurlaub verabschiedet, rückte die junge Garde an. Die beiden Nachwuchsdarsteller Kevin K. und Philipp A. spielten zwei Jungpolitiker, die sich ungemein textsicher die Bälle zuwarfen. Die Einschaltquote war so gut, dass Youtube gleich eine weitere Staffel bestellte.

           Und auch die deutsche U-21-Fußballmannschaft zeigte im EM-Spiel gegen Rumänien all den alten Männern, wie man aus einem Rückstand zur Führung und ins Finale gelangt.
29.06.2019; 17:55 Uhr


Die 25. Kalenderwoche 2019
           Nach den eindringlichen Besetzungsvorschlägen von Regisseuren aus dem fernen Hollywood, haben die Bürger zweier ostdeutscher Städte begehrte Sprechrollen vergeben. In Görlitz wird ein Trompeter den Oberbürgermeister spielen, in Rostock mimt ein Unternehmer das Stadtoberhaupt.

           Der EuGH ließ wissen, dass die deutsche  PKW-Maut gegen europäisches Recht verstößt. Doch Verkehrsminister A. Scheuer (CSU) will sich davon nicht ausbremsen lassen. Nach unbestätigten Informationen versicherte er, dass die Maut kommen wird. Ob nun mit oder ohne Europa. Schließlich sei die Maut das liebste Kind der CSU.

           In Berlin einigte sich der Senat auf eine Mietpreisdeckelung. Ob man damit den Miethaien ihre Lust am kraftvollen Zubeißen und dem gierigen Vertilgen von kleinen Fischen vergällt bleibt abzuwarten. Zumindest wurden erste Exemplar der Knorpelfische am Ufer der Spree mit auffallender Schnappatmung gesichtet.

           Als der ukrainische Präsident W. Selenski seine erste Vorstellung als Kabarettist bei der Kanzlerin gab, war A. Merkel derart ergriffen, dass kurzzeitig ihre Raute verrutschte und die Hände zitterten.

           Bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsnominierung für 2020 ließ D. Trump einen Hauch Berliner Sportpalast durch die Arena von Florida ziehen. Die entzückten Zuhörer dankten es ihrem Führer lautstark und bejahten vehement seine Frage: „Wollt ihr das totale Amerika?“ 

           Wenig überraschend haben sich die Chefs der EU-Länder nach den ersten Beratungstagen darauf verständigt, dass sie sich noch nicht über die neuen Führungsspitzen der EU einigen konnten. Sitzungsteilnehmer, die der Redaktion namentlich bekannt sind, ließen in den Pausen süffisant wissen, dass Großbritannien schließlich auch nicht an einem Tag die EU verlassen hat.
22.06.2019; 17:41 Uhr


Die 24. Kalenderwoche 2019    

            Die blühenden Landschaften bluten aus. Laut einer Studie verlassen immer mehr Menschen Ostdeutschland und ziehen, natürlich der berauschenden Maiglöckchen, Eibe und Tollkirsche wegen, in den Westen.

            Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden der SPD ging weiter. Aus gut informierten Kreisen war zu hören, dass Kevin K. sich nun doch vorstellen könnte, zu kandidieren. Vorausgesetzt, ließ der Jungpolitiker wissen, der jetzt schon die Gesichtszüge eines Politveteranen hat, also vorausgesetzt, wenn er nach wenigen Monaten den Büttel wieder hinschmeißen könnte. Denn nur dies würde zu ihm passen und seine bisherige berufliche Laufbahn bestätigen.

            Ein deutscher Wanderer wurde in den Karpaten von einer Bärenmutter angegriffen. Nachdem der junge Mann in seiner Verzweiflung zunächst die deutsche Botschaft in Rumänien und dann den Bundespräsidenten in Berlin angerufen hatte, legte er das Handy zur Seite und erinnerte das Tier an Paragraf 1 des Grundgesetzes. Da hatte die Bärin ein Einsehen und ließ von dem jungen Mann ab.

           O. Lafontaine, ehemaliger SPD-Flüchtling und umtriebiger Mitbegründer der Linkspartei, hat eine Fusionierung seiner Partei mit eben jener SPD ins Spiel gebracht. Welche der beiden Parteien mit der Neuauflage der Einheitspartei Deutschlands gerettet werden soll, verriet Lafontaine nicht.

            Die moderne Landwirtschaft hat ein Problem: der männliche Nachwuchs. Dieser ist unbrauchbar, ein Minusgeschäft oder geruchintensiv. Anders ausgedrückt: für Gleichberechtigung gibt es in den Ställen keinen Platz. Als nun das Bundesverwaltungsgericht einer weiteren Massentötung männlicher Küken zustimmte, trat der Deutsche Bauernverband eilig auf den Plan. Nach dem Motto, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert, forderte der Verband auch für unrentablen Jungbullen und Eber die Lizenz zum Töten.

15.06.2019; 17:05 Uhr


Die 23. Kalenderwoche 2019
           Die Umweltaktivistin Greta gab bekannt, dass sie das kommende Schuljahr gänzlich aussetzen wird. Nur freitags gegen den Klimawandel zu protestieren sei auf Dauer uncool, so Schwedens bekannteste Schülerin.

           Nachdem sich die SPD-Vorsitzende überraschend ihrer Ämter und Posten entledigt hatte, einigte sich die Spitze der Partei auf eine Dreierführung. Nur so sei sichergestellt, gab diese auf ihrer ersten Pressekonferenz bekannt, nichts zu hören, nichts zu sehen und nichts zu sagen.     

           Frau Amazon nahm ihre Scheidung zum Anlass, einiges von ihrem Vermögen zu spenden. Und zwar „bis der Safe leer ist“. Natürlich traten sofort diverse Kritiker auf den Plan und nörgelten. Nur einen Safe leeren zu wollen, meinten sie, zeuge von einem schändlichen Geiz.

           Der amerikanische Präsident wurde in London von der Queen empfangen. In einem vertraulichen Gespräch bei Tee und Gebäck ließ sich D. Trump erläutern, auf welches Haarspray die Königin in den letzten hundert Jahren schwört.

           Beim Tag der Deutschen Industrie warf der BDI-Chef D. Kempf der Bundesregierung vor, sie schade den Unternehmen. Wo bliebe die Bestrafung der Autokonzerne, die mit den Abgaswerten getrickst und gemogelt hätten, fragte der oberste Industrievertreter. Und wann seien mit den erforderlichen Sanktionen für Unternehmen zu rechnen, die ihre Termine oder veranschlagten Kosten nicht einhielten. Die Regierung sollte endlich handeln, donnerte der Präsident den geladenen Gästen entgegen.

           Selbst im Sport musste die Welt diese Woche Niederlagen, Absagen und Rücktritte ertragen. Bei den French Open verlor der Deutsche A. Zverev das Viertelfinale. Bundestrainer J. Löw meldete sich für die anstehenden Länderspiele krank. Und pünktlich zur Fußball-WM der Frauen entdeckte die beste Spielerin der Welt A. Hegerberg, dass ihr Sport zu wenig gefördert wird. Deshalb machte die Norwegerin eine auf Greta und verweigerte jedes Match.08.06.2019; 17:15 Uhr


Die 22. Kalenderwoche 2019
           Nach dem Wahlsonntag leckten alle Volksparteien ihre Wunden. Und einmal mit dem Verbeugen und all den anderen Verrenkungen beschäftigt, beteten die Politiker das übliche Mantra nach einer Stimmenauszählung: „Wir haben verstanden!“ Was in der Politik-Sprache heißt: „Weiter so!“

            Die diesjährigen Filmfestspiele in Cannes kamen ohne eine deutsche Beteiligung aus. Doch schon eine Woche nach Ende des Festivals keimte Hoffnung für den deutschen Film. Schlagerstern Lena Meyer-Landrut äußerte sich in einem Interview mit dem investigativen Nachrichtenmagazin Gala zu ihrer Karriere: Sie habe Blut geleckt, meinte die Sängerin. Und ja, sie wird Schauspielerin.

           Eine Woche nach den Feierlichkeiten zum Grundgesetz äußerte sich die CDU-Vorsitzende und gab zu bedenken, dass der Artikel 5* nicht mehr zeitgemäß ist. Außerdem gehöre die ganze Verfassung endlich einmal auf den Prüfstand, schließlich wurde der Text beschlossen, da kam die Welt noch ohne die Einwürfe von Frau A. Kramp-Karrenbauer aus.

            Kaum hatte Bayern München das Double komplettiert, meldete sich Bundesligaaufsteiger 1. FC Union zu Wort. Mit stolzer Brust polterten die eisernen Berliner, die Jungs um Herrn Kovac mögen sich jetzt warm anziehen. Doch der Vorschlag stieß in der Säbener Straße eher auf taube Ohren. So kalt sei es doch gar nicht mehr, hieß es lapidar aus der bajuwarischen Pressestelle.

*) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten …
01.06.2019; 17:12 Uhr


Die 21. Kalenderwoche 2019
           Lange bestritt der Regisseur F. F. Coppola, einen dritten Teil Der Pate drehen zu wollen. 1990 erschien – allen Unkenrufen zum Trotz – dennoch der dritte Teil. Seit 2017 laufen die Vorbereitungen für den nun vierten Teil. Ein Spoiler wurde letzte Woche von zwei Zeitungen veröffentlicht. Dass Coppola die Handlung einer angesehenen Mafia-Familie diesmal nach Österreich verlagerte, erntete nicht nur Beifall.

            Das allseits beliebte Spielzeug, der Wahl-O-Mat, wurde nach einem Gerichtsbeschluss kurzzeitig vom Netz genommen. Kleinere Parteien, wie die SPD, sahen sich von den Aussagen der digitalen Entscheidungshilfe massiv benachteiligt.

           Die Politik greift durch. Erst sagte man den Plastikbeuteln und den Einwegbechern der Kampf an, jetzt rückt man den Wölfen ans Fell. Den Tieren soll kein Bleiberecht mehr zuerkannt werden. Stattdessen versprechen die betreffenden Ministerien eine zügige Rückführung in die Heimatländer. Sollten sich die Wölfe ihrer Ausreise möglicherweise durch Untertauchen in den Wald entziehen, sind die Vierbeiner zum Abschuss freigegeben.

           Karlsruhe entschied, dass der Mieter seinem Vermieter wegen Eigenbedarf ohne wenn und aber kündigen kann. Selbst wenn der Vermieter auf die Schnelle keine Bleibe für eine Million in seinem Kiez finden sollte, hat der seine Wohnung für den Mieter zu räumen, wenn dieser Bedarf anmeldet. 

           Mit einem Video mischte der YouTuber Rezo die CDU auf. Anhand von Tabellen und anderen Belegen wies der junge Mann nach, wie umwerfend blöd diese Partei ist. Die so geschmähte Volkspartei reagierte ungemein rasch und professionell. Nachdem nun die ersten Hintergrundgespräche zwischen der Parteispitze und Rezo gelaufen sind, gab sich AKK optimistisch: „Ab nächste Woche betreut der Junge unsere Social Media Auftritte. Da sah ohnehin niemand von uns Alten durch. Und wetten, dass der Knabe dann ruhiger wird?“
25.05.2019; 17:07Uhr


Die 20. Kalenderwoche 2019
           Am Freitag beriet der Bundesrat auf Antrag einiger Länder ein striktes Messerverbot in neuralgischen Zonen der Innenstädte. Da noch keine gesicherten Studien zur Notwendigkeit eines Verbots vorliegen, kündigte der Bundesrat nun an, von unabhängigen Experten Stichproben durchführen zu lassen.

           In Israel liefen die Vorrunden zum Eurovision Song Contest auf Hochtouren. Während die sanglichen Darbietungen der Künstler sauber über die Bühne von Tel Aviv gingen, gab es noch Klärungsbedarf mit der Pyrotechnik. Hierfür stehe man aber für das Finale, so die Veranstalter, mit dem palästinensischen Dienstleister im Dialog. 

           Um das Miteinander in der Koalition zu verbessern, lud die Umweltministerin S. Schulze zum Petersberger Klimadialog. Dabei entdeckte die GroKo ihr Herz für die Paketzusteller. Um diese zu entlasten will man ab sofort sämtliche Waren des täglichen Bedarfs, also Tabak und Alkohol, nicht mehr bestellen und sich schnöde liefern lassen, sondern im Supermarkt eigenhändig erwerben.

