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Volkmar Wirth (ehemals Wirth-Kresse)

 

 

In den Tiefen des Alltags


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10.02.2021

VIDEOKONFERENZ

Sich im Spiegel zu sehen ist wenig spektakulär. In einer Zeit, in der das Händewaschen sogar von der Regierung verordnet wird, komme ich nicht umhin, immer mal eben in den Spiegel zu schauen. Dieser ist für gewöhnlich über dem Waschbecken angebracht. Warum das so ist, weiß ich nicht. Anders wurde es, ganz anders verhielt es sich, als ich mich auf dem Bildschirm seines Computers sah. Und dies in Echtzeit.
Nachdem ich mich kürzlich in eine Videokonferenz einloggte, hatte ich einen seltsamen Eindruck. Der Bildschirm zeigte mir die Bewegungen meiner Hand oder meines Kopfes. Erstaunlich dabei war, noch bevor ich die Handlungen wenige Sekunden später absolvieren würde, führte ich sie bereits aus. Als wüsste die staubige Mattscheibe, dass ich mir Notizen machen werde, ließ mich der Bildschirm vorauseilend meine Hand zum Stift greifen und über das Papier wandern.



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