           Wie man Zukünftiges mit Altbewährten verknüpft, bewies der Europäische Gerichtshof. Dieser entschied, dass sämtliche Arbeitgeber ihre im Keller verstaubten Stechuhren wieder aktivieren sollen. 

           Zur Eröffnung der Filmfestspiele in Cannes lief eine Komödie, die von vielen als cineastischer Kommentar zum Erstarken populistischer Meinungen angesehen wurde. In dem Streifen von J. Jarmusch nehmen lange Totgeglaubte, also Zombies Besitz von einer Stadt.
18.05.2019; 17:30 Uhr


Die 19. Kalenderwoche 2019
           Nicht genug, dass der Klimawandel einen ein schlechtes Gewissen einredet, schließlich will man auf das samstägliche Brötchenholen mit dem Pkw nur ungern verzichten. Seit Montag gesellte sich zur neuzeitlichen Schuldfrage auch noch das Artensterben, wobei keiner auf die Schnelle sagen konnte, weshalb er Mücken und andere Plagegeister vermissen sollte.

           Nachdem bundesweit die Abiturienten jeden Freitag dem Unterricht fernblieben, um protestierend auf die Straße zu gehen, wunderten sich die Schüler jetzt, dass sie der Mathe-Prüfung nicht gewachsen waren.

           Um den ins Schleppen geratenen Europa-Wahlkampf ein wenig Pepp zu verleihen, tourten die glühenden Vertreter des Kontinents Prinz Charles nebst Herzogin Camilla durch einige Bundesländer. Viele wahlunentschiedene Bürger begrüßten die königliche Hoheit und nahmen gierig deren profunde Tipps für die anstehende Wahl mit.

           Letzte Woche trat ein spürbares Plus in den Lohntüten der Maler in Kraft. Deshalb wollten die Abgeordneten des Bundestages nicht nachstehen. Magere 10.000 Euro bekommen die Politiker nun monatlich. Und während man bei den Freunden der Farben völlig uncool von Gehalt spricht, behilft man sich beim Verdienst der Bundestagsabgeordneten mit einem Begriff der bewussten Einschränkung und spricht von Diäten.  

           Für viele war der Schritt längst überfällig. Endlich hat der Außenminister H. Maas nachgezogen und J. Klopp zu seinem Vize berufen. Der Held von Liverpool, so Maas, vertrete im Ausland die deutschen Werte wie Furchtlosigkeit vor dem Feind und Kampfeswille so beispielhaft.
11.05.2019; 17:25 Uhr


Die 18. Kalenderwoche 2019
           Kaum hatte der japanische Kaiser nach dreißig Jahren seinen Platz geräumt, kamen im politischen Berlin ernsthafte Gerüchte auf, dass es die noch amtierende Kanzlerin dem Tenno gleichmachen wollte.

           Der Juso-Vorsitzende K. Kühnert überraschte mit kühnen Vorschlägen, wie die Macht des Kapitalismus zementiert werden könnte. Der Jungspund brauchte nur kurz von Enteignung zu träumen, schon stellte sich der Betriebsrat von BWM schützend vor das Konzerntor. Und weil man sich gerade so schön über Kommunisten-Kevin aufregte, gab der Rat gleich noch eine Wahlnichtempfehlung ab.

           Eine neue Studie belegte, dass die Kirchen bis 2060 die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren werden. So war es nur logisch, dass beide großen Kirchen am Samstag noch rasch eine bundesweite Woche für das Leben starteten. Wenn schon keine neuen Mitglieder nachrücken, sollen andere sich nicht auch noch durch den schnöden Freitod ihrer Kirchensteuer entledigen.

           Der Monat Mai macht alles neu. Seit dem 1. Mai 2019 dürfen alte Antennen und defekte Lichtschalter nicht mehr in den Garten des Nachbarn geschmissen werden – sondern gehören in den Elektroschrott. Und da seit dem ersten Mai der Mindestlohn für die Maler und Lackierer angestiegen ist, kommen die 100- und 200-Euro-Scheine etwas kleiner auf den Markt. So passen die geschrumpften Geldscheine besser in die Portemonnaies der fleißigen Handwerker. 
04.05.2019; 17:35 Uhr


Die 17. Kalenderwoche 2019
           Nachdem die erste Schummelsoftware bei Elektro-Rollern entdeckt wurde, hatte Verkehrsminister A. Scheuer seinen Plan, die Roller gegen Autos mit Dieselausstoß einzutauschen, zurückgezogen.

           Der Zug, der den nordkoreanischen Präsidenten nach Russland brachte, fuhr nicht nur pünktlich im Bahnhof ein, sondern Kims Tür hielt auch unmittelbar vor dem roten Teppich. Deutsche Bahn-Chef R. Lutz meinte dazu etwas später in einem Interview, auf einen Teppich könne er getrost verzichten.

           Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) fand völlig überraschen heraus, dass es in Deutschland weiterhin eklatante Einkommensunterschiede gibt. Daraufhin hat das nicht weniger bekannte Institut für anerkanntes Dummgerede (IfaD) angekündigt, eine Langzeituntersuchung ins Leben zu rufen, die sich mit der möglichen Eindämmung des grassierenden Studienfiebers befasst.

           Vorwürfe, sie würden den Klimawandel und damit die Erderwärmung forcieren, haben jetzt alle namhaften Hersteller von Sonnencremen vehement widersprochen. Vielmehr seien die Landwirte Schuld an der Misere, würden sie doch bei Ernteausfällen von den staatlichen sowie stattlichen Unterstützungen profitieren.

           Kurz vor ihrer Vermählung informierten die Deutsche Bank und die Commerzbank die bereits eingeladenen Gäste, dass man beim Zocken doch weiterhin getrennte Wege gehen will.
27.04.2019; 17:30 Uhr


Die 16. Kalenderwoche 2019
           Bei jeder Wahl wächst die Zahl der Nichtwähler. Um dem Boom einzudämmen, wurden jetzt Menschen mit Betreuung, immerhin ca. 80.000, bereits zu den Europa-Wahlen im Mai zugelassen.

           Bekanntermaßen reg(ag)iert der amerikanische Präsident enorm emphatisch. Stets ist D. Trump bemüht, der Welt tröstende Worte auf den Weg zu geben. Am Montag trat er als Experte für die Bekämpfung von Großbränden auf. Was die französischen Feuerwehrleute zu den wertvollen Tipps sagten, ging in den Fluten des Löschwassers unter.

           Wenige Tage vor dem Tag des Deutschen Bieres am 23.04.2019 trat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen als ultimative Spaßbremse auf den Plan. Mit jährlich 101 Liter Bier, die der deutsche Bürger in einem Jahr süffelt, hätte er ein massives Alkoholproblem. Eine Frage ließ die Hauptstelle dennoch offen: Wäre das Problem nicht etwa größer, wenn der Michel den goldenen Gerstensaft absetzen würde.

           Vor ihrer Heiligsprechung traf sich der Papst mit der zopftragenden Greta. Bis dahin konnte das katholische Oberhaupt nicht glauben, dass ein 16-Jähriges Mädchen der Welt derart den Kopf verdreht.

           Pünktlich zur K-Woche beschloss das griechische Parlament, auf die Forderung der deutschen Regierung nach Reparationszahlungen für die zig Rettungspakete, die seit 2010 gegen die Schuldenkrise geschnürt wurden, einzugehen.
20.04.2019; 18:32 Uhr


Die 15. Kalenderwoche 2019
          
Aktivisten der deutschen "Fridays for Future" sagten bei einer der ersten Pressekonferenzen am Montag, dass sie so lange der Schule fernbleiben wollen, bis sich dort endlich das Klima verbessert habe. Ständig verpesteten die Lehrer mit ihren billigen Deos und ihrer schlechten Laune die Luft, auch sei der Ausstoß von Schweiß und Tränen der Schüler bei unangekündigten Klausuren weit über dem zugelassenen Höchstwert.

           Der EU gelang es weiterhin nicht, sich auf eine saubere Loslösung von Großbritannien zu einigen. Deshalb gab es eine erneute Sitzung in Brüssel. Dort zeigte die britische Regierungschefin T. May den EU-Vertreter die letztmöglichen Optionen auf, wie sich Brüssel von der Insel in dem vereinbarten Zeitrahmen von zehn Jahren verabschieden könnte.

           Bei der Verleihung des besten Computerspiels des Jahres gedachten die Anwesenden in Berlin dem Klassiker ‚Nowitziki‘. Das in Würzburg entwickelte Spiel der ersten Stunde hat vor allem in den USA seine treuen Liebhaber. Noch heute messen sich dort Millionen Gamer ausgiebig an dem gehobenen Strategiespiel.

           Zum sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche meldete sich Papst a.D. zu Wort. Den Grund der Verfehlungen sieht der Geistliche, der auch unter seinem Decknamen bekannte Benedikt XVI. bekannt ist, eindeutig in den Achtundsechzigern. Er könne sich gut an tagelangen Orgien erinnern, bei denen er kräftig mitmischte. Selbst heute würde ihm manch innige Begegnung von damals sein keusches Dasein versüßen.
13.04.2019; 17:27 Uhr


Die 14. Kalenderwoche 2019
           Nach sieben freudlosen Jahren darf Deutschland wieder den Vorsitz des UN-Sicherheitsrates übernehmen. „Endlich!“ wird sich der Außenminister H. Maas gedacht haben. Denn in Fragen der Sicherheit kann Deutschland allemal von den anderen Ländern lernen. Allein die Pannenlandung des Regierungsfliegers in New York zeigte, dass in den Reifen noch reichlich Platz für frische Luft ist.

           Nach diversen Eigentoren trat der DFD-Präsident R. Grindel von seinem Amt zurück. Schließlich habe er unlängst, so der Präsident, von einem ukrainischen Oligarchen eine Uhr erhalten. Mit dem Geschenk am Arm wusste Grindel: Die Zeit ist reif.

           Deutschlands bekannteste Kunstexpertin A. Merkel ließ in ihrem Büro zwei Bilder abnehmen. Bisher gaben die beiden Gemälde von E. Nolde den dezenten Hintergrund bei Gesprächen mit anderen ausländischen Kunstexperten. Inzwischen sei man dahinter gekommen, dass der Maler ein glühender Verehrer eines anderen, eher verhinderten Malers aus Österreich war. Ersten Verlautbarungen, wonach die Bilder verkauft und der Erlös in das Erstarken der bundesdeutschen Wehrkraft fließen soll, wurden dementiert.

           B. Obama, gefragter Autor und Redner, trat in Köln vor mehreren tausend Menschen auf. In seiner lockeren und herzerfrischenden Art legte der nette Herr aus den USA in zwei kurzweiligen Stunden sein Wahlprogramm für die nächste Bundestagswahl vor. Einen Tag später gab ihm Bundeskanzlerin A. Merkel in einem vertraulichen Gespräch ein paar wichtige Tipps in punkto Körpersprache.
06.04.2019, 17:30 Uhr


Die 13. Kalenderwoche 2019
           Gleich zu Beginn der Woche gab es zwei Aufreger: Das Ministerium von A. Scheuer bewarb teure Spitzendessous. Seltsam dabei war, dass die spärlich bekleideten Models auf den Plakaten Helme trugen. Kritik handelten sich Fliegenexperte K. Lauterbach und Gesundheitsminister J. Spahn ein, die gefordert hatten, dass sich ab sofort alle Politiker gegen den immer häufiger auftretenden PovuIde-Bazillus (Posaunen-von-unreifen-Ideen) impfen lassen.

           D. Bohlen, Werbe-Titan für ein bekanntes Nobelmöbelhaus, kündigte eine riesige Verkaufs-Tournee an. Schränke, Tische und Liegen, die ‚von Bohlen empfohlen‘ werden, finden gegen das Vorsingen zweier deutscher Volkslieder ihre neuen Besitzer.

           Als unschlagbare Spaßbremse zeigte sich einmal mehr das EU-Parlament. Ab 2021 sollen Teller und Gabeln aus Plastik der Vergangenheit angehören. Selbst Strohalme und kleine Löffel kamen auf den Index. Da jedoch unklar blieb, wodurch die praktischen Helfer ersetzt werden sollen, bereitet das Parlament nun mit Hochdruck ein Verbot all der beliebten Freiluftveranstaltungen wie Picknick oder Lagerfeuer vor.

           Zum Wochenausklang erhielt die Findungskommission ‚Neue Nationalhymne‘ einen wichtigen Impuls von der Gruppe Rammstein. Viele Mitglieder der parteiübergreifenden Kommission sprachen sich bereits für Deutschland als neue Hymne aus.
30.03.2019; 17:30 Uhr


Die 12. Kalenderwoche 2019
           Die Woche begann mit zwei Nachrichten für Freunde klarer Verhältnisse. Während die Deutsche Bank und die Commerzbank bekannt gaben, dass sie zukünftig als eine Gang mit den Einlagen ihrer Kunden spekulieren werden, machte der Sonnyboy unter den Wettpaten, Th. Gottschalk, die Trennung von seiner Frau Thea publik.

           T. Schäfer-Gümbel, Landeschef der hessischen SPD, gab am Dienstag seinen Rückzug von allen Ämtern bekannt. Er will sich fortan, versicherte er, seiner über die Landesgrenzen hinweg bekannte Stiftung „Verlieren, aber richtig“ widmen. Schließlich sei er dreimal angetreten, um Ministerpräsident von Hessen zu werden. Obschon er ebenso oft seinen Gegnern unterlag, behielt er seinen Posten.

           Pünktlich zum Frühlingsbeginn gab der Bundesfinanzminister O. Scholz den Haushalt für das nächste Jahr bekannt. Da erneut keine weiteren Schulden geplant sind, werden einige Ministerien Einsparungen hinnehmen müssen. Daraufhin stellte der Minister für winterliche Angelegenheiten klar, dass er in diesem Fall auch für nächstes Jahr keinen Schnee versprechen kann. Und selbst die Ministerin für Sommer hielt sich nicht mit Kritik zurück. Sie nahm die Kürzungen für ihr Ressort zum Anlass, um eine noch längere Hitzeperiode zu garantieren.

           Am Ende der Woche trafen sich im Bundestag die Vertreter des Volkes, um fraktionsübergreifend wieder einmal ausgiebig Zeitung zu lesen, die Versteigerung des 5G-Netzes per Smartphone zu verfolgen oder sich über die Kleiderordnung diverser Frischlinge auszutauschen. Dass hin und wieder ihr angestrengtes Tun durch Leute unterbrochen wurde, die vorn am Pult irgendwas von ihren Zetteln ablasen, nahm man gelassen, wenn auch mit unverhohlenem Desinteresse hin.
23.03.2019; 17:33 Uhr


Die 11. Kalenderwoche 2019
           Am Montag erwischte S. Wagenknecht ihre Parteigenossen mit der Nachricht, nicht mehr als Kanzlerkandidatin antreten zu wollen und A. Bouteflika, der Dauerpräsident von Algerien, ließ überraschend mitteilen, nun doch sitzen zu bleiben.

           Eine Woche tagte die Deutsche Bischofkonferenz in Lingen. Bereits am Dienstag beschlossen die Geistlichen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Also werden ab sofort die Bischöfe neben einer Sekretärin und Köchin mindestens eine weitere Frau für den täglichen Bedarf in ihrem Haushalt beschäftigen.

           Nachdem fasst alle deutschen Minister in den letzten Wochen in Genuss kamen, dass ihr Flugzeug wegen technischen Problemen am Boden blieb, strich die Bundesregierung kurzerhand sämtliche Flüge vom Typ Boeing 787 Max 8.

           Der Stasi-Beauftrage R. Jahn dankte dem Bundesarchiv für die dreißigjährige Leihgabe der Dokumente und kündigte gleichzeitig an, dass die Unterlagen wieder zurück an den Herkunftsort gehen.

           Nachdem das britische Parlament wiederholt den Stecker nicht gezogen bekam, schaltete sich am Donnerstag endlich der amerikanische Präsident ein. Um den EU-Austritt will er sich jetzt kümmern. „Mein Deal wird ein sehr guter sein“, versicherte D. Trump.
16.03.2019; 17:08 Uhr


Die 10. Kalenderwoche 2019
           Einen wahren Bennet-Sturm der Entrüstung erntete die CDU-Vorsitzende A. Kramp-Karrenbauer mit ihrer spöttischen Bemerkung zum dritten Geschlecht zu Wochenanfang. Selbst an* Karneval sollte man doch bitte sachlich bleiben, schimpfte der SPD-Fliegenexperte K. Lauterbach. Und weiter: „Aber vielleicht redet man so, wenn die Geldbörse nur für ein Kassengebiss reicht.“  

           Die Republik erlebte gerade den Höhepunkt des närrischen Treibens, da gab der Bundestrainer J. Löw bekannt, die nächsten Fußballspiele ohne drei Stammspieler verlieren zu wollen.

           Der kecke Verkleidung liebende CSU-Vorsitzende M. Söder trat beim Aschermittwoch in Passau als R. Habeck ans Mikrofon. Offenes Hemd und ein Dreitagebart genügten diesmal zum überzeugenden Mummenschanz.

           In einem Gespräch meinte der Unionsfraktionsvorsitzende R. Brinkhaus, dass er sich einen muslimischen Kanzler vorstellen könnte. Eine Vertreterin einer anderen Minderheit, so der Politiker weiter, war schließlich auch in den letzten Jahren Kanzlerin.

           Am Ende der Woche musste sich der rührige Jurist L. Flöther für seine Vergütung beim Abwickeln von Air Berlin verteidigen. Die Reparatur des Segelschulschiffs sollte 15 Millionen kosten, inzwischen ist man bei einer Summe von 135 Millionen angelangt. Da sind seine 22 Millionen, die er erhält, damit die restlichen Flieger ein paar neue Nester bekommen, lächerliche Peanuts.

*) bekanntlich wurde Herr Lauterbach im Westen Deutschlands sozialisiert, allein dies rechtfertigt das für den Osten völlig atypische ‚an‘
09.03.2019; 17:10 Uhr


Die 9. Kalenderwoche 2019
           Zu Wochenbeginn musste sich der Bundespräsident rechtfertigen. Viele hatten sein Glückwunschtelegramm an die iranische Führung zum 40. Jahrestag der Revolution kritisiert. Natürlich würden im Iran die Menschenrechte mit Füßen getreten, so der Bundespräsident. Diplomatie zeichnet sich nun einmal darin aus, selbst dem Teufel alles Gute zum Geburtstag zu wünschen. Nur so bliebe man mit ihm im Austausch und würde die Größe der Schuhe, für eine etwaige Lieferung, erfahren.

           Wenig später meinte F.-W. Steinmeier bei einer kuschligen Bürgerrunde in Halle, dass wir runter müssten von dem Gefühl, nur die eigene Meinung sei richtig, denn auch die des Anderen könne falsch sein.

           Am Dienstag urteilte das Verwaltungsgericht Köln, dass die AfD den Bundesverfassungsschutz nicht als ‚Prüffall‘ bezeichnen darf.

           Wenn auch die einst versprochenen blühenden Landschaften in manchen östlichen Regionen noch auf den richtigen Dünger warten, verbuchten Die Grünen letztes Jahr gerade im Osten einen beispiellosen Mitgliederzuwachs.

           Zu Wochenmitte trafen sich zwei Präsidenten in Hanoi. Nach einem gemeinsamen Essen gingen beide gemeinsam zum Friseur und ließen sich die Haare richten. Mit ihrem Treffen hätten sie, urteilten die Landesfürsten bei ihrer vorzeitigen Heimreise, den Weltfrieden entscheidend marginalisiert und die nukleare Bedrohung vertieft.

           Während zu Wochenausklang viele Schüler auf Hamburgs Straßen gingen, um für einen besseren Klimaschutz zu protestieren, stritten sich in Berlin Politiker die Köpfe heiß, ob man die Aufrichtigkeit der Mädchen und Jungen mit schlechten Noten ahnden oder deren Schulschwänzen belobigen sollte.
02.03.2019; 17:37 Uhr


Die 8. Kalenderwoche 2019
           Die sächsische AfD-Fraktion zeigte sich über den Landtagspräsidenten des Freistaates M. Rößler erstaunt. Zu Wochenbeginn hatte dieser zu Protokoll gegeben, dass ein Wahlkampfauftritt der Bundeskanzlerin Sachsen nicht helfen würde. Uns würde ein solcher Auftritt vor der bevorstehenden Landtagswahl mit Sicherheit helfen, intervenierte die Fraktion der AfD.

           Am Dienstag kam aus der Landesregierung von Baden-Württemberg die Information, dass man ab sofort alles tun wird, um weitere Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden. Die Messstationen, hieß es, die ohnehin das Stadtbild massiv verschandeln, werden abgebaut und durch Sonnenblumen ersetzt.

           Die ARD ließ von einem Institut ein „Framing-Manual“ erstellen. Das 89 Seiten umfassende Werk soll den Redakteuren helfen, die Devise „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“ nie aus dem öffentlich-rechtlichen Blick zu verlieren. Darauf gab es von allen Seiten lobende Worte. Dass ein Teil vom monatlichen Rundfunkbeitrag, äh von dem „Rundfunkkapital“ eine so sinnvolle, weil nachhaltige Verwendung fand, hieß es unisono, sei eine tolle Sache.

           Kaum hatte am Mittwoch der Vermittlungsausschuss den Digitalpakt auf den Weg gebracht und einen Tag später der Bundestag der Novelle zugestimmt, meldete sich der amerikanische Präsident. „Fünf Milliarden für eine Digitalmauer“, schrieb Trump, „was für ein Deal! Angela macht keinen guten Job. Aber wie sie das hinbekommen hat, wow!“

           Rechtzeitig zum Parteitag der Linken strichen die Genossen eine Formulierung in einem zu beschließenden Grundsatzpapier, mit der sie sich als eine undemokratische und neoliberale Vereinigung bezeichnen wollten.
23.02.2017; 17:41 Uhr


Die 7. Kalenderwoche 2019
           Zu Beginn der Woche bearbeiteten die beiden großen Volksparteien ihre Traumatas. Die SPD ließ Hartz IV hinter sich und erfreute sich an der Wortschöpfung Bürgergeld, während sich die CDU bei einem Werkstattgespräch darüber austauschte, welche handwerklichen Fehler ihnen bei der Grenzöffnung von 2015 unterliefen.

           Am Dienstag rechtfertigte U. v. d. Leyen, Bundesverteidigungsministerin, die Meldung, dass jeder zwölfte Rekrut in der Truppe minderjährig ist. Es sei doch allemal besser, so die Ministerin, die Rabauken zeitig genug in eine Uniform zu stecken, als das die Bande weiter vor ihren Ballerspielen abhängt und sich von Pizza und Cola ernährt.

           Während zu Wochenmitte viele Lehrer ihre Arbeit niederlegten und für mehr Kohle streikten, gingen bundesweit erneut Schüler auf die Straße, um für ein besseres Klima und einen schnelleren Kohleausstieg zu protestieren. Dass beide Lager nächste Woche den Vermittlungsausschuss anrufen werden, wurde indes noch nicht bestätigt.

            Der ehemalige Innenminister Th. de Maizière, anerkennend auch Büroklammer gerufen, stellte in Berlin sein neues Buch vor. Unterstützt wurde der Wahl-Sachse dabei von seinem Kollegen und Finanzminister O. Scholz, den Freunde gern Scholzomat nennen. Entgegen seiner jetzigen Tätigkeiten, dem Einkaufen und Saubermachen, um sich nach seiner politischen Laufbahn wieder eine gewisse Alltagstauglichkeit anzutrainieren, nannte der schreibende Ex-Minister seinen Schmöker „Regieren“. Die Ehefrau von de Maizière wehrte im Anschluss der Lesung mögliche Befürchtungen rasch ab. Mit dem Buchtitel, der gelinde gesagt ein verkaufsfördernder Kracher ist, könne ihr Mann mitnichten seinen Stand daheim meinen, sagte sie. Dort regiere jemand anders.

           Die Woche neigte sich dem Ende da verunsicherte eine Nachricht nicht nur die Baubranche: Der Sand wird knapp. Was das heißt, kann man sich an drei Fingern abzählen: Kein Projekt, dass auf Sand gebaut wird. Jedes noch so träge Getriebe läuft – ohne Sand – wie geschmiert. Und zu schlechter Letzt: Die flüssige Vitaminbombe, der Sanddornsaft, wird zum Ladenhüter. Denn wer trinkt schon Dornensaft?

16.02.2019: 17:26 Uhr


Die 6. Kalenderwoche 2019
           In Berlin und Hamburg ist jeder zweite Häftling ein Ausländer. Früher nahmen uns die Ausländer die Arbeit weg. Heute machen die einem schon den Platz im Knast streitig.

           Ihre vierte Audienz beim japanischen Kaiser nutzte die Bundeskanzlerin, um sich ein paar wertvolle Tipps für ihre spätere Tätigkeit als Monarchin zu holen.

           Für seine Ratschläge, wie man sich gegen den Krebs schützen kann, erhielt der Bundesgesundheitsminister J. Spahn viel Dank und Anerkennung. Jetzt wisse sie endlich, schrieb eine Frau, weshalb sie mit drei Jahren an Hautkrebs erkrankte: Ihre Eltern hatten sie nicht genug eingecremt.

           Wegen der Insolvenz blieben die Maschinen der Gesellschaft Germania am Boden. Der Bund könne nicht helfen, hieß es, man hätte genug mit den eigenen lahmen Flugzeugen zu tun.

            Die Bundesagrarministerin J. Klöckner von der CDU machte sich für ein Tierwohlkennzeichen bei Schweinen stark. Und die SPD-Vorsitzende A. Nahles verkündete, dass ältere Arbeitslose länger Arbeitslosengeld I beziehen sollen. Soviel christlich-soziales Engagement für bedrohte Arten gab es lange nicht.

           Der Ost-Beauftrage der Bundesregierung C. Hirte bemängelte, dass kaum Bundesbehörden einen Standort im Osten erhalten. Und wenn nach einem Standort gesucht wird, so Hirte, kommt man, wenn überhaupt, auf Leipzig. Diese Stadt kennen die westdeutschen Entscheider, immerhin komponiert im dortigen Musikviertel ein gewisser J. S. Bach seine Melodien für verschiedene Abendserien. Und der Regisseur Neo Rauch, bekannt durch den Film ‚Das Beben der anderen‘, käme schließlich ebenfalls aus Leipzig.
09.02.2019; 17:37 Uhr


Die 5. Kalenderwoche 2019
           Immerhin 2,5 Millionen Freunde verloren über Nacht ihre Freundin. Die Bundeskanzlerin A. Merkel machte den Habeck und schaltete ihren Facebook-Auftritt ab.

            Der Bundesverkehrsminister A. Scheuer gab sich überraschend als Menschenverstands-Versteher. Was war passiert? Ein Vorschlag einer Kommission forderte ein Tempolimit. Dabei ging es nicht um etwaige Entscheidungen von politischer Seite, die man gern drosseln solle. Der Vorschlag zielte auf des Deutschen liebste Bahn, jene, die gern auch für ein Zuspätkommen verantwortlich ist, dafür aber selten gescholten wird: Die Autobahn.

           Nachdem sich die Regierung auf einen Kohleausstieg geeinigt hatte, gaben sich die Ministerpräsidenten der betroffenen Länder – ob der vom Bund als Entschädigung versprochenen Finanzspritze – äußerst geschmeidig. Aus den Mondkratern würden blühende Landschaften, versicherten die übermüdeten Minister in jedes Mikrofon. Dies rief wiederum die Witwe von Altkanzler Kohl M. Kohl-Richter auf den Plan: Den Begriff von den Landschaften, die blühen, zu verwenden, welchen sie übrigens schon vor Jahren hätte schützen lassen, sei eine infame Frechheit, die sie beim Internationalen Gerichtshof anzeigen werde.

            SPD und CDU bekräftigten ihren Willen zu einer neuen Ostpolitik. Kurz vor den Landtagswahlen sollen die bewährten Rosinenbomber wieder aufsteigen, um neben West-Berlin auch darbende Provinzen im Osten aus der Luft zu versorgen. Die Bürger der westdeutschen Städte wurden bereits jetzt schon angehalten, vermehrt Pakete mit lebenswichtigen Dingen wie Schokolade und Margarine an ihre Brüder und Schwestern in Sachsen oder Sachsen-Anhalt zu schicken. Wann jedoch die hässliche Renten- und Tarifmauer fallen wird, die West und Ost trennt, konnte selbst der Ministerpräsident von Brandenburg D. Woidke nicht mit Bestimmtheit sagen.

            Die regierenden Parteien haben sich intern mit dem Bundespräsidenten darauf verständigt, alle geplanten Flüge mit Regierungsmaschinen vorerst abzusagen. Nachdem die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen zu spät zum G20 Gipfel eintraf, der Entwicklungsminister auf halber Strecke mit dem Flugzeug liegen blieb und nun sogar der Bundespräsident in Äthiopien festsaß, wird man in den nächsten Monaten daheim bleiben und alle wichtigen Gespräche mit ausländischen Würdenträgern im Kanzleramt oder im Schloss Bellevue durchführen. Offiziell hat der Regierungssprecher die kompromisslose Stilllegung aller Pannenflieger als Deutschlands beispielhaften Beitrag zum Umweltschutz erklärt. 

            Zum Wochenende verkündete die Deutsche Bank nach Jahren der Talfahrt ein marginales Plus in ihren Haushaltsbüchern. Somit stehe das ehrwürdige Haus einer Übernahme durch ein noch solventeres Institut freundlich bereit.
02.02.2019, 17:41 Uhr


Die 4. Kalenderwoche 2019
           Der Schuldenberg vom Land Berlin schrumpfte im letzten Jahr auf lächerliche 58 Milliarden Euro. Erfolgsmeldung genug, dass sich Hauptstadt in diesem Jahr einen weiteren Feiertag genehmigt. Damit sich der wirtschaftliche Verlust dennoch in Grenzen hält, verständigte man sich auf den Internationalen Frauentag, der 2019 auf einen Sonntag fällt.

           In der Regel dauern Parteitage zwei, drei Tage. Dann sind alle Unklarheiten beseitigt und die Frauen und Männer strömen wieder nach Hause in die gute Bundes- oder Landtagsstube. Dass jedoch die Partei der Grünen eine ganze Woche tagen durfte, verursachte bei vielen im politischen Berlin mächtiges Sodbrennen. Bei kostenloser Bewirtung zeigten die Sonnenblumen-Freunde innerhalb der Internationen Grünen Woche ihr unschuldigstes Gesicht.

           Während der Vatikan für nächsten Monat zum Missbrauchsgipfel einlud, fanden sich im verschneiten Davos Wirtschaftsbestimmer zum Weltwirtschaftsgipfel ein. Trafen sich einst die Übeltäter sämtlicher Prägung heimlich und hinter verschlossenen Türen, kann heute die öffentliche Präsenz des kriminellen Treibens nicht groß genug sein.  

           Das Familienministerium legte das Starke-Familien-Gesetz und das Gute-Kita-Gesetz vor. Aus diesem Grund möchte das Ministerium für Arbeit mit einem eigenen griffigen Vorhaben punkten. Das Haus plant eine Respekt-Rente. Deshalb sei an dieser Stelle auf die Sorglos-Wahlprogramme verwiesen, die in den Schubladen der Parteivorsitzenden schlummern. Oder der vom Bundesinnenminister zur Vorlage gebrachte Heitere-Heimflug für abzuschiebende Menschen.

           Da die Unsicherheit momentan größer als die Zuversicht ist, ob die in wenigen Monaten stattfindende Europa-Wahl sich für ein Fortbestehen der Union bekennt, erneuerten Deutschland und Frankreich noch rasch ihren in die Jahre gekommenen Freundschaftsvertrag.
26.01.2019, 17:37 Uhr


Die 3. Kalenderwoche 2019          
             # Nach dem Großbritannien noch das Türchen sucht, um aus der EU zu fliehen, hat die AfD erfolgreich ihre Vertreter bestimmt, die bei der Europawahl für die Partei antreten werden, um den Austritt Deutschlands aus der EU endlich in die Wege zu leiten. Dies führte wiederrum bei der EU zum mehrheitlichen Beschluss, Europa endgültig den Rücken zu kehren.
             # Wütend ihrer finanziellen Lage wegen, traten die Sicherheitskräfte vieler deutscher Flughäfen in einen Warnstreik. Das wenige Geld, was sie bisher erhalten, um sich angemessen mittels Kaffee und Schokolade in eine dauerhaft aufmerksame Lage zu bringen, reiche weder hinten, noch vorne aus. Die Arbeitgeber sahen durch den Streik mittelfristig Deutschland abstürzen und ließen deshalb erbost mitteilen, die Fachkräfte mögen doch bitte einmal auf dem Boden bleiben.

             # Die AfD erklärte sich bereit, den Verfassungsschutz als Prüf-Fall stärker ins Visier zu nehmen.
             # Bei einer Feierstunde forderte der Bundestagspräsident die männlichen Abgeordneten auf, ihre Frauen mehr bei der Hausarbeit zu unterstützen. Wie er denn seiner Frau daheim zur Hand geht, wollte beim späteren Empfang eine Kellnerin von W. Schäuble wissen. Für ihn gibt es das Problem nicht, antwortete der Politiker. Der Haushalt liegt einzig in den Händen einer Haushälterin und nicht in denen seiner Frau.

             # Der amerikanische Botschafter in Deutschland, R. Grenell, schrieb deutschen Unternehmen gepfefferte Briefe. In seinen Schreiben zeigte sich der Diplomat ziemlich verärgert, denn eine Sache stinke ihm mächtig. Die geplante Gasleitung zwischen Russland und Deutschland sei nicht im Sinne des momentanen Haushaltsstopps in Amerika. Daraufhin versprachen die Konzernzentralen gegenüber dem amerikanischen Präsidenten, den Einwand sorgfältig zu prüfen. Bis zum Abschluss dieser Prüfung wurde Herrchen aufgefordert, die Leine, wenn möglich, zu seinem scharfen Hund kürzer zu halten.

19.01.2019; 17:35 Uhr


Die 2. Kalenderwoche 2019
           # Der Oberliberale Ch. Lindner machte in Stuttgart deutlich, dass er nicht wegläuft, wie er aber auch keinem hinterher läuft. Und R. Habeck, erklärter Thüringen-Versteher der Grünen, löschte seine Konten bei Twitter und Facebook. Somit bleibt für ewig die Frage offen, ob Herr Lindner weggelaufen wäre, hätte Herr Habeck dem Liberalen eine Freundschaftsanfrage geschickt. Hätte, hätte, Zuckerschnecke.
           # Der Finanzminister O. Scholz gab selbstbewusst zu Protokoll, sich die Arbeit als Kanzler vorstellen zu können. Dass der oberste Kassenwart damit den Job als Bundeskanzler meinte, überraschte selbst seine Parteifreunde, hatten die ihm eher eine Stelle als Kanzler einer kleineren Universität zugedacht.

           # Nachdem erstaunlich zügig der Hacker-Angriff auf sensible Daten von Politikern und Prominente aufgeklärt wurde, prüft der Innenminister H. Seehofer ebenso rasch, in welches Land der in Hessen geborene Täter abgeschoben werden kann.
           # Kaum fiel im Monat Januar völlig überraschend Schnee und machte die Alpen zum Alptraum, düsten zwölf Sternchen in den Dschungel. Dort werden die Kandidaten fette Maden essen oder warmes Tierblut trinken: das Zurück-nach- Deutschland-Tickt gilt es sich zu erkämpfen. Doch diesmal werden die Promis ihre hehren Aufgaben in einem Kölner Studio absolvieren. Denn einige Sicherheitsleute, die diverse Flughäfen bestreikten, hatten angekündigt, ihren Ausstand verlängern zu wollen. Und vom Schnee wusste man, dass dieser genug von den Bergen hat und mit ebenen Landepisten liebäugelt.
12.01.2019, 17:18 Uhr


Die 1. Kalenderwoche 2019
           # Einige der sonst zuverlässigen Geldautomaten verweigerten sich der Wünsche ihrer Kunden. Nicht, dass sie gesprengt wurden. Die Automaten. Die Fahrer der Geldtransporter streikten, um einen höheren Verdienst zu erwirken.

           # Auf Drängen des deutschen Außenministers H. Maas berief man Deutschland für zwei Jahre in den Uno-Sicherheitsrat. Das war auch höchste Zeit. Denn trotz der Mängel, die die Bundeswehr bekanntermaßen auszeichnet, hat eben diese Wehr für ein Jahr den Vorsitz der NATO-Eingreiftruppe übernommen.
           # Nachdem eine chinesische Raumsonde auf der Rückseite des Mondes ihre Fühler aufgesetzt hat, kündigten die Herren der Gruppe Pink Floyd für 2065 einen zweiten Teil ihrer vor 46 Jahren erschienenen Scheibe The Dark Side of the Moon an.

           # Ein Hamburger Start-up entwickelte einen Algorithmus für die Erfolgsaussichten von Romanen. Mit 77 Prozent versprechen die Jungunternehmer ihre Trefferquote. Dass Verlage großes Interesse an der KI haben, ist verständlich. F. Merz, gefühlter CDU-Vorsitzender, verklagte indessen seinen Berater. Dieser hätte es versäumt, die Parteitagsrede von Merz zuvor mit dem Algorithmus zu prüfen.

           # Unbekannte hackten und stellten die privaten Telefonnummern und Adressen von zahlreichen Politikern ins Internet. Viele der betroffenen Politiker regten sich über diese ungewollte Transparenz auf. So hätten sie das als Volksvertreter, der seinem Wähler nah ist und den man anfassen könne, nicht gemeint.

05.01.2019; 17:54 Uhr


Die 52. Woche 2018
           # S. Wagenknecht stellte sich mit einer gelben Weste bekleidet vor das Kanzleramt. Mit ihrer Aktion wollte die Linke-Fraktionschefin das müde Wahlvolk auffordern, ab 2019 verstärkt gegen die Politik der Reichen zu protestieren. Dass Freunde des provokanten Tweets einen sauteuren Kaschmirmantel unter der billigen Weste von Frau Wagenknecht entdeckten, wurde nicht weiter kommentiert.
           # Pünktlich zum Weihnachtsfest wandten sich die Kirchenoberen an ihre Schäfchen. Was die Hirten zu sagen hatten unterschied sich auch dieses Jahr wenig von dem, was Politikern gern an Feiertagen entschlüpft. Und ebenso zum Fest des Friedens meldete sich der Bundespräsident. An sein Volk gerichtet klang F.-W. Steinmeier wiederum wie ein Geistlicher, der um das Wort zum Sonntag rang.

           # Der US-Botschafter in Deutschland R. Grenell hat sich bei einem namhaften Wochenmagazin im Zusammenhang mit gefälschten Berichten über den antiamerikanischen Kurs des Magazins beklagt. Für ein sinnvolles USA-Bashing sei immer noch die amerikanische Regierung verantwortlich, mahnte der Botschafter.
           # Die Statistiker meldeten einen Einbruch bei den Wohnungseinbrüchen. Immer weniger Menschen machen sich die Mühe, um die Wohnungen anderer Menschen leer zu räumen. Was ist das nur für eine Welt? Selbst die Einbrecher scheinen bereits alles zu besitzen.

           # Die sächsischen Winzer meldeten für dieses Jahr eine Rekordernte. Diese Nachricht wurde von vielen Konsumenten mit Erleichterung aufgenommen. Denn nach der sächsischen Landtagswahl im kommenden Jahr wird mit Sicherheit die eine oder andere Flasche zum Schönreden der Resultate benötigt.

29.12.2018, 17:15 Uhr


Die 51. Woche 2018
           # Längst hat sich der Kunde daran gewöhnt, Lebkuchen bereits im August in seiner Filiale zu finden. Die bundesdeutschen Weihnachtsmarktbetreiber, besser unter dem Kürzel WMB bekannt, haben sich jetzt darauf verständigt, eben jene beliebten Märkte der ungesunden Speisen und alkoholischen Heißgetränke in ausgesuchten Großstädten ab 2019 ganzjährig anzubieten.
           # Ein weiteres Mal versucht die SPD ein prominentes Mitglied ihrer Partei vor die Tür zu setzen. Dem ehemaligen Finanzsenator von Berlin T. Sarrazin wird vorgeworfen, den letzten Rest an Existenzberechtigung der SPD abschaffen zu wollen. Dies würden zwar auch andere Parteimitglieder versuchen, hieß es, jedoch weitaus erfolgreicher.

           # Die Bundeskanzlerin gratulierte zwei Haudegen des eher rauen Musikgeschäfts zum siebzigsten bzw. zum fünfundsiebzigsten Geburtstag. Wenn man bedenkt, schrieb die Kanzlerin in ihrem Brief, wie oft man O. Osbourne und K. Richards aufgrund ihres wenig beispielhaften Lebenswandels für tot erklärt habe, blicke sie frohgemut in ihre eigene Zukunft.
           # Nachdem sich der ehemalige CDU-Politiker F. Merz per Zeitungsinterview für einen Posten als Bundesminister bewarb, gab es bei seinen Unterstützern einen entrüsteten Aufschrei. Minister sei ihnen viel zu mickrig, hieß es. Mindestens als Bundeskanzler könnten sie sich ihren Retter vorstellen. Oder noch besser als Papst.

           # H. Fischer und F. Silbereisen, die gern als Schlagerduo durch die Gartenvereine und Möbelhäuser der Republik tingeln, gaben ihre Trennung bekannt. Nach dem seine langjährige Freundin ziemlich häufig atemlos nach Hause kam, sprach F. Silbereisen sie daraufhin an. Frau Fischer leugnete den Grund ihrer mangelnden Kondition nicht lange und bekannte sich offen zu ihrem neuen Freund.

22.12.2018, 18:05 Uhr


Die 50. Woche 2018
           # Diese Woche war vom Suchen und teilweisen Finden geprägt. Während halb Deutschland noch immer nach dem Impfausweis sucht, fand man den MfS-Ausweis des einstigen Geheimdienstoffizier und heutigen Präsidenten V. Putin. Als einige, die nach ihrem Impfausweis kramen, diese Nachricht hörten, stellten die sofort ihr Suchen ein. Unerwartet auf den eigenen Ausweis der Firma zu stoßen, galt es kurz vor Weihnachten zu vermeiden.
           # Dafür suchte die englische Premierministerin T. May weiterhin einen Weg, um ihr Land unbeschadet aus der EU zu bekommen. Damit die Fotografen das Mühen der Regierungschefin mit passenden Bildern illustrieren konnten, ließ sich am Dienstag die Autotür beim Blitzbesuch im Kanzleramt erst nach mehrmaligen Rütteln und Klinken öffnen.

           # Die neue CDU-Spitze, die noch am Kater ihrer wenig prozenthaltigen Wahl litt, suchte nach einem Posten für ihren verlorenen Sohn F. Merz. Zwei Stellen rückten in die engere Wahl: Kassenwart für die ungeliebten, aber wichtigen schwarzen Konten. Oder Sprecher der Parteimitglieder, die im Besitz von Aktien sind.
           # Zum Ende der Woche suchten viele Ägypter vergeblich nach gelben Westen. Um den Jahrestag des Aufstands gegen Mubarak nicht allein dem gerade mächtig angesagten Bekleidungsstück aus dem Land der Mode zu überlassen, entfernte man es vorsorglich aus den Geschäften.
15.12.2018; 18:03


Die 49. Woche 2018
              # Im 266 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Katowice fand der 1001. Gipfel in diesem Jahr statt. Das Klima, das bei den Beratungen herrschte, wurde von einigen Beobachtern als ungewöhnlich schwül-warm beschrieben. Die heftigen Westsaharawinde ließen, hieß es von den Experten, an einen baldigen Sommer denken, der den von 2018 weit in den Schatten stellen wird.
           # Wer bisher zweifelte, dass Handelspolitik in den Händen von Großkonzernen liegt, wurde eines Besseren belehrt. Mehrere Autobosse besprachen mit dem amerikanischen Präsidenten geplante Investitionen und die Abwendung möglicher Zollstrafen. Den EU-Vorderen, denen rechtlich diese Aufgabe zusteht, war es vorbehalten die Unterweisung, wie politisches Handeln funktioniert, aus der Ferne verfolgen.

          # Einen Tag nach Nikolaus beschenkte sich der CDU-Parteitag mit einer neuen Vorsitzenden: A. Kramp-Karrenbauer. Tage zuvor zeigte sich Merkels Mädchen noch auffallend häufig mit einem roten Schal um den Hals, dass wilde Gerüchte aufkamen, AKK bewerbe sich für den Chefposten der anderen Volkspartei.
08.12.2018, 17:54 Uhr


Die 48. Woche 2018
           # Die Bundesumweltministerin S. Schulze kündigte dem Plastikmüll den Krieg an. So sollen Gurken oder Bananen, die mit einer Folie verpackt sind, aus dem Supermarkt verschwinden. Auch das nervige Schleppen von Wasserflaschen soll entfallen. Dafür werden überall Stationen eröffnet, wo der durstige Bürger genügend Trinkwasser in seine Kanne abfüllen kann.
           # Nächstes Jahr wird Hannover um eine Attraktion ärmer sein. In Ermangelung gläubiger und pilgernder Menschen bleibt die Pforte zur größten Computer-Messe geschlossen. Ob auch Missbrauchsfälle an Ministranten zur Kappung der Messe geführt haben, blieb von der Cebit unkommentiert.

           # Wohlbehalten landete der NASA-Roboter InSight auf dem Roten Planten. Die ersten Bilder, die der Maulwurf an die Erde schickte, überraschten die Wissenschaftler. War doch eine noch gut erhaltene Geschenkbox mit drei Filmkassetten zu sehen: Mars Attacke!, Der Marsianer sowie Die totale Erinnerung.
           # Zwar werden überall uniformierte Ordnungshüter gebraucht und nachbestellt. Ehe diese umfänglich ausgebildet ihren ehrenwerten Dienst antreten können, erklärte sich der Bürgermeister von Tübingen B. Palmer bereit, in seiner ohnehin knapp bemessenen Freizeit als Hilfssheriff durch die städtischen Straßen zu patroulieren.

           # Um ihre Freundschaftsanfrage zu bekräftigen, besuchte 170 Einsatzkräfte der Polizei kurzerhand die Deutsche Bank. Damit nicht genug. Völlig uneigennützig gingen die Beamten den Bankangestellten beim Waschen von Geldscheinen zur Hand. Selbst bei der aufwendigen Suche nach sicheren Orten zur Gründung diverser Offshore-Gesellschaften halfen die Polizisten ihren neuen Freunden.
01.12.2018, 17:31 Uhr


Die 47. Woche 2018
           # Es sei der Sommerhitze zu verdanken, hieß es unverhohlen spöttisch zu Beginn der Woche, dass die Kartoffeln um die Hälfte teurer werden. Strittig blieb die Frage, wer den Kunden bei seinem Knolleneinkauf per Subvention unterstützen wird: die Bundesregierung oder die EU.
           # Der Neid um den Verdienst des Kandidaten F. Merz hielt auch diese Woche an. In der ganzen Aufregung verschwamm zunehmend, welcher Verdienst in den Fokus gerückt war. Meinte man den Verdienst, zehn Jahre politisch im Hintergrund agiert zu haben? Meinte man Merz‘ Verdienst, drei Kinder groß gezogen zu haben? War es der Verdienst, dass er seit 1981 mit ein und derselben Frau verheiratet ist? Dass seine Manschettenknöpfe farblich stets zum Anzug stimmen? Oder handelte es sich um den Verdienst, einen Artikel im Grundgesetz zur Disposition zu stellen, um wenige Stunden später seine Aussage „für alle zum Mitschreiben“ zu revidieren?

           # Passend am Buß- und Bettag stritt der Deutsche Bundestag über den Haushalt 2019. Dass die Vertreterin der größten Oppositionspartei über ihren Umgang mit diversen Spenden sprach, ließ bezogen auf das Thema der Debatte aufhorchen.
           # Mit ihrer kämpferischen Rede qualifizierte sich A. Merkel am gleichen Tag erkennbar zur eindeutigen Favoritin um den vakanten CDU-Vorsitz.

           # Und wie so oft kam auch diese Woche die bitterste Meldung am Freitag: Der bekennende Haselnussfreund und Sänger namens Heino kündigte seinen Abschied von der Bühne an. Nach der Auslieferung vom letzten Bader-Katalog sehe sich der Barde nicht im Stande, seiner Freude an stets wechselnden und seinen Liedern angemessenen Brillengestellen nachzugehen.
24.11.2018; 18:07 Uhr


Die 46. Woche 2018
          # Die Ankündigung der SPD-Vorsitzenden A. Nahles, dass sich ihre Partei von Hartz IV trennen wolle, zeigte Wirkung. Sofort eilten zahlreiche Bezieher von Arbeitslosengeld II zum Jobcenter, um sich von ihren Vermittlern zu verabschieden. Dabei geizten die Noch-Bezieher nicht, ihren Noch-Vermittlern diverse Tipps für Umschulungsmaßnahmen auf den Weg zu geben.
           # Die AfD, die verbotenerweise eine Spende aus der Schweiz annahm, klagte – nach Bekanntwerden der Überweisung – über heftigen Kopfschmerz. Dass das Pharmaunternehmen, von dem das Geld stammt, mehrheitlich Blutdrucksenker produziert, half da wenig.

           # H. Seehofer, der gern einen Rücktritt von einem angekündigten Rücktritt hinlegt, versprach bei einem Besuch in Bautzen, sich ein Beispiel an Frau Merkel zu nehmen. Das Amt als Parteivorsitzender will er abgeben. Das Amt als Innenminister behält er. Wann er die zu erwartende Rücknahme von seinem Verzicht erklärt, ließ der Minister offen.
           # Eine Nachricht machte besonders betroffen. Nach einer Klausur beschloss die Bundesregierung, drei Milliarden Euro für die Künstliche Intelligenz auszugeben. Der Zweifel an den eigenen Fähigkeiten muss demnach größer sein als vermutet.

           # Die Bundeskanzlerin besuchte Chemnitz und weihte dort einen weiteren Merkelmussweg ein.
           # Am Ende der Woche platzte eine Bombe, die wohl bei jedem Fernsehzuschauer zur Schnappatmung führte. Die ultimative Erfolgsserie Lindenstraße wird nach einem halben Menschenleben eingestellt. Kein geringerer als Til Nuschel Schweiger durchlitt in der Seifenoper sein erstes Bad in der Lauge. Als Joe Zenker stieg er 1992 aus, trocknete sich gut ab und düste gen Hollywood. Und siehe da, selbst im sonnigen LA machte er wie der wirkliche Schweiger eine betörende Karriere.
17.11.2018; 17:28 Uhr


Die 45. Woche 2018
           # Nicht weniger als zwölf Apostel meldeten am Montag ihre Bereitschaft an, in den frei gewordenen Blazer zu schlüpfen, um ab Weihnachten die frohe Kunde der CDU unter das Wahlvolk zu bringen.

           # Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident H.-G. Maaßen wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Nach dem QuBeGe, dem Quengler-Bestandsschutz-Gesetz haben 55-Jährige Nervensägen darauf Anspruch. Die Frage des einstigen Präsidenten, ob er sich nun wenigstens politisch betätigen dürfe, wurde positiv beschieden. Der rüstige Jungrentner kündigte daraufhin per Life-Schalte aus seinem Bunker an, der neugegründeten Partei der Rache beizutreten. Deren Vorsitz hat noch ein gewisser F. Merz inne.
           # Zu Wochenmitte bestätigte das Amt für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung von Sachsen-Anhalt einen Einsatz in Dessau. Man habe sich im dortigen Brauhaus lediglich davon überzeugen müssen, dass das Konzert der Hausband von F.-W. Steinmeier Feine Sahne Fischfilet den hygienischen und Tierschutzvorgaben gemäß in Ordnung war. Einzig, dass beim Genuss der Lieder nur die linken Nervenzellen bedient wurden, bemängelte das Amt in seinem abschließenden Bericht.
10.11.2018; 17:40 Uhr

Die 44. Woche 2018
           # Zu Wochenbeginn wurde das Wort Abschied großgeschrieben. Genau zweiundvierzig Jahre nachdem E. Honecker von der Volkskammer der DDR zum  Staatsratsvorsitzenden gewählt wurde, trat A. Merkel am 29. Oktober vor die Presse, um ihren Abschied von der Politik zu verkünden. Sofort verließen bekannte und weniger bekannte Gesichter aus ihrer Deckung, um zu beweisen, dass auch sie die notwendige Raute stilvoll beherrschen.
           # Einen Tag später teilte ein Anwalt in einer großen Tageszeitung selbst denen mit, die es nicht wissen wollten, dass sich B. und C. Wulff erneut getrennt haben. Wie die BILD-Zeitung Tage später versicherte, habe C. Wulff anders als im Dezember 2011 diesmal den Chefredakteur nicht angerufen, um wegen der Nachricht lautstark zu intervenieren.

           # 50.000 NATO-Soldaten probten weiterhin in Norwegen den Ernstfall, obschon dieser in Amerika längst im Weißen Haus sitzt wie er den Paláco do Planalto in Brasilien zielgerichtet und wählerbedingt ansteuert.
           # Das Bundeskabinett beschloss die Anhebung des Mindestlohns auf stolze 9,19 Euro. Ausgerechnet der Finanzminister O. Scholz, dessen Mantra das Sparen ist, meinte im bewährten Duktus der Sozialdemokratie, gerecht wären 12 Euro.

           # Am Donnerstag beehrte der Bundespräsident F.-W. Steinmeier mit seiner Anwesenheit zwei Städte in Dunkeldeutschland. Ob den Dresdnern und Chemnitzern nach den Gesprächen mit dem Bundespräsidenten ein Licht aufgegangen ist, werden die anstehenden Novembertage zeigen.

           # Das Wort der Woche: Musterfeststellungsklage.

Für alle Freunde des beliebten Familienspiels Scrabble hat die Justizministerin K. Barley, selbst Mutter zweier Kinder, dieses neue Wort kreiert und – im Politsprech – auf den Weg gebracht. An dieser Stelle noch zwei Vorschläge aus unserer Redaktion: Wortungetümsbauministeriumssprecherin; Verbraucherschutzkantinenbetreiberkontrollinspektion

03.11.2018; 17:30 Uhr


Die 43. Kalenderwoche 2018
           # Am Montag sagte Siemens-Chef Joe Kaeser eine Reise nach Saudi-Arabien ab. Zu gut erinnere sich der Manager an seinen USA-Aufenthalt, sagte die dieser. Nach der USA-Reise habe er sich damals von Joseph Käser in Joe Kaeser umbenannt. Vor einer erneuten Namensänderung z.B. in Jusuf Al-Khaleel wäre selbst Joe K., hieß es, zurück geschreckt.

           # Am Dienstag mahnte der türkische Präsident den Schutz der freien Medien an. Und solange Saudi-Arabien Journalisten in der Türkei ermordet, würde maneine Vielzahl anderer Journalisten vorerst zu deren eigenen Schutz in türkischen Gefängnissen belassen.

           # Die wegen einer Berater-Affäre zunächst in die Mongolei dann nach China geflüchtete Verteidigungsministerin v. d. Leyen teilte nach intensiver Rücksprache mit ihrem momentanen Beraterkreis mit, dass man sie in der Vergangenheit wohl falsch beraten hat. Für weitere Auskünfte, so die Ministerin, stehe sie selbstverständlich nach erfolgter Abstimmung mit ihren neuen Beratern zur Verfügung.
           # Die Bürgermeisterin aus Sachsen-Anhalt, die vergangene Woche bei 2,8 Promille mit ihrem Auto einen Unfall verursachte und Fahrerflucht beging, entschuldigte sich jetzt schriftlich. Neben ihrer Beteuerung, dass es ihr leid tut, schrieb sie, dass es einmal spüren wollte, wie es sich als CDU-Mitglied anfühlt, unter die magische 5 Prozentmarke zu rutschen.

           # Kalauer der Woche: Wissenschaftler haben Mikroplasitk in Stuhlproben nachgewiesen. Furchtbar! Selbst die guten alten Stühle aus Holz sind nicht mehr was sie mal waren.
27.10.2018; 15:57


Die 42. Kalenderwoche 2018

           # Bei der Landtagswahl erhielt die CSU am Wochenende eine mächtige Klatsche. Und auch die Spieler von Bayern München konnten der deutschen Mannschaft bei ihren letzten beiden Länderspielen nicht zum Sieg verhelfen. Nur kurz stand die Frage im Raum, welchen Partner sich der amtierende Ministerpräsident M. Söder zum Freischwimmen ins schlingernde Boot holen wird. Söder entschied sich für die Freien Wähler. Wenn man schon den Kuchen der Macht teilen muss, dann mit welchen, die nicht beißen.  
           # Da sich die hessische Polizei zum bevorstehenden Weihnachtsfest ein paar neue Autos wünscht, besuchten am Montag schon einmal ausgewählte Beamte die Autohäuser in Rüsselsheim und Kaiserslautern.
           # Bei den deutschen Reiseveranstaltern knallten an Mittwoch die Sektkorken. Kanada gab den Gebrauch von Cannabis frei.
           # Wie im richtigen Leben feilschten Großbritannien und die EU im Trennungsjahr auch dieser Tage um jede Tasse aus dem guten Kaffeeservice. Zwar ist die Scheidung bereits für den März 2019 bei Gericht gebucht, zieht in der Zwischenzeit die eine Seite lieber einen Flunsch bis unters Knie, während die andere in einem Schmollwinkel hockt und sich darüber beklagt, dass niemand den Schuss gehört hat.
           # Die Welt ist aus den Fugen. Zumindest in Bayern. Und am Wochenende in Hessen. Während sich die SPD langsam aber sicher abschafft, wird Bündnis 90/Die Grünen zur ultimativen Volkspartei. Der einstige Verbotshaufen, der den Veggie-Day einführen wollte und die Sonnenblume als die neue Nelke definierte, rockt die Republik. 
           # Drei ostdeutsche Ministerpräsidenten forderten am Freitag in einem – für ihre Verhältnisse – flammenden Appell vom Bund mehr Kohle, sollte eben diese nicht mehr aus ihrem Boden gefördert werden. 
20.10.2018; 17:40 Uhr
 

 

 

Die 41. Kalenderwoche 2018
           Der Weltklimarat drängte die Politik zum Handeln, da Gespräche und Diskussionen nur noch hitzig ausgetragen werden. Viele, die sich heute zu Wort melden, leiden über erhöhter Temperatur, überdies spucken sie Feuer und wollen ihrem Gegenüber einheizen. Nur logisch, dass der Weltklimarat zu dem Schluss kam: „Es muss rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft geben.“
           Ein Berliner Gericht beschloss, nächstes Jahr einige Straßen in der Hauptstadt für den Autoverkehr zu sperren. Man hatte festgestellt, dass andere Straßen in der Stadt viel zu selten genutzt werden. Dies soll sich nach dem Urteil ändern.

           Kann der Papst schon die lebenden Kinder nicht vor seinen eigenen Kollegen schützen, so machte er sich bei seiner Generalaudienz für die ungeborenen Kinder stark und meinte, eine Abtreibung sei ein Auftragsmord.

           Die letzten Tage vor der Wahl in Bayern zeichneten sich dadurch aus, dass die SPD vorzeitig ihre Wahlpartie absagte. So viel Zuversicht war selten. Währenddessen soll der amtierende Ministerpräsident M. Söder schon mal – ebenfalls mit Blick auf die desaströsen Umfragewerte seiner Partei – verschiedene Kostüme probiert haben. Ob als Greifvogel mit gestutzten Flügeln oder als Tiger, der den berühmten Bettvorleger gibt, wer den Ministerpräsident kennt, konnte sicher sein, dass der zum Wahlabend in die richtige Garderobe schlüpfen wird.

13.10.2018, 18:10 Uhr


Die 40. Kalenderwoche 2018   
          Den vierzehn Intensivstädten stinkt es gewaltig. In ihrer Not lobten sie jetzt eine Umtauschprämie aus. Für jede zugewanderte Fachkraft wollen die Städte das angedrohte Fahrverbot aufheben und einen Spurwechsel gewähren. Während den Autobauer eine fette Dieselfahne zugesprochen wurde, können sie sich gleichzeitig für jede Nachrüstung einen kräftigen Rabatt zuschreiben. Wer das nicht versteht, dem sei versichert, die Sache ist, wie die Parteivorsitzende der SPD A. Nahles sagte, zu komplex, um verstanden zu werden.   


          Der Tag der Einheit wurde auch dieses Jahr am dritten Tag im Oktober begangen. Bundeskanzlerin A. Merkel ging in ihrer Rede auf die noch immer ungleichen Lebensverhältnisse zwischen Ost und West ein. Bei aller noch zu leistender Aufholjagd würde es sie optimistisch stimmen, dass der Feiertag bundesweit am gleichen Tag gefeiert wurde.
           

           Trotz massiver Kritik, die der amerikanische Präsident D. Trump per Twitter verschickte, übernahm der deutsche Bordingenieur A. Gerst von seinem US-Kollegen D. Feustel das Kommando der Internationalen Raumstation. Dies sei der schlechteste Deal des Jahrhunderts, schrieb der Präsident. Weiter mutmaßte er, dass der Deutsche wohlmöglich die ISS mittels einer Schummelsoftware bedienen und somit die Umwelt belasten werde. Was dies für die Raumfahrtindustrie hieße, sehe man ja in Deutschland: Erst gegen den Neukauf einer technisch einwandfreien Rakete würde man die alte Dreckschleuder aus dem Verkehr ziehen.
06.10.2018, 15:10 Uhr


Die 39. Kalenderwoche 2018
           Zu Beginn der Woche staunten nicht wenige, als sie hörten, Deutschland spricht. Der eine oder andere fragte sich besorgt: Und wer hört zu?

           Ganz andere fragten sich, was ein Frühstücksdirektor ist? Denn diese Funktion wurde für Herrn, na Sie wissen schon gefunden. Kontrolliert dieser leitende Angestellte, ob alle, die ebenso leitende Posten begleiten, ihr Pausenbrot dabei haben? Und wenn ja, was liegt zwischen deren labbrigen Roggenscheiben? Fingerdicke Blutwurst für die dauererregten Falken. Oder Streichelkäse für die blassen Softies.

           Dagegen ist allgemein bekannt, wie das Tagwerk eines Strippenziehers aussieht. Ein solcher Zieher, der von Haus aus Steuerberater ist, wurde zum Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU gewählt. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtungen R. Brinkhaus die Strippen ziehen wird. Bindet er die Fraktion fester an die Parteivorsitzende, oder knüpft er gemeine Fallstricke.

           Die Kanzlerin lehnte es unterdessen ab, die Vertrauensfrage zu stellen. Sie habe, hieß es, weiterhin vollstes Vertrauen, dass die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West selbst in hundert Jahren nicht verschwunden sein werden.

           Überraschend schob die Uefa Deutschland als Trostpreis für die verpatzte WM in Russland die Europameisterschaft 2024 zu. Die Türkei, die als Mitbewerber ins Rennen startete, ging leer aus. Als Entschädigung durfte der Präsident R. T. Erdogan nach Deutschland reisen. Hier wurde der Präsident mit allen Ehren empfangen, aß in großer Runde deftigen Sauerbraten und eröffnete als Vorbeter eine Moschee.
29.09.2018, 14:20 Uhr


Die 38. Kalenderwoche 2018
           Zu Beginn der Woche äußerten sich deutsche Bischöfe über eine Studie entsetzt, die den Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche zum Thema machte. Für die Geistlichen war die Untersuchung Anlass genug, endlich die Abschaffung der Ehelosigkeit zu fordern. Mit der Heirat zwischen einem Priester und seinem Ministranten, so die Meinung vieler, wäre man für immer die ganzen Negativschlagzeilen los.

           Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend F. Giffey besuchte eine Kindertagesstätte. Dort hinterließ die Ministerin ein Milliardenpaket für eine bessere Betreuung. Und weil die Ministerin einmal da war, erkundigte sie sich gleich über die Lebensbedingungen der Kinder. Danach betonte F. Giffey, dass es ein sehr konstruktives und überaus nützliches Gespräch gewesen sei. In wichtigen Punkten habe man sich einander angenähert und Gemeinsamkeiten festgestellt. Um aber zu substantiellen Lösungen zu gelangen, werden weitere, von einem Arbeitskreis vorbereitete Gespräche folgen.

           Der Chef des Verfassungsschutzes H.-G. Maaßen verlor seinen Posten und wurde ins Innenministerium berufen. Ein Bauernopfer wurde somit zum besser bezahlten Läufer befördert. Als Staatssekretär im Ministerium wird Maaßen somit zukünftig die Lage auf den ostdeutschen Straßen noch besser und effizienter analysieren können. Welchen Zeitungen der neue Staatssekretär seine Erkenntnisse im Anschluss mitteilen wird ist noch offen.

           Am Ende der Woche erhielt Minister für Inneres H. Seehofer einen Brief von namhaften und weniger prominenten Künstlern. In dem Brief forderten die politisch versierten Kulturschaffenden Seehofer zum Rücktritt auf. Eine Reaktion seitens Ministers stand bis jetzt noch aus, da der das Schreiben zunächst an seinen Führungsoffizier A. Gauland weiterleitete.
22.09.2018, 17:15 Uhr

Die 37. Kalenderwoche 2018
           Um die Fluchtursachen besser zu bekämpfen, diskutierte man in Berlin über Hilfen vor Ort, also einen Vergeltungsschlag in Syrien. Allein Verteidigungsministerin U. v. d. Leyen versuchte den Eifer vieler zu bremsen. Die fünf Panzer, die gestern noch fuhren, befänden sich deit Juni, so die Ministerin, wegen den Winterreifen in der Werkstatt.
           Bahnchef R. Lutz schrieb seinen Leuten einen Brandbrief und beklagte die vielen Fehler des Unternehmens. Ob durch den Appell die Züge die Fahrpläne einhalten, bleibt auf jedem Bahnsteig der Republik abzuwarten.

          Während sich Verfassungsschutzpräsident H.-G. Maaßen falsch verstanden fühlte, entschuldigte sich Musikus D. Bohlen wegen seiner Kleidung mit den Worten: „Das ist falsch rübergekommen.“ Bohlen soll dem Sender RTL bereits ein neues Showformat angeboten haben: DSDUM – Deutschland sucht den unverständlichsten Mann.    
           Die rührigen Dinos Kaufhof und Karstadt gaben bekannt, ab sofort gemeinsam auf Jagd, also einkaufen zu gehen.

           Dem ehemaligen Kanzlerkandidaten der SPD M. Schulz platzte während der Bundestagsdebatte der Kragen. Geschlossen erhob sich seine Fraktion von den Plätzen und verschaffte ihrem Ex ein rührendes Déjà vu. Bei der Kandidatur zum Kanzlernachfolger im Januar 2017 standen seine Genossen auch alle hinter ihm.
           Im Hambacher Forst kletterten Polizisten auf Bäume. Hetzjagden sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

           Die Abgeordneten der AfD, die geschlossen den Bundestag verließen, taten dies, um den freundlichen Rat des SPD-Abgeordneten J. Kahrs zu befolgen. Dieser hatte den Kollegen von der Opposition geraten, sie mögen doch bitte mal in den Spiegel schauen.
15.09.2018, 16:50 Uhr


Die 36. Kalenderwoche 2018
           Dass dem Gesundheitsminister J. Spahn sein Revier zu viel klein ist, war bisher eher ein Gerücht. Doch schlug nun der eben nicht ausgelastete Minister vor, dass der Bürger zukünftig nicht mehr täglich hundert Mal um seine Zustimmung in punkto Datenschutz gebeten werden soll. Die Widerspruchslösung, die Spahn auch bei der Spende eines Organs für sinnvoll hält, sieht er beim Datenschutz dringend geboten. Nur wenn der Bürger explizit widerspricht, dürfen von ihm Daten gesammelt oder nach seinem Ableben Organe entnommen werden. Widerspruch statt Zustimmung. Unbestätigten Angaben nach soll der Minister die Widerspruchslösung in interner Runde für zukünftige Landtags- und Bundestagswahlen vorgeschlagen haben.
           Verteidigungsministerin v. d. Leynen kündigte an, von sich und ihrer Arbeit ein Fähigkeitsprofil erstellen zu lassen. Die wichtigsten Eckdaten sollen dann bei der Aktivierung der Bundeswehr und ihrer desolaten Panzer und Hubschrauber genutzt werden.

           Genau zu dem Zeitpunkt, als die WHO auf den gefährlichen Bewegungsmangel der Menschen hinwies, traten wichtige Fürsprecher der Plattform Aufstehen vor die Presse. Während die Gesundheitsorganisation bemängelte, dass jede dritte Frau und jeder vierte Mann mit ihrer Bewegungsresistenz lebensbedrohliche Krankheiten riskiert, klangen die Damen und Herren um S. Wagenknecht bei ihren Einlassungen, welche sie sitzend vortrugen, wie besorgte Bürger. Fazit des Sit-in mit Markenkostüm: Wer aufsteht, setzt sich auch wieder.
           Am Rande einer Wohnungsbesichtigung sagte Justizministerin K. Barley, dass die von ihr forcierte Mietpreisbremse bisher keine Wirkung zeigt, dies aber, unterstrich die Ministerin, auf erstaunlich hohem und verlässlichem Niveau.
          Bei seiner Regierungserklärung versicherte Sachsens Ministerpräsident M. Kretschmer, dass es bei dem Chemnitzer Konzert Wir sind mehr keinen Mob, keine Hetzjagd und kein Programm äh Pogrom gab. Wo der Minister recht hat, hat er recht. Für Schlagerfreunde waren die Klänge, die am Montag gratis geboten wurden, wenig atemlos.
           Zur allgemeinen Überraschung ging der Innenminister H. Seehofer hart mit sich und seiner bisherigen Arbeit ins Gericht, sagte er doch, er sei der Vater aller Probleme. Damit widersprach der Minister vehement all denen, die medienwirksam unkten, Mutti sei die Mutter allen Übels.

08.09.2018, 17:05 Uhr


Die 35. Kalenderwoche 2018
                       Anfang der Woche zogen wütende Bürger durch die Chemnitzer Innenstadt. Die Organisatoren hatten das Stadtfest vorzeitig abgebrochen. Laut Plan war noch ein Auftritt der Band Firebirds vorgesehen, dies wollte man den Bürgern nicht zumuten. Nach unbestätigten Angaben prüfte die Stadtverwaltung nun für das kommende Wochenende ein Ersatzkonzert von Petra Schwar, dem Nr. 1 Helene Fischer Double aus Münster. Leider konnte die vielbeschäftigte Künstlerin so kurzfristig nicht, dafür sprangen eher unbekanntere Bands wie Die Toten Hosen und Kraftklub ein
                    Um den vielen Nachfragen Rechnung zu tragen, entschloss sich das sächsische Justizministerium, ab sofort sämtliche Haftbefehle im Netz zu veröffentlichen. Somit können sich die interessierten Bürger ungehindert davon überzeugen, um wen es bei dem vermeintlichen Täter handelt, welcher Tat dieser beschuldigt wird und wie die Zeugen heißen.

                 Zwei Monate nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Fußballmannschaft bei der WM stand der Bundestrainer Rede und Antwort. Er werde sich in Zukunft noch aktiver in die Spiele einbringen, so J. Löw. Wenn nötig würde er sein Edelzwirn mit einem verschwitzten Trikot tauschen, sich einwechseln lassen und mitspielen. Zu dem Vorwurf, im DFB hätte es Rassismus gegeben, sagte J. Löw, dass er das nicht bestätigen kann. Dies wäre ihm als Trainer mit schwäbischem Hintergrund aufgefallen.
              Beststellerautor T. Sarazin stellte sein neuestes Buch ‚Feindliche Übernahme - wie schnauzbärtige, an Augenlidsenkung leidende und dem S-Laut auf kriegsfußstehenden Ex-Politiker den Fortschritt behindern und die Gesellschaft bedrohen‘ vor. Bei der Veranstaltung, die A. Kissler vom Magazin Cicero moderierte, nahm Sarazin auch Stellung zu seinen vergangenen Büchern. Schließlich wäre es schön, wenn von denen noch einige über den Ladentisch gehen.
01.09.2018, 14:20 Uhr


Die 34. Kalenderwoche 2018
           H. Markwort, Gründer der legendären Zeitschrift Focus, äußerste sich unlängst, für den bayrischen Landtag kandidieren zu wollen. Darauf nörgelten einige Jungpolitiker, dass der Mann besser seine Rente genießen sollte, dabei ist Markwort erst einundachtzig Jahre. Die anderen grummelten, wenn er weiter seine Kolumne im Focus veröffentlichen will, könne St. Seifert, seines Zeichens Sprecher der Bundesregierung, in seiner Freizeit z. B. beim ZDF heute-journal jobben. (Was natürlich Unsinn ist, gewöhnlich geht man nicht wieder zu seinem Arbeitgeber zurück, den man verlassen hat.) 
           Ein Mitarbeiter des sächsischen LKA agierte verdeckt als besorgter Bürger bei einer Pegida-Demo. Ausgestattet mit  dem passenden Mütchen stürmte er, wie vorher vereinbart, auf filmende Journalisten zu. Frontal in die Kamera blickend stellte er mehrfach und überaus hörbar fest: „Sie begehen eine Straftat!“ Der Auftrag des Undercover arbeitenden Beamten vom LKA war klar geregelt. Er sollte medial griffig belegen, welch schwere Bedingungen u. a. Fernsehleute in Sachsen schultern müssen, um dem Beitragszahler zu befrieden. Doch leider handelte es sich bei den Polizisten, die der besorgte Bürger vom LKA wegen einer Anzeige drängte, um perfekt verkleidete Pegida-Demonstranten. So war es zu erklären, dass die sofort eingeleitete Datenerhebung der beschuldigten Journalisten etwas aus dem zeitlichen Ruder geriet.

          Bei den anhaltenden hohen Temperaturen jemanden die kalte Schulter zu zeigen ist gewagt. D. Trump gelingt das. Und weil er Europa mit seinem Desinteresse eben die kalte Schulter zeigt, versuchte der deutsche Außenminister die Lage zu beschreiben. Da die amerikanische Führung ’rote Linien‘ überschreitet, so H. Maas, müsse es Europa eine mit einer ‚balancierten Partnerschaft‘ versuchen. Dass die Verwendung der ‚roten Linien‘ ein heißes Eisen ist, bewies Trumps Vorgänger bei der Syrien-Frage. Doch was es mit der ‚balancierten Partnerschaft‘ auf sich hat, halten die Nachfragen der Medien bei Experten und Paartherapeuten noch an.
           Als die Wissenschaftler belegten, dass der Sommer 2003 heißer als der jetzige war, ging ein hörbares Stöhnen der Erleichterung durch die Republik. Doch hatte der Aufschrei nichts mit der Aussage der Wissenschaftler zu tun, vielmehr nahm man die zur gleichen Zeit veröffentlichte Meldung begeistert zur Kenntnis, dass am Wochenende mit einer spürbaren Abkühlung zu rechnen sei.

           Am Montag gab Griechenland den Rettungsschirm ab. Nach acht Jahren und einem Schwimmkurs von läppischen 288 Milliarden Euro muss sich nun das Land in den von Haien bevölkerten Gewässern ohne Rettungsring zurechtfinden.

25.08.2018, 17:30 Uhr

 

Die 33. Kalenderwoche 2018
          Passend zum Internationalen Linkshändertag am 13.08.2018 überraschte der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, D. Günther, mit der Bemerkung, dass er sich unter bestimmten Bedingungen eine Koalition mit der Partei Die Linke für möglich vorstellen kann.
           Während Deutschlands Flüsse unter einer verheerenden Wasserknappheit leiden und mancherorts sogar der Schiffsverkehr eingestellt wurde, heuerte jetzt ein neuer Käpt‘n Iglo an. Der neue Kapitän, der seine Fischstäbchen mit typisch norddeutschem Charme an die großen und kleinen Kinder bringt, heißt Riccardo Accerbi und kommt aus Italien.

           Kurz bevor die schönste Jahreszeit beginnt, bewarb die ‚Keramikscheune Spickendorf‘ mit einer großen Zeitungsanzeige mit der Eröffnung vom Weihnachtsland. Für den 18. und 19.08.2018 luden die netten Weihnachtsengel in Sachsen-Anhalt zu Glühwein und Plätzchen ein. Für üppige Weihnachtsdekoration und formvollendete Schwibbögen mit LED-Beleuchtung sei, hieß es, reichlich gesorgt.
           Der Verfassungsschutz-Chef H.-G. Maaßen traf sich in der Vergangenheit hin und wieder mit Politikern der AfD. Über mögliche Gründe der Treffen besteht weiterhin Unklarheit. Mal hieß es, Maaßen gab Empfehlungen ab, wie man eine Partei aufstellt, dass sie nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Andere Stimmen meinten gehört zu haben, dass es bei den Terminen um die Gründung einer neuen Sammlungsbewegung ging. In deutlicher Abgrenzung zu der linken Bewegung aufstehen.de favorisiere man den Titel sitzenbleiben.de.

           Das Wort Spurwechsel tauchte wiederholt in den politischen Debatten auf. Der bereits erwähnte D. Günther schlug vor, abgelehnten Asylbewerbern eine Chance auf Bleiberecht zu geben, wenn sie einer Arbeit nachgehen. Wir werden aufmerksam verfolgen, ob der Begriff verkehrsbedingt das Sommerloch übersteht.
           Bundeskanzlerin Merkel besuchte Sachsen. Fernab ihres Wahlkreises, der bekanntlich im Norden der Republik liegt, suchte Merkel das Gespräch mit besorgten Arbeitern einen Maschinenfabrik. Einige von denen wussten im Vorfeld, dass Frau Merkel ihr Buch ‚Ich bin dann weg‘ vorstellen wird. Die Gespräche wurden als gut und offen beschrieben. Allein die Erwartung der Buchpräsentation erfüllte sich nicht. Sie schreibe keine Bücher, erklärte die Bundeskanzlerin.
18.08.2018, 18:23 Uhr


Die 32. Kalenderwoche 2018
           Jan Ullrich hatte Zoff mit dem heimlichen Oscaranwärter Til Schweiger. Natürlich ging es um die Besetzung von Schweigers neuem Film. Ullrich wollte in dem US-Remake von ‚Honig im Kopf‘ den Honig spielen.
          
           In der CDU kam der Ruf nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. K.-T. zu Guttenberg, Verteidigungsminister a.D., ließ wissen, dass er hierfür nicht zur Verfügung steht. Er arbeite, hieß es weiter, an seiner zweiten Promotion.
           Der Frankfurter Flughafen wurde zeitweise gesperrt. Die Kontrolle einer Frau auf Sprengstoff war positiv, trotzdem durfte die Frau in den Sicherheitsbereich. Der zuständige Beamte versuchte den Vorfall zu erklären. Die Frau habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass es im Zuge der anhaltenden MeToo-Debatte nicht mehr zeitgemäß sei, wenn er sie kontrollieren wollte.

           Dagegen legten die Mitarbeiter vom Billigflieger Ryanair für vierundzwanzig Stunden die Arbeit nieder. Hatten sich die Piloten inzwischen an die schlechte Bezahlung und an die miesen Verträge gewöhnt, sollten sie jetzt auch noch für jeden Flug, den sie verantworten, einen finanziellen Eigenbeitrag leisten.
           Endlich startete S. Wagenknechts Sammlungsbewegung. Mit dem Namen aufstehen.de spricht die Politikerin vor allem jene an, die sich und der Familie zum letzten Jahreswechsel mehr Bewegung geschworen hatten – und noch immer auf dem Sofa sitzen.

           Nach dem sich der Spruch „Merkel muss weg!“ zum gängigen Gruß besorgten Bürger etablierte, schimpften diese nun über die führungslose Bundesregierung. Kaum verbringt die Bundeskanzlerin ihren Jahresurlaub und ist sprichwörtlich weg, ist das auch nicht richtig.
           Während der Regen weiterhin ausblieb und die Landwirte forderten, dass man ihre üppig subventionierte Arbeit finanziell unterstützen sollte, regnete es bei der Leichtathletik EM für die deutschen Sportler Medaillen.
11.08.2018, 17:40 Uhr


Die 31. Kalenderwoche 2018
           Sami A., der ehemalige Leibwächter von Bin Laden, wartet noch immer in seiner Heimat auf eine Fahrkarte nach Deutschland. Hier will er mit dem Startkapital von 10.000 Euro, welches von seiner deutschen Anwältin inzwischen beantragt wurde, einen Sicherheitsdienst gründen.

           Politiker aller Parteien nutzten die bundestagsfreien Tage, um durch das Land zu fahren. Bei ihren Treffen mit den Bürgern der Republik wollen die Volksvertreter vor allem zuhören. Die Seminare, die sie im Vorfeld zum Thema ‚Wie höre ich einem Menschen zu, ohne dass ich etwas von seinem Gerede mitbekomme‘ besucht hatten, waren komplett ausgebucht.
           Derweil versprach Bundeslandwirtschaftsministerin J. Klöckner den vom Wetter gebeutelten Viehhaltern, sie werde sie „nicht im Regen stehen lassen“, was bei den einen oder anderen Landwirt zur leichten Verwunderung führte, ist es doch gerade das fehlende Nass, was ihre Lage so erschwert.

            Eine deutsche Zeitung kündigte den Besuch des türkischen Präsidenten an. Kaum war die Ankündigung publik, gab es erste Wortmeldungen, die den Präsidenten freundlich darauf hinweisen, dass sein Lieblingsfußballer M. Özil nicht mehr bei Werder Bremen, sondern bei Arsenal London kickt.

           In Bayern öffneten die ersten ANKER-Zentren. Diese Einrichtungen, die von vielen bereits lange erwartet wurden, sollen zukünftig Politiker der CSU durchlaufen, damit ihre zügige Abschiebung oder – in selteneren Fällen – ihr dauerhafter Verbleib in Deutschland überprüft werden kann.

          
P. Scholze, ein 30-jähriger Professor der Mathematik, wurde am letzten Mittwoch mit der Fields-Medaille geehrt. Auf die Bitte, den Gästen kurz seinen Schwerpunkt der ‚perfektoiden Räume‘ zu erläutern, ging der junge Mann zügig ein. (Wie zu Redaktionsschluss dieser Rückschau bekannt wurde hält die Rede noch an.)
04.08.2018, 14:42 Uhr


Die 30. Kalenderwoche 2018
            Es war warm. Jean-Claude und Donald herzten sich. Es wurde noch wärmer. Donald schenkte seinem neuen Freund Jean-Claude eine Packung Soja. Da wurde es gleich noch viel wärmer. Mit der Packung Soja in der Hand umarmte Jean-Claude sämtliche Kameras und hauchte: „Was der Macron und was die Merkel nicht auf die Reihe gekriegt haben, bitte Kinder, ich hab‘s geschafft. Ich habe den Handelskrieg besiegt.“

            Der katalanische Ex-Präsident Puigdemont verließ, wie vorher angekündigt, Deutschland, um nach Belgien zu gehen. Unbestätigten Angaben zufolge will er dort einen Friseur aufsuchen und an der flämisch-wallonischen Universität eine Professor für allgemeine Spaltungstheorie der Neuzeit annehmen.           

            In Bayreuth trafen sich erneut viele Menschen, um in einem gut beheizten Konzertsaal jener Musik zu lauschen, die sie schon letztes Jahr an gleicher Stelle gehört haben. Ausgenommen vielleicht die Partnerin vom FDP-Vorsitzenden Patrick Lindner, für Franca Lehfeldt war der Trubel auf dem Hügel neu. Letztes Jahr hatte den Es-ist-besser-nicht-zu regieren-als-schlecht-zu-regieren-Politiker noch seine Frau Dagmar Rosenfeld angezogen, sprich bekleidet
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            Der Mond lockte all jene, die wegen der Hitze ohnehin nicht schlafen konnten, an die Fenster oder in die Parks. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stand eine über das Land einbrechende Finsternis, die weder von einem Masterplan oder einem flugs in Manching eröffneten Asyl-Landesamt gestoppt werden konnte. Natürlich lernten sich bei dem kollektiven Schauen Menschen kennen, nahmen sie doch nach Jahren der stoischen Versenkung den Blick von ihrem Smartphone. Einige der Nachtschwärmer verabredeten sich dann, natürlich tippend, auch gleich für die nächste Mondfinsternis.

28.07.2